Montag, 7. Mai 2012

Amritsar und Dehradun

Der Goldene Tempel (the Golden Temple)
Wie im letzten Blogeintrag angekündigt sind wir nach Amritsar - im Norden Indiens - gefahren. Amritsar ist eine reiche Stadt, die ein absolutes Highlight beinhaltet: den Goldenen Tempel der Sikhs. Dieser Tempel steht inmitten eines künstlichen Sees, der Nektar genannt wird. Die Anlage um den Tempel herum war extrem gut besucht, allerdings waren relativ wenig Ausländer da, was angesichts eines solchen Highlights ungewöhnlich ist. Es waren vor allem Einheimische (darunter viele, die nicht dem Sikhismus angehören), die den Tempel besichtigt haben. Wie in allen Heiligtümern in Indien darf der Tempel von innen nicht fotografiert werden. Ihr dürft mir aber ruhig glauben, wenn ich sage, dass der Tempel von innen noch beeindruckender war als von außen. Im Tempel befindet sich unter anderem das Goldene Buch der Sikhs, aus dem regelmässig vorgelesen wird. Dieses Buch ist gigantisch groß, vermutlich etwa DIN A1 und dann sehr dick. 
Ich mit Kopftuch
Um die Tempelanlage betreten zu dürfen, muss man nicht nur wie überall sonst seine Schuhe ausziehen, auch Socken sind nicht erlaubt und man muss seinen Kopf mit einem Tuch bedecken. Hüte oder Basecaps werden nicht akzeptiert. Daher tragen viele diese sehr kleidsamen orangefarbenen Tücher, die überall verkauft werden (siehe Foto). Grundsätzlich steht der Tempel aber jedem offen, egal welcher Herkunft oder Glauben.

Das Massaker von Amritsar

Amritsar ist aber auch ein Ort mit einer schrecklichen Vergangenheit. Hier wurde am 13. April 1919 vom britischen General Reginald Dyer das Massaker von Amritsar verübt. Dabei wurde auf eine Gruppe von etwa 20.000 Menschen, die eine Versammlung abhielten, ohne Vorwarnung geschossen. 379 Menschen kamen ums Leben, etwa 1.200 wurden zum Teil schwer verletzt. Besonders perfide war, dass der Hof, in dem sich das Massaker abspielte, nur einen kleinen schmalen Ausgang hatte, der von den britischen Soldaten blockiert war. In dem Film Gandhi ist dieses Massaker verfilmt worden. Das kleine Video zeigt den entsprechenden Ausschnitt aus dem Film.


Von hier wurde geschossen
Heute ist dieser Hof eine Gedenkstätte und kann besichtigt werden. Besonders beeindruckend fand ich die kleine Pyramide im Eingangsbereich, die verdeutlicht, von wo die Soldaten auf die Menschen geschossen hatten. General Dyer wollte übrigens mit diesem Massaker erreichen, dass der Widerstand der Inder im Land geringer wird. Er hat exakt das Gegenteil erreicht. Dieser Tat folgte eine Massenbewegung, die letztlich dazu führte, dass die Briten das Land verlassen mussten.

Dehradun und Mussoorie

Seilbahn zum Gun Hill (Cable car to Gun Hill)
Unsere letzte Station der Rundreise durch Indien sollte die Stadt Dehradun und ihre Nachbarstadt Mussoorie sein. Beide Städte liegen bereits an den Hängen des Himalaya und Mussoorie sogar auf fast 2000m Höhe. Dehradun als Stadt haben wir uns gar nicht näher angesehen, sondern haben uns für einen Tag einen Fahrer gemietet und sind nach Mussoorie gefahren. Dort konnte man mit einer Seilbahn auf den Gun Hill, der höchsten Erhebung dort, hinauf fahren.
Der Ausblick war fantastisch und wie sooft nur schwer auf Bilder fest zu halten. Leider waren die schneebedeckten Berge des Himalaya nur sehr schwer zu erkennen, es war zu diesig. Dennoch haben wir diesen kleinen Ausflug genossen und gestaunt, wie mitteleuropäisch die Flora und Fauna da doch aussah. Es gab zum Beispiel Nadelbäume, die ich nirgends sonst in Indien gesehen habe.

Tschüss Indien

Blick vom Gun Hill (view from Gun Hill)
Inzwischen sind wir wieder in Neu Delhi angekommen und haben unseren letzten Abend hier. Morgen reisen wir weiter nach Thailand. Dort werden wir zunächst einmal ein wenig Badeurlaub machen. Ein Fazit, wie wir Indien letztlich fanden, und eine kleine Bildergalerie mit den Highlights werden wir in den nächsten Tagen veröffentlichen. Seid gespannt!