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Sonntag, 15. September 2013

Kurzurlaub in Bregenz

Seit einigen Jahren schon fahre ich mit meiner Freundin regelmäßig nach Bregenz an den Bodensee, um dort Kurzurlaube zu machen. Der Grund dafür ist ganz simpel: Der Bodensee ist schön und wir campen gerne. Bei Bregenz gibt es eine Stelle, wo zwei Campingplätze direkt nebeneinander sind. Der eine - Camping Mexico genannt - ist der deutlich schönere von beiden, hat aber nur etwa 30 Stellplätze. Der andere - Seecamping Bregenz - ist gigantisch groß und man bekommt eigentlich immer einen Platz dort. Wir werfen also gelegentlich spontan unser Zelt samt Ausrüstung in den Kofferraum und gönnen uns verlängerte Wochenenden am Bodensee.

Mexico liegt am Bodensee

Unser Favorit dabei ist definitiv der Campingplatz Mexico. Dieser Platz betreibt Eco Camping und ist ausgesprochen sauber und die Betreiber enorm freundlich. Leider ist der Platz aber gerade an Wochenenden in der Hauptsaison schnell ausgebucht. Aber zum Glück gibt es ja nebenan noch den Campingplatz Seecamping. Der ist zwar etwas weniger schön, aber dafür einen Tick preiswerter und die Vorzüge der kleinen Gastronomie des Mexico Camping kann man trotzdem genießen, da sie offen für jeden ist.

Bregenz und die Bodenseeregion

Bregenz selbst ist eine ganz niedliche Stadt, die allerdings von der Größe her auch recht
Kulisse zur Zauberflöte bei den Bregenzer Festspielen
überschaubar ist. Die größte Attraktion dürften die international bekannten Bregenzer Festspiele auf der Seebühne sein, die jährlich im Sommer statt finden. Ansonsten gibt natürlich auch die Möglichkeit zu Wandern, Rad zu fahren oder sich ein Kanu auszuleihen und den Bodensee direkt auf dem Wasser zu entdecken.

Ist man mit dem Auto unterwegs, kann man aber auch die gesamte Bodenseeregion erkunden. Tolle Orte wie Lindau, die Blumeninsel Mainau, Meersburg oder Konstanz laden zum Kaffee trinken oder auf einen Wein ein. Auch das kleine Fürstentum Liechtenstein ist nicht weit entfernt.

Pfahlbauten aus der Steinzeit

Da wir immer nur Kurzurlaube dort machen, haben wir uns vorgenommen immer ein kleines Highlight zu besuchen. Diesmal sollte es das Pfahlbau Museum in Unteruhldingen sein. Das kann ich archäologisch Interessierten sehr empfehlen. Es zeigt Pfahlbauten der Bewohner des Bodensees aus der Stein- und Bronzezeit. Sehr interessant!

Pfahlbauten im Bodensee


Auch wenn die Pfahlbauten sehr einladend aussehen, zum Wohnen bevorzugen wir nach wie vor die österreichische Seite des Bodensees, denn das kann man gleich noch mit der tollen Kaffee- und Kuchentradition Österreichs verbinden. Immer wieder eine Reise wert!

Ein paar mehr Fotos gibt es in meiner Flickr Galerie. 

Mittwoch, 11. Januar 2012

Schweden 2010 - Teil 4


Große Idylle in Kalmar
Kalmar

Nach der stürmischen Nacht auf Öland haben wir uns ein bisschen Ruhe verdient. Die finden wir in Kalmar, wo wir in einem französischen Café zu Mittag essen. Das Wetter ist nun friedlich, die Sonne scheint und die Terrasse mit Blick auf den Hafen ist windgeschützt. Außerdem laufen ein paar knackige junge Kerls in Badehosen vorbei, am Nebentisch sitzen ein paar Grazien. Wir bestellen noch einen Kaffee.

Schließlich reißen wir uns los und schlendern ein wenig durch die Kalmarer Innenstadt. Wir kaufen uns Eis und spazieren auf eine kleine Landzunge, die ein wenig abseits der Innenstadt in einen Meeresarm ragt. Der Platz ist sowieso schon idyllisch, und zu allem Überfluss kommen ein paar hübsche Libellen angeflogen und setzen sich auf unsere Pullis. Wir überprüfen, ob wir nicht versehentlich in einem Disney-Märchenfilm gelandet sind.

Der Blick über einen See in Kalmar
Als die Schatten so lang geworden sind dass sie uns erreichen, erheben wir uns und fahren zum Campingplatz. Der ist zwar zu, aber sehr schön, und so folgen wir der an der Rezeption ausgehängten Empfehlung, uns einfach einen Platz auszusuchen und morgen zu zahlen.

Um dem schönen faulen Tag die Krönung aufzusetzen, fahren wir anschließend in die Stadt zurück um Cocktails zu trinken...

Oskarshamn

Amerika
Wir kommen erst spät aus den Federn – kein Wunder, nach der langen Nacht. Das Wetter ist super, und so gönnen wir uns ein nobles Campingfrühstück (mit Rührei), bevor wir uns ins Auto setzen und nach Oskarshamn fahren. Diese Stadt ist wenig sehenswert, aber von hier fährt nun mal die Fähre nach Gotland. Wir besichtigen die nette Altstadtgasse und die längste Holzbank der Welt.
Dadurch haben wir schon die touristischen Highlights der Stadt abgearbeitet und gehen zu den kulinarischen Attraktionen über. Für uns heißt das: eine Pizza am Hafen. Als wir die Pizzeria verlassen, stellen wir fest dass es 18 Uhr ist und genau jetzt die Bürgersteige der Stadt hochgeklappt werden. Die Fähre fährst erst in zwei Stunden!
Die längste Holzbank der Welt (ca. 30m)!
Da wir keine Lust haben in der wie ausgestorben wirkdenden Stadt herum zuhängen fahren wir ein Stück raus in den nahe gelegenen Ort „Amerika“. Wir finden eine schöne Stelle an einer Meeresbucht, an der wir die Zeit überbrücken.



Auf nach Gotland!

Die Fähre nach Gotland ist ziemlich groß. Das Salondeck, auf dem wir uns nach dem Boarding wiederfinden, ist aber beengend und voll und es riecht nach Essen. So gehen wir erst einmal an Deck und beobachten, wie das Schiff aus dem Hafen ausläuft. Es ist dunkel, so dass wir die Lichter des Hafens und an der Küste beobachten können. Der kalte Wind treibt uns aber doch bald wieder herunter.

Die Schlange vor der Essensausgabe ist immer noch sehr lang, und das Deck immer noch sehr voll. Wir suchen uns einen relativ leer aussehenden Tisch, an dem wir uns außen mit dran setzen, und gucken uns die Fotos, die wir in den letzten Tagen gemacht haben, an. Bald ist der Tisch aber nicht mehr relativ leer – aus der Einzelperson sind zwei Pärchen geworden. Sehr merkwürdige Pärchen. Am Tisch hinter uns spielt eine Gruppe junger Männer lauthals Karten. Als ein Tisch in der Ecke frei wird, ziehen wir dankbar um. Hier können wir in Ruhe den Film weitersehen – bis der Akku des Netbooks leer ist.

Die Fähre nach Gotland
Etwa eine Stunde später legt die Fähre in Visby an. Es ist 0:05. Auf dem Weg zum Campingplatz verfransen wir uns auch noch, aber um 0:45 treffen wir dann doch noch einen Platzwart auf dem Campingplatz, der uns sagt wo wir das Zelt hinstellen können. Wenig später fallen wir in die Schlafsäcke.


Freitag, 6. Januar 2012

Schweden 2010 - Kirchen in Schweden

Die "Deutsche Kirche" in Stockholm
Bevor es den nächsten Teil der Schweden-Reise gibt, hier ein kleines "Special" zu Kirchen in Schweden, die einige Besonderheiten gegenüber Kirchen in anderen Ländern aufweisen.

Wir haben bei unseren Stadtbesichtigungen von Ystad bis Stockholm immer wieder Kirchen besucht. Die Kirchen sind deshalb interessant, weil man vielen von ihnen die große Verbundenheit zum Meer deutlich ansehen kann. Schweden lebt seit etwa 200 Jahren in Frieden, aber davor war es eine kriegerische Seefahrernation – man denke nur an die Wikinger  und Waräger. Das Christentum konnte erst im 16. Jahrhundert in Schweden Fuß fassen – in Form des gerade entstehenden Luthertums. Deutschland war zu dem Zeitpunkt schon seit über tausend Jahren christlich geprägt.
Schiff-Relief über Kircheneingang in Ystad




Vor diesem Hintergrund erstaunt es euch vielleicht nicht so sehr wie uns, als wir festgestellten, dass Totenschädel und Knochen, Stundenglas und Sense beliebte Motive in schwedischen Kirchen sind. Natürlich gibt es auch Schiffe und andere maritime Bezüge. 

Kanzel in Kalrskrona


Am stärksten war das Meer in der Marinekirche von Karlskrona präsent. Es ist eine alte Kirche, die komplett aus Holz gebaut ist.


Holzkirche in Karlskrona
Sehr beeindruckend ist auch die Storkyrkan: der Dom von Stockholm, der Krönungs- und Hochzeitskirche der Könige ist. Er ist natürlich prunkvoll ausgestattet, mit riesigen Wandgemälden, dem unglaublich kunstvollen und detailreichen Altar und Silber und Ebenholz und einem siebenarmigen Leuchter aus dem 15. Jahrhundert. Am faszinierendsten ist eine lebensgroße Skulptur von St. Georg, der von seinem Pferd aus den Drachen tötet. Während der Reiter sehr steif und hölzern wirkt, sieht der Drache unglaublich lebendig und wild aus. Da wundert man sich, dass Georg gewonnen hat! Wir entdecken, dass die Stacheln an Schnauze und Flügeln des Drachen aus Elchgeweihen gefertigt sind. Darum wirken sie so natürlich.
Der heilige Georg im Storkyrkan

Demnächst gibt es dann mit der eigentlichen Reise weiter. Seid gespannt!

Freitag, 16. Dezember 2011

Schweden 2010 - Teil 3


Der dritte Teil der Schwedenreise: Südschweden und Öland

Südschweden
Von Malmö aus nehmen wir die Küstenstraße über Trelleborg nach Ystad, dann über Kristianstadt und Karlskrona hoch bis Kalmar. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön. Der Regen lässt langsam nach und weicht sonnigem, stürmischem Wetter mit nur gelegentlichen Schauern. Man sieht immer wieder das Meer. Die Häuser sind im Süden eher kleinbürgerlich, doch je weiter man nach Norden kommt desto häufiger sieht man die typischen roten Holzhäuser. Ystad, die Heimatstadt von Kurt Wallander, gefällt uns gut.
Häuser in Ystad
In Bromölla campen wir am See. Der Anblick, der sich uns dort bietet, ist beeindruckend: die Sonne glitzert auf den vom Wind aufgepeitschten Wellen und lässt die Schaumkronen blendend weiß erstrahlen. Mehrere Surfer sind unterwegs. Am nächsten Morgen sind mehrere Bäume am See umgestürzt, der Wind pfeift uns unvermindert um die Ohren.
See bei Bromölla mit stürmischen Wogen
Von Karlskrona sind wir eher enttäuscht, ein paar Highlights gibt es aber doch.
Der berühmte Militärturm in Karlskrona
Das Zelt
In Bromölla stellen wir zum ersten Mal unser neues Zelt auf (es regnet nämlich das erste Mal nicht). Obwohl das Tigerbärchen fleißig hilft, dauert es etwa eine Stunde, bis die Stangen das erste Mal stehen – und wir waren zwischenzeitlich ganz schön verzweifelt. Der Rest ist dann leicht. Dazu ist zu erwähnen, dass wir erfahrene Camper sind. Allerdings ist das Zelt aufgrund seiner etwas komplizierten Konstruktion beim ersten mal recht schwierig aufzubauen. Mittlerweile bauen wir es innerhalb von zehn Minuten auf.


Unser neues Zelt erstmals aufgebaut
Öland
Überall auf Öland gibt es Windmühlen. Alte, traditionelle Holzwindmühlen. Und die deuten darauf hin, dass es hier ab und zu Wind gibt – oder besser: dass es hier nur ab und zu keinen Wind gibt. 
Eine Windmühle auf Öland

Wir können uns jedenfalls von den windigen Qualitäten Ölands und darüber hinaus von der Qualität des großen Zeltes überzeugen. Auch wenn wir unruhig schlafen weil die Zeltplanen ganz schön flattern steht das Zelt sicher. Da der Wind nicht nennenswert nachlässt beschließen wir noch am gleichen Tag wieder zum Festland zurückzufahren. Wir nehmen uns aber Zeit um das Borgholm Slott, eine der ältesten Burgen Schwedens, zu besichtigen. 
Borgholm Slott von außen

und von innen
Vom Solliden Slott sieht man nicht viel, weil es Sommersitz der Königsfamilie ist. Dafür besuchen wir noch ein eisenzeitliches Gräberfeld. Es gibt aufgestellte Steinplatten und auf dem Boden ausgelegte Steine, die die Gräber markieren. Eins davon heißt „Arche Noah“, weil die Form eines Schiffs hat, sogar mit einem aufgerichteten Stein als Ruderplatte. Die Heide mit ihrem Blütenteppich aus filigranen weißen, gelben und rosafarbigen Sommerblumen steht unter Naturschutz. 

steinzeitliches Grab in Schiffsform
Im vierten Teil geht es dann in die schöne Stadt Kalmar und nach Gotland mit dem UNESCO Weltkulturerbe Visby!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Schweden 2010 - Teil 2


Der zweite Teil der Schwedenreise: Kopenhagen und weiter nach Schweden
Nach der ersten Nacht auf dem Campingplatz haben wir dann per Schiff nach Rødby übergesetzt und sind nach Kopenhagen gefahren.

Kopenhagen: Abenteuer Parken

Unser erster Besuch in Kopenhagen gestaltet sich gleich aufregend. Wir parken das Auto in einer Tiefgarage nahe dem Zentrum um einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Wir bekommen aber vor allem einen Eindruck von dem Wetter – mal scheint die Sonne, mal regnet es dass die Straßen sich in kürzester Zeit in Seenlandschaften verwandeln. In der ersten Regenpause suchen wir eine Touristeninformation auf, in der nächsten einen McDonalds, in der dritten schaffen wir es bis zum Bahnhof, um den Zug zurück zur Tiefgarage zu nehmen. So macht das doch keinen Spaß.
Die Tiefgarage macht uns aber noch weniger Spaß. Wir finden nämlich keinen Kassenautomaten. Nicht in dem Turm, durch den wir hereingekommen sind, nicht im Nachbarturm, nicht unten. An der Schranke sagt uns eine Automatenstimme, dass wir nicht bezahlt haben. Sehr hilfreich. Am Ende stellt sich heraus, dass nur zwei der vier Eingangstürme mit Kassenautomaten ausgestattet sind. Wir haben sie professionell umgangen.

Kopenhagen: Stadtbesuche

Wir haben uns auf einem Campingplatz nördlich vom Zentrum, aber noch innerhalb der Stadt, einquartiert. Er wird von vielen internationalen Touristen als Ausgangspunkt für Stadtbesichtigungen genutzt. Ein Bus fährt vom 10 Fußminuten entfernten Rødkildevej in das Stadtzentrum. 

Der  Rødkildevej
Wir verbringen einen schönen, atmosphärischen Abend in der Stadt und bewundern die abwechslungsreiche Architektur. Neben hanseatisch wirkenden Backsteinhäusern finden sich verzierte klassische Bauten und krumme, windschiefe Fachwerkhäuser. Am nächsten Morgen kehren wir zurück, um die Sehenswürdigkeiten auch von innen zu sehen. Nun ist die Stadt lauter und hektischer, es sind viele Touristen unterwegs. Trotzdem sammeln wir viele interessante Eindrücke. 
Abgerundet wird unsere Stippvisite in Kopenhagen mit einem Besuch im Tivoli, dem historischen Vergnügungspark im Stadtzentrum. Er ist sehr schön gestaltet und es gibt auch moderne Fahrgeschäfte. Wir testen „The Daemon“, sehen uns versehentlich eine Märchenbahn und ganz absichtlich das Aquarium an. 

Ein kleiner Einblick ins Tivoli
Dann wird das Wetter schlecht und wir treten fluchtartig den Rückweg an.


Über sieben Brücken...

Auf sieben Brücken kommen wir nicht, aber ein paar sind es doch. Die Brücke nach Fehmarn ist die kürzeste.

Die Fehmarnsund-Brücke
Von Kopenhagen nach Malmö spannt sich ebenfalls eine Brücke, und was für eine! Sie beginnt in einem Tunnel und führt dann kilometerweit über offene See. Am Ende gelangt man zur Bezahlstation vor Malmö, die Überfahrt kostet 39 Euro.

Die Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö
Die Brücke von Kalmar nach Öland ist etwa 6 km lang. Der Wind ist stark und böig, das Meer aufgewühlt.

Die Brücke von Kalmar nach Öland

Im nächsten Teil geht es dann über Südschweden nach Öland!

Montag, 12. Dezember 2011

Schweden 2010 - Teil 1

Dies wird ein mehrteiliger Bericht unserer Schwedenreise im August 2010. Der Text ist wurde im Prinzip während der Reise geschrieben und ist daher in der Gegenwartsform. 



Die Route
Unsere Plan besteht darin, eine Rundreise durch Schweden zu machen: Durch Dänemark hindurch nach Malmö, an der Südostküste hoch und über Gotland nach Stockholm, zwischen den großen Seen zurück nach Göteborg und von dort aus mit der Fähre nach Kiel. Dieser Teil der Strecke ist über 1800 km lang, zusammen mit der Strecke, die wir in Deutschland zurücklegen müssen, kommen wir auf etwa 3200 km Gesamtstrecke. Unser Zeitrahmen beträgt 14 Tage.
Die Route durch Schweden

Die Ausrüstung
Wir haben nur das Nötigste mitgenommen – subjektiv gesprochen. Das Auto, ein gemieteter VW Touran, ist rappelvoll. Teilweise vorhandene, teilweise frisch gekaufte und teilweise geliehene Campingausrüstung füllt den Kofferraum, wir könnten monatelang unter den verschiedensten Bedingungen überleben. Die Krönung aber sind unsere beiden Zelte: mein kleines Zelt von Fjällräven, das schnell aufzubauen ist und Regen, Kälte und Sturm trotzen kann, und unser neues, geräumiges Wohnzelt von Eureka. Es ist eher für warmes Wetter ausgelegt. Wir lernen es lieben.

Von Weinheim nach Puttgarden
Der erste Teil der Reise führt uns von zu Hause einmal quer durch die Republik nach Puttgarden auf Fehmarn. Von hier aus werden wir eine Fähre nach Dänemark nehmen. In Nähe des Fährhafens liegt ein kleiner Campingplatz, auf dem wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben.
Das Portcenter: ein schwimmendes Kaufhaus

Bei unserem Spaziergang über die Hafenmauer von Puttgarden werden wir von einem Schauer in das Portcenter getrieben. Das ist Einkaufszentrum auf einem Boot. Ja, es schwimmt. Man darf sich das jetzt aber nicht zu niedlich vorstellen: die Grundfläche ist riesig, und über den vier Einkaufsebenen befinden sich noch zwei Administrationsdecks. Es ist ganz klar ausschließlich für dänische Besucher ausgelegt, die mit der Fähre zum Einkaufen nach Deutschland übersetzen. Auf dem großflächigen Parkplatz vor dem Center gibt es auch eine Reihe von Reisebusparkplätzen. Wir fliehen in den Regen.

Campingabende

Das Bild vom Campingleben ist romantisch: es kommen Lagerfeuer, nette Menschen und interessante Geschichten darin vor. Wie enttäuscht sind wir festzustellen, dass die überwiegende Zahl der Campingplatz-Besucher aus Dauergästen besteht. Wohnwagen umgeben von Gartenzwergen, Ledersofas und Kühlschränken in einem untermauerten Vorzelt und festverbaute Zäune an der Grenze zum Nachbarplatz erinnern eher an biedere Kleingartensiedlungen als an freie Natur. Aber auch Wohnwagen, die tatsächlich zum Reisen genutzt werden, tragen nicht zur Romantik bei: sie sind mit Satellitenschüsseln und Fernsehern ausgestattet, und zum Abend hin sind die Plätze wie ausgestorben, abgesehen vom bläulichen Flackern aus den Fenstern.
Campingromantik
Aber ein paar gesellige Abende sind uns dann doch vergönnt. Besonders hervorzuheben ist der Abend auf Fehmarn, wo ein amerikanisches Ehepaar alle Zeltbewohner versammelt. So kommt es, dass zwei Amerikaner, ein Australier, eine Russin und drei Deutsche kurz vor Dänemark Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Es gibt Wein und Kekse auf einer Campingdecke mit ein paar Kerzen. Eine laue Sommernacht, die lange dauern soll. Ein toller Abend!