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Dienstag, 10. Juli 2012

Reise durch China – Das Fazit

Der chinesische Berliner Bär
Denkt man an China, hat man bestimmte Dinge im Kopf: geschwungene Dächer, rote Lampions, Drachen und lachende Menschen. Wer jetzt aber einen romantisierenden Bericht über klassische chinesische Architektur, lachende und sich ständig verbeugende Menschen und Schweinefleisch süß-sauer erwartet, der glaubt vermutlich auch, dass es in China tatsächlich so aussieht, wie uns die chinesischen Restaurants in Deutschland weiß machen wollen. Dem ist natürlich nicht so! China ist vollkommen anders als wir es uns vorgestellt haben. Es ist heute nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Erde, es hat auch das stärkste Wirtschaftswachstum auf diesem Planeten. Vermutlich ist es auch das Land mit der stärksten Bautätigkeit der Welt. Das normale Stadtbild in China besteht nämlich nicht aus Rikshas und chinesischen Baldachinen sondern aus überfüllten Straßen und massenhaft Baustellen. Das Land macht einen gigantischen Wandel durch. Der Lebensstandard steigt praktisch täglich.

Überraschend westlich

China sieht vermutlich schon sehr lange nicht mehr so aus, wie sich Europäer China vorstellen. Das Land ist überraschend westlich. Vor allem die Großstädte Peking und Shanghai sind kaum noch von westlichen Metropolen unterscheidbar. Allerdings haben sich beide Städte eine gewisse Einzigartigkeit bewahrt. Peking besitzt mit der Verbotenen Stadt eine der eindrucksvollsten Zeugnisse klassischer chinesischer Architektur und ist zudem Ausgangspunkt zu Ausflügen zur chinesischen Mauer und weiteren Tempeln. Shanghai hingegen besitzt kaum noch klassische Architektur, ist dafür aber eine pulsierende moderne Stadt, die im ständigen Wandel begriffen ist.
Das typische Stadtbild in China: Baukräne

Möchte man das „alte China“ sehen, muss man sich weit aufs Land wagen. Dies ist für Europäer nicht immer ganz einfach, denn nur wenige Chinesen sprechen gutes Englisch. Selbst in guten Hotels wird oftmals schlechtes oder sogar gar kein Englisch gesprochen. Das beste englischsprachige Personal haben interessanterweise die internationalen Backpacker Hostels. Wir hatten nur im Raum Guilin – zum Ende unserer Reise – die Möglichkeit mit der einfachen Landbevölkerung in Berührung zu kommen. Dort haben wir nämlich gewöhnliche Busse genommen, um in das kleine Dorf Xinping zu kommen. Die Verständigung funktionierte problemlos per Handzeichen.

China im ständigen Wandel

In etwa 20 Jahren wird China sich noch einmal ordentlich gewandelt haben. Derzeit lernen alle Kinder wie verrückt Englisch in der Schule und die Bautätigkeit ist enorm. Dann wird es für Westler (noch) einfacher in dem Land zu reisen und es wird noch stärker urbanisiert sein. Leider wird dann der ohnehin schon stark verbreitete Smog vermutlich nicht weniger geworden sein und die hässlichen Hochhäuser werden sich auch massiv vermehrt haben. Und vor allem wird China wohl irgendwann unbezahlbar werden. Jetzt schon hat China eine der größten Preissteigerungen, denn durch den steigenden Wohlstand steigt auch die Reisetätigkeit der Chinesen. Tourismus ist schon jetzt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Tibet wäre toll

Insgesamt hat uns China sehr gut gefallen und ein erneuter Besuch ist absolut nicht ausgeschlossen. Vor allem nach Tibet würden wir gerne mal fahren, was aber aufgrund der politischen Situation nicht ganz einfach ist. Die Bedingungen für einen Tibet-Besuch ändern sich für Ausländer ständig. Dass China ein diktatorisches Regime hat, merkt man im Alltag überhaupt nicht. Lediglich das Internet ist stark eingeschränkt. Facebook und Twitter funktionieren überhaupt nicht und Google ist beschränkt. Da unser Blog über einen Google-Server gehostet wird, war er in China nicht erreichbar. Skype und die Wikipedia funktionieren aber interessanterweise, genau wie spiegel.de. Viele Chinesen umgehen die Barrieren auch mit sogenannten Proxy-Servern.

Das Essen in China ist übrigens fantastisch. Wir können nur jedem empfehlen mutig zu sein und das Essen zu probieren. China ist definitiv eine Reise wert!

Zum Schluss wie immer der Link zur Highlight-Gallerie mit vielen tollen Bildern!

Donnerstag, 5. Juli 2012

Reise durch China Teil 3 - Guilin und Shanghai


Wasserbüffel
Langsam hatten wir genügend hochhauslastige Städte gesehen, ein bißchen Natur würde eine willkommene Abwechslung sein. In der südchinesischen Provinz Guangxi hofften wir fündig zu werden: bizarre Karstberge, der als malerisch angepriesene Li River und im Sonnenschein glitzernde Reisfelder waren uns vom Reiseführer versprochen worden. Da wollten wir hin!




Fahrt nach Süden

Instant-Nudelsuppe
Die Bahnfahrt von Chengdu nach Guilin dauerte 26 Stunden. Im „Fast Train“. Und zwischen diesen beiden eher unbedeutenden Inlandstädten von je nur um die 5 Mio Einwohner fuhr auch nur ein sehr einfacher Zug: statt einer Klimaanlage brummten Ventilatoren an den Decken, der unbeteppichte PVC-Boden lud dazu ein dass man darauf spuckte (selbst die Inder, die ebenso gern auf den Boden spucken wie die Chinesen, haben nicht innerhalb der Züge gespuckt), und auf den Betten lagen anstatt der Kuscheldecken nur so etwas wie ausgewaschene Frotteehandtücher. Das heiße Wasser, das in allen Zügen kostenlos verfügbar ist, wurde hier nicht aus einem modernen Durchlauferhitzer bezogen, sondern aus großen Heißwassertanks, die von Zeit zu Zeit vom Zugpersonal nachgefüllt wurden. Wir hatten uns, genau wie die Chinesen, Instant-Nudelsuppen auf die Fahrt mitgenommen, aber als wir unsere Suppen essen wollten war das Wasser gerade nur noch lauwarm.
Ausblick aus dem Zug

Die Landschaft die wir aus den Zugfenstern vorbeiziehen sahen wog das alles aber wieder auf: Bergdörfer, Reisterrassen, ein Fluss mit Anglern, Karstberge, Wälder und Feldlandschaften zogen vorbei. Hier und da rundete ein Wasserbüffel oder ein Bauer mit Strohhut, der sein Feld begutachtete, das Bild ab. Hochhäuser waren selten zu sehen.


Guilin

Die Sonnen- und Mondpagode
in Guilin


Alle Orte, die wir bisher in China besucht hatten, waren sehr touristisch. Guilin war keine Ausnahme, in dieser Region war aber das Konzept, Touristen Geld aus der Tasche zu ziehen, geradezu perfektioniert worden: hier kostet alles Eintritt!

Eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der „Elephantenfelsen“, ein Berg mit einem Loch drin, der halb im Li steht. Dieser wird sorgfältig vor den Augen der Passanten abgeschirmt, nur wer bereit ist den recht hohen Eintrittspreis in die „Elephant Trunk Hill Scenic Area“ zu zahlen darf seine Blicke auf dem Felsen, der sicher ein Wunder der Natur ist, ruhen lassen. Wir waren dazu nicht bereit. Andere kostenpflichtige Ziele in der Umgebung sind: Parks, Reisfelder, ganze Dörfer, Wanderwege.

Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen: die Sonnen- und Mondpagoden können zwar von außen kostenlos bestaunt werden, aber der ewige Nebel und das trübe Wetter nahmen dem Anblick den Glanz. Guilin war auch nicht unser eigentliches Ziel gewesen, wir wollten raus in die Berge.

Xingping

Die traumhafte Landschaft um Xingping
Weder Google Maps noch Wikipedia kennen Xingping, und doch erfreut es sich einer Berühmtheit in ganz China. Xingping liegt inmitten der Karstberge am Li, und eine der Flußbiegungen ist so malerisch, dass sie auf der Rückseite der 20-Yuan-Note abgebildet ist!

Es gibt einen Wanderweg von Xingping aus am Fluss entlang, der wirklich grandiose Anblicke bietet. Der Nebel, der anscheinend immer über den Bergen zu hängen scheint, macht alles nur unwirklicher, geheimnisvoller. Der Weg schlängelt sich am Li entlang, auf dem laut knatternde romantische Bambusflöße in Schwärmen staunende Touristen auf- und abfahren, aber auf dem Wanderweg kommt man bald aus dem städtischen Teil heraus und läuft durch Felder und winzige Dörfer, die nur durch den Fluss und einen Trampelpfad mit den Nachbardörfern verbunden sind. Es war eine tolle Wanderung!

Shanghai

Der China-Pavillon auf dem
Expo-Gelände in Shanghai


Langsam neigte sich unsere Zeit in China dem Ende zu, und wir kehrten nach Shanghai zurück. Shanghai ist eine moderne, pulsierende Metropole, die alles zu bieten hat was man sich von einer Weltstadt wünschen könnte. Uns war nicht viel Zeit übriggeblieben – China ist einfach zu groß für ein 30-Tage-Visum – aber zumindest flanierten wir die Einkaufsmeile entlang, besuchten den Bund und das Expo-Gelände. Ein würdiger Abschluss für dieses Land voller Gegensätze!

Samstag, 30. Juni 2012

Reise durch China Teil 2 – PingYao, Xi'an und Chengdu


Der Glockenturm von PingYao
Von Peking aus fuhren wir weiter in eine sehr kleine Stadt namens PingYao. Sie hat gerade mal 42.000 Einwohner, was für eine chinesische Stadt geradezu winzig ist. Sie hat aber eine Besonderheit, die berühmte Städte wie Peking oder Shanghai vermissen lassen: traditionelle chinesische Einkaufsstraßen. Große Teile der Innenstadt von PingYao sind bis heute im traditionellen chinesischen Stil erhalten geblieben oder restauriert worden. Die mächtige Stadtmauer ist einer der ältesten und besterhaltensten in ganz China.
Da die Stadt zwar sehr gemütlich und idyllisch, aber auch winzig klein ist, sind wir bereits nach einer Nacht weiter gefahren.

Xi'an

Unser nächster Halt war in Xi'an, einer Stadt, die bei so ziemlich jeder Chinareise auf dem Programm steht. Xi'an selber ist eine moderne und nicht sonderlich reizvolle Stadt, aber sie hat eine weltberühmte Sehenswürdigkeit in unmittelbarer Umgebung: die Terrakottaarmee des Kaisers Qin Shihuangdis. Da man das Museum, in dem die Armee ausgestellt wurde, bequem mit einem ganz normalen Bus erreichen kann, haben wir auf eine organisierte Tour verzichtet.
Die Terrakottaarmee
Um es kurz zu machen: Die Armee ist zwar archäologisch betrachtet eine Weltsensation, aber weniger beeindruckend, wenn man sie aus der Nähe sieht. Dennoch empfehle ich sie sich anzuschauen, denn das eigentliche Grab des Kaisers ist noch nicht geöffnet worden und man ist immer noch dabei die Armee aus zu graben. Es kann also durchaus sein, dass man beim nächsten Besuch bereits viel mehr sieht, als wir gesehen haben.

Xi'an selber hat natürlich auch ein paar spannende Dinge. Neben dem Bell-Tower und dem Drum-Tower ist vor allem die große Wildganspagode einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen des schönen Parks drumherum.
Kaum zu glauben: Das ist eine Moschee!
Xi'an war im Mittelalter der Beginn der legendären Seidenstraße. Daher gab es hier immer schon sehr viel kulturellen Austausch. Dies merkt man besonders am heute noch sehr aktiven muslimischen Viertel mit vielen kleinen Moscheen. Die Krönung ist aber die große Moschee, die wir trotz ihrer Größe doch ein wenig suchen mussten. Sie ist – sehr ungewöhnlich für eine Moschee – im chinesischen Stil gehalten und hat nur hier und da mal arabische Schrift. Sehr kurios.



Chengdu

Chengdu befindet sich bereits relativ weit im Südwesten Chinas, in der Provinz Sichuan. Von hier aus werden viele Touren in Richtung Tibet organisiert. Leider reicht unsere Zeit nicht aus dieses absolute Highlight besuchen zu können. Zudem ist es derzeit besonders schwierig, denn man benötigt zusätzlich zum Chinavisum noch eine spezielle Erlaubnis und man darf nur als Gruppe reisen. Eine Gruppe muss dabei aus mindestens fünf Personen gleicher Nationalität bestehen. Die Sinnhaftigkeit dieses Regelung erschließt sich zwar keinem so richtig, aber vermutlich versucht man nur die Hürden besonders hoch zu legen.

Gigantisch: Der Leshan-Buddha
Wir sind aber aus einem völlig anderen Grund nach Chengdu gefahren. Etwa 160km südlich von Chengdu liegt die Kleinstadt Leshan, die eine absolute Sensation beherbergt: den Leshan-Buddha. Dieser Buddha ist mit 71m Höhe der größte Buddha der Welt. Er schaut auf den Fluss Dadu und soll einer Legende nach den lauf des Flusses beruhigt haben.
Leider waren wir an einem Samstag beim Buddha, was insofern eine schlechte Idee ist, als das der Buddha ein beliebtes Ausflugsziel für Chinesen ist. Dementsprechend voll war es überall. Wir mussten alleine eineinhalb Stunden anstehen, um den Buddha in seiner vollen Größe betrachten zu können. Aber es hat sich gelohnt!

In Chengdu selber haben wir nicht sehr viel machen können, denn es hat die meiste Zeit ordentlich geregnet. Wir hatten noch das Glück einen Bambuspark mit 150 verschiedenen Bambusarten besuchen zu können, als es mal gerade nicht regnete.

Die Weiterreise von Chengdu nach Guilin sollte dann eine besondere Herausforderung werden: 26 Stunden Zugfahrt in einem Schlafwagen für eine Strecke von ca. 1300 km.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Reise durch China Teil 1 – Peking und Chengde

Die verbotene Stadt
Nach einer kleinen Durststrecke,  die aufgrund der Internetrestriktionen in China notwendig wurde, hier mal wieder ein neuer Eintrag. In den nächsten Tagen werde ich hier unsere Chinareise vervollständigen. Wir sind heute früh in Sydney gelandet und planen gerade unsere Aktivitäten hier.

Peking

In Peking gibt es jede Menge aus der fast 4000 Jahre alten Geschichte Chinas zu bewundern. Die Krönung dabei ist ganz klar die Verbotene Stadt. Sie ist wirklich einzigartig und vor allem eines: riesig! Wir haben insgesamt sechs (!) Stunden in der Verbotenen Stadt verbracht und haben gerade mal die Hälfte gesehen. Allerdings haben wir uns auch „nur“ auf die Hauptattraktionen dort beschränkt. Es gibt aber noch jede Menge Sonderausstellungen und Seitenhäuser, die aus verschiedenen Dynastien stammen. Auf jeden Fall ist die Verbotene Stadt eine Reise wert.

Die Halle der Ernteopfer
Ebenfalls sehenswert sind gleich mehrere Tempel in Peking. Das Wahrzeichen Pekings ist der Himmelstempel mit der Halle der Ernteopfer. Diese Halle wird meist abgebildet, wenn irgendwo von Peking die Rede ist.
Besser noch als der Himmelstempel hat uns der Lamatempel gefallen, der für einen geistigen Führer der Tibeter („Lama“) anlässlich seines Besuches gebaut wurde. Der Tempel beherbergt einen riesigen etwa 18 m hohen Buddha, den man leider nicht fotografieren durfte.
Zu guter Letzt soll noch der Konfuziustempel genannt werden. Konfuzius ist zwar nicht im religiösen Sinne heilig, aber seine Lehren werden bis heute in China sehr geschätzt und er als Person sehr geehrt. Der Tempel ist vor allem wegen der Darstellung des Lebenswegs des großen Philosophen sehenswert.
Um uns nicht nur Tempel anzuschauen, waren wir auch noch im „Alten Observatorium“, einer der ältesten Sternwarten der Welt. Hier haben schon vor über 1000 Jahren die Gelehrten die Sterne beobachtet.

Olympia Park

Inzwischen gehört auch der anlässlich der olympischen Sommerspiele 2008 errichtete Olympia Park zu den sehenswerten Highlights in Peking. Allen voran das Olympiastadion – aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur auch „Nest“ genannt – und das Aquatic Center. Sehr kurios ist der künstlich angelegte See in Form eines Drachen, wo unter anderem die Ruderwettbewerbe statt gefunden haben.
Karte vom Olympiapark mit dem Drachensee

Neben den vielen antiken Sehenswürdigkeiten ist Peking aber vor allem eines: eine moderne Stadt. Moderne Bürogebäude, riesige Bahnhöfe, gigantische Autobahnen und jede Menge Baustellen prägen das Stadtbild. Insgesamt waren wir überrascht, wie westlich und „unchinesisch“ Peking letztlich doch ist.

Berühmt ist Peking aber natürlich auch noch für etwas anderes, nämlich für Peking-Ente! Wir hatten das Glück mit zwei deutschen Studentinnen, die in Peking studieren, Peking-Ente essen gehen zu können. Ein tolles Erlebnis und vor allem: ganz anders als in Deutschland. Danke an Anne und Judith!

Die große Mauer

Von Peking aus gibt es jede Menge Touren zu verschiedenen Teilabschnitten der chinesischen Mauer. Wenn in einem Reiseführer steht, dass ein bestimmter Teil „weniger touristisch“ als ein anderer Teil ist, bedeutet das im Klartext, dass dort nur fünf Busparkplätze und gerade mal 100 Souvenirshops vorhanden sind. Wir haben uns ganz bewusst für eine organisierte Tour vom Hostel aus entschieden, was für gewöhnlich nicht unserem Reisestil entspricht, aber aus organisatorischen Gründen war es die beste Alternative.
Die große Mauer
Die Mauer selber ist sehr beeindruckend, vor allem der Blick über die Landschaft ist atemberaubend. Als Bauwerk ist die Mauer allerdings weniger spannend, denn es ist letztlich auch nur eine große und ziemlich dicke Mauer. Das beeindruckende ist lediglich, dass sie so extrem lang und alt ist. Das allerdings ist bei einem Besuch der Mauer nicht direkt ersichtlich. Interessant ist aber auch, dass die Mauer zum Teil sehr steil ist und ein Spaziergang auf der Mauer zu einer schweißtreibenden Angelegenheit wird.

Chengde

Etwa 250 km nordöstlich von Peking liegt die Stadt Chengde. Sie ist für chinesische Verhältnisse eine mittlere Kleinstadt und hat daher „nur“ ca. 4 Mio. Einwohner. Bis vor einigen Jahrzehnten hieß die Stadt noch „Jehol“, weshalb der Name gelegentlich noch auftaucht.
Chengde ist vor allem für den sogenannten Sommerpalast des Kaisers bekannt. Wenn es im Sommer in Peking zu heiß wurde, zog der gesamte Stab des Kaisers nach Chengde. Den eigentlichen Sommerpalast kann man nur in seinen Grundzügen sehen, denn er wurde zerstört. Die heute gezeigten Holzhäuser sind Rekonstruktionen. Im wesentlichen handelt es sich beim Sommerpalast um ein riesiges Parkgelände, mit künstlich angelegten Seen und sehr hübsch gemachten kleinen Inseln.

Das goldene Dach im "Kleinen Potala"
Deutlich spannender als den Park fanden wir aber die beiden von uns besuchten Tempel nördlich des Sommerpalastes. Beide enthielten tibetanische Stilelemente und waren somit eine sehr willkommene Abwechslung von der sonst typischen chinesischen Architektur. Besonders war der „Kleine Potala Tempel“, der – zumindest von außen – eine Kopie des legendären Potala Palastes in Tibet ist. Im Innern ist auch er chinesisch und enthält einen kleinen Tempel mit einem goldenen Dach. Auch dieser Tempel wurde zu ehren eines Lamas errichtet, der den chinesischen Kaiser besuchte.