Mittwoch, 27. Juni 2012

Reise durch China Teil 1 – Peking und Chengde

Die verbotene Stadt
Nach einer kleinen Durststrecke,  die aufgrund der Internetrestriktionen in China notwendig wurde, hier mal wieder ein neuer Eintrag. In den nächsten Tagen werde ich hier unsere Chinareise vervollständigen. Wir sind heute früh in Sydney gelandet und planen gerade unsere Aktivitäten hier.

Peking

In Peking gibt es jede Menge aus der fast 4000 Jahre alten Geschichte Chinas zu bewundern. Die Krönung dabei ist ganz klar die Verbotene Stadt. Sie ist wirklich einzigartig und vor allem eines: riesig! Wir haben insgesamt sechs (!) Stunden in der Verbotenen Stadt verbracht und haben gerade mal die Hälfte gesehen. Allerdings haben wir uns auch „nur“ auf die Hauptattraktionen dort beschränkt. Es gibt aber noch jede Menge Sonderausstellungen und Seitenhäuser, die aus verschiedenen Dynastien stammen. Auf jeden Fall ist die Verbotene Stadt eine Reise wert.

Die Halle der Ernteopfer
Ebenfalls sehenswert sind gleich mehrere Tempel in Peking. Das Wahrzeichen Pekings ist der Himmelstempel mit der Halle der Ernteopfer. Diese Halle wird meist abgebildet, wenn irgendwo von Peking die Rede ist.
Besser noch als der Himmelstempel hat uns der Lamatempel gefallen, der für einen geistigen Führer der Tibeter („Lama“) anlässlich seines Besuches gebaut wurde. Der Tempel beherbergt einen riesigen etwa 18 m hohen Buddha, den man leider nicht fotografieren durfte.
Zu guter Letzt soll noch der Konfuziustempel genannt werden. Konfuzius ist zwar nicht im religiösen Sinne heilig, aber seine Lehren werden bis heute in China sehr geschätzt und er als Person sehr geehrt. Der Tempel ist vor allem wegen der Darstellung des Lebenswegs des großen Philosophen sehenswert.
Um uns nicht nur Tempel anzuschauen, waren wir auch noch im „Alten Observatorium“, einer der ältesten Sternwarten der Welt. Hier haben schon vor über 1000 Jahren die Gelehrten die Sterne beobachtet.

Olympia Park

Inzwischen gehört auch der anlässlich der olympischen Sommerspiele 2008 errichtete Olympia Park zu den sehenswerten Highlights in Peking. Allen voran das Olympiastadion – aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur auch „Nest“ genannt – und das Aquatic Center. Sehr kurios ist der künstlich angelegte See in Form eines Drachen, wo unter anderem die Ruderwettbewerbe statt gefunden haben.
Karte vom Olympiapark mit dem Drachensee

Neben den vielen antiken Sehenswürdigkeiten ist Peking aber vor allem eines: eine moderne Stadt. Moderne Bürogebäude, riesige Bahnhöfe, gigantische Autobahnen und jede Menge Baustellen prägen das Stadtbild. Insgesamt waren wir überrascht, wie westlich und „unchinesisch“ Peking letztlich doch ist.

Berühmt ist Peking aber natürlich auch noch für etwas anderes, nämlich für Peking-Ente! Wir hatten das Glück mit zwei deutschen Studentinnen, die in Peking studieren, Peking-Ente essen gehen zu können. Ein tolles Erlebnis und vor allem: ganz anders als in Deutschland. Danke an Anne und Judith!

Die große Mauer

Von Peking aus gibt es jede Menge Touren zu verschiedenen Teilabschnitten der chinesischen Mauer. Wenn in einem Reiseführer steht, dass ein bestimmter Teil „weniger touristisch“ als ein anderer Teil ist, bedeutet das im Klartext, dass dort nur fünf Busparkplätze und gerade mal 100 Souvenirshops vorhanden sind. Wir haben uns ganz bewusst für eine organisierte Tour vom Hostel aus entschieden, was für gewöhnlich nicht unserem Reisestil entspricht, aber aus organisatorischen Gründen war es die beste Alternative.
Die große Mauer
Die Mauer selber ist sehr beeindruckend, vor allem der Blick über die Landschaft ist atemberaubend. Als Bauwerk ist die Mauer allerdings weniger spannend, denn es ist letztlich auch nur eine große und ziemlich dicke Mauer. Das beeindruckende ist lediglich, dass sie so extrem lang und alt ist. Das allerdings ist bei einem Besuch der Mauer nicht direkt ersichtlich. Interessant ist aber auch, dass die Mauer zum Teil sehr steil ist und ein Spaziergang auf der Mauer zu einer schweißtreibenden Angelegenheit wird.

Chengde

Etwa 250 km nordöstlich von Peking liegt die Stadt Chengde. Sie ist für chinesische Verhältnisse eine mittlere Kleinstadt und hat daher „nur“ ca. 4 Mio. Einwohner. Bis vor einigen Jahrzehnten hieß die Stadt noch „Jehol“, weshalb der Name gelegentlich noch auftaucht.
Chengde ist vor allem für den sogenannten Sommerpalast des Kaisers bekannt. Wenn es im Sommer in Peking zu heiß wurde, zog der gesamte Stab des Kaisers nach Chengde. Den eigentlichen Sommerpalast kann man nur in seinen Grundzügen sehen, denn er wurde zerstört. Die heute gezeigten Holzhäuser sind Rekonstruktionen. Im wesentlichen handelt es sich beim Sommerpalast um ein riesiges Parkgelände, mit künstlich angelegten Seen und sehr hübsch gemachten kleinen Inseln.

Das goldene Dach im "Kleinen Potala"
Deutlich spannender als den Park fanden wir aber die beiden von uns besuchten Tempel nördlich des Sommerpalastes. Beide enthielten tibetanische Stilelemente und waren somit eine sehr willkommene Abwechslung von der sonst typischen chinesischen Architektur. Besonders war der „Kleine Potala Tempel“, der – zumindest von außen – eine Kopie des legendären Potala Palastes in Tibet ist. Im Innern ist auch er chinesisch und enthält einen kleinen Tempel mit einem goldenen Dach. Auch dieser Tempel wurde zu ehren eines Lamas errichtet, der den chinesischen Kaiser besuchte.