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Montag, 10. Dezember 2012

The Big Apple

Die Freiheitsstatue
Sie ist eine der ältesten Städte der USA, die Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts mussten sich als erster hier registrieren lassen und es gibt wohl nur wenige Orte auf diesem Planeten, die so berühmt und spektakulär sind, wie diese Stadt. Die Rede ist von New York City – Spitzname: The Big Apple.

Wir hatten das Glück die Stadt ausgiebig besuchen zu können, allerdings gibt es dort so dermaßen viel zu sehen und zu erleben, dass wir leider nicht alles geschafft haben. Aber dafür hatten wir einige vermutlich einmalige Erlebnisse.

Sandy überall

Die meisten haben sicherlich mitbekommen, dass wir insgesamt zweimal in New York waren. Beim ersten mal hat der Wirbelsturm Sandy unsere Pläne durchkreuzt und wir sind nach nur kurzer Zeit nach Chicago „geflüchtet“, wie ich bereits an dieser Stelle beschrieben hatte.
Beim zweiten mal – am Ende unserer USA-Tour – waren wir gespannt, ob man noch Schäden von Sandy vorfinden würde. Um es kurz zu machen: Ja es gab sie noch. InLower Manhattan, also dicht am Wasser, sahen viele Gebäude im Erdgeschoss noch stark beschädigt aus. An einigen Stellen wurde auch offensichtlich noch Wasser aus irgendwelchen Kellern gepumpt. Einige U-Bahnhöfe in Lower Manhattan waren auch noch gesperrt.
Insgesamt schien aber der größte Teil der Schäden bereits beseitigt gewesen zu sein. Wir konnten uns jedenfalls in Ruhe New York anschauen.

Ground Zero

"Loch" im 9/11 Memorial
Bereits bei unserem ersten Besuch in New York haben wir das Gelände des ehemaligen World TradeCenters besucht. Der Besuch an sich ist kostenlos, aber man muss sich vorher registrieren, denn es gibt eine Maximalzahl an Tickets pro Tag.
Da ich 1999 auf dem original World Trade Center war, war ich besonders gespannt, wie der Bereich nun aussieht. Mittlerweile hat das sogenannte 9/11 Memorial geöffnet und es wird zeitgleich ein neues World Trade Center gebaut. Der Turm ist fast fertig und wird einmal das höchste Gebäude in Manhattan sein. Das Memorial ist relativ schlicht gehalten. Es handelt sich um eine Parkanlage, die mit zwei riesigen viereckigen Löchern versehen ist. Aus den Rändern dieser Löcher strömt in großen Mengen Wasser und versinkt in der Mitte der Löcher.
Bei den Löchern handelt es sich um die ehemaligen Fundamente der Twin Tower, also derjenigen Türme, die durch die Flugzeugeinschläge zum Einsturz gebracht wurden. Demnächst wird auf dem Gelände auch noch ein Museum eröffnet, was einige der Originalstahlträger der Twin Tower enthält.

Tolle Architektur

Das Flatiron Building
In New York findet man einige der ungewöhnlichsten Gebäude auf dieser Welt. Neben dem Empire State Building und dem Chrysler Building hat uns vor allem das Flatiron Building gefallen, das eines der Wahrzeichen New Yorks ist. Die ungewöhnliche Keilform macht das Gebäude zu einem besonderen Anblick. Aber auch das berühmte Guggenheim Museum hat uns architektonisch beeindruckt. Sowohl von innen als auch von außen. Die schneckenförmige Anordnung der Gehwege macht das Gebäude zu einer idealen Kunstgalerie, bei der man im Vorbeigehen, die Bilder genießen kann. Leider sagten uns die dort ausgestellten Picassos nicht so zu, aber dafür kann ja das Gebäude nichts.

Man kann noch sehr viel und lange über New York berichten. Diese Stadt ist nicht umsonst so eine Art Prototyp der Weltstadt. Hier gibt es einfach alles. Von bieder bis absolut schräg ist wirklich alles dabei. Auch der berühmte Times Square erstrahlt nach ein paar Stromproblemen durch Sandy wieder in vollem Glanz. Ein Platz der niemals schläft und niemals dunkel wird. Sowas gibt es nur in New York.
Der Times Square

Freitag, 16. November 2012

Chicago


"kleinere" Flutschäden in New York
In einer wahren Nacht-und-Nebel-Aktion sind wir aus dem durch den Sturm Sandy schwer gebeutelten New York nach Chicago gefahren. Es war nicht ganz so einfach die Stadt zu verlassen, denn der gesamte Busbetrieb ist für eine Weile eingestellt worden. Die Züge fuhren ebenfalls nicht mehr, da alle Bahnstationen in New York unterirdisch sind und aufgrund der Flut, die Sandy mitgebracht hatte, voller Wasser gelaufen sind.
Bei der größten nordamerikanischen Busgesellschaft Greyhound sind die Computer ausgefallen und die gesamten Tickets mussten „von Hand“ ausgestellt werden. Das muss man sich einmal bildlich vorstellen: Da steht man im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in der vielleicht coolsten und hippsten Stadt der Welt und die größte Busgesellschaft der USA muss die Verbindungen und Zeiten in großen Fahrtenbüchern nachschlagen und füllt kleine vorgedruckte Zettel von Hand aus. Es fühlte sich ein bisschen wie Mittelalter an.
"vollelektronische" Bustickets
Nachdem wir aufgrund des Chaos - wie viele andere auch – die Nacht in der sehr komfortablen Busstation verbracht hatten, traten wir unsere 18stündige Busfahrt nach Chicago an, mit umsteigen in Cleveland. Die Busse waren sehr bequem und hatten sogar funktionierendes WLAN an Board – kostenlos! Außerdem konnte man seine Elektrogeräte aufladen. Da es in New York ja zu großen Teilen keinen Strom gab – purer Luxus!

Oak Park

Nachdem wir in Chicago angekommen waren und die erste Nacht in einem kleinen Hostel verbrachten, in dem wir eigentlich nichts anderes gemacht hatten als Schlaf nach zu holen, hatten wir das große Glück bei einem sehr netten Menschen unter zu kommen, der in Forest Park, einem Vorort von Chicago, wohnt. Er hatte die U-Bahn mehr oder weniger vor der Haustür und wir konnten somit leicht jeden Tag in die Innenstadt fahren. Eine super Sache.
Haus im Prärie-Stil
Unser Gastgeber Tom hatte auch jede Menge tolle Tipps für uns. Er hat regelmäßig Gäste über CouchSurfing und war bestens ausgestattet mit Karten und Informationen. Gleich am ersten Tag führte er uns durch den Nachbarort Oak Park, in dem ein paar sehr interessante Häuser stehen. Oak Park ist bekannt für den Architekten Frank Lloyd Wright, der dort Ende des 19. Jahrhunderts den sogenannten „Prärie-Stil“ kreierte. Einige seiner Häuser stehen in Oak Park. Seine Architektur ist gekennzeichnet durch gerade, symmetrische Linien und oft wurde das Haus nicht nur von außen, sondern auch von innen von Frank Lloyd Wright entworfen. Besonders interessant finde ich die Idee, den Eingang eines Hauses nicht – wie sonst üblich – klar sichtbar in der Mitte des Gebäudes zu platzieren, sondern etwas versteckt an der Seite. Dazu kommt, dass der Weg dorthin (zB durch den Vorgarten) nie direkt sondern immer außen herum oder verschlungen ist. Damit soll erreicht werden, dass der Besucher das Haus nicht einfach betritt sondern die Architektur und Schönheit sozusagen „entdeckt“.
Außerdem gibt es noch das Geburtshaus von Ernest Hemingway und als besonders bemerkenswertes Gebäude den „Unity Temple“ der Unity Church in Oak Park.

Eine tolle Stadt

Chicago im Herbst
Tja, was soll man lange drum herum reden: Chicago ist toll. Es gibt viele tolle Museen – vor allem das weltberühmte Art Institute of Chicago (das wir auch besucht haben) – Jazz, Blues, Swing usw. wurden hier erfunden oder weiter entwickelt und das Chicago Symphony Orchestra gehört zu den besten der Welt. Chicago ist definitiv eine Kulturstadt.
Sie gilt außerdem als die Geburtsstadt der Wolkenkratzer. Die vielen Hochhäuser aus den verschiedensten Architekturepochen zeugen von einem positiven Wettbewerb unter den Architekten. Hier werden die Häuser nicht einfach lieblos hin geklatscht. Nein. Jeder versucht ein besonders tolles und außergewöhnliches Gebäude zu errichten. Das führt dazu, dass viele der Gebäude absolut einmalig sind. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus, wenn man die vielen tollen Gebäude sieht. Als Krönung liegt Chicago dann ja auch noch an einem der größten Seen dieser Erde – dem Lake Michigan. Gigantisch wie ein Ozean erstrecken sich die endlosen Süßwasserfluten über den Horizont. Es ist kaum zu glauben, dass es sich hierbei um einen See und eben nicht um ein Meer handelt.

Wir können nur jedem empfehlen sich Chicago mal aus der Nähe anzuschauen. Es lohnt sich definitiv. Für die Art-Gallerie mit Bildern von so unbedeutenden Künstlern wie Monet, Chagall, Picasso oder Dalí sollte man einen ganzen Tag einplanen.

Da wir nach langer Zeit mal wieder Zug fahren wollten, haben wir uns ein Ticket von Chicago nach Washington D.C. gekauft. Die Züge in den USA sind bequem, aber langsam. Fast 24 Stunden dauerte die Fahrt in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Aber allemal besser als 19 Stunden Bus fahren.

Freitag, 2. November 2012

Sandy in New York


Hier ein kurzer Sondereintrag zum Thema „Sandy“ an der Ostküste der USA. Wie die meisten sicherlich wissen, sind wir inzwischen wieder in den USA – genauer gesagt im Raum New York. Erst nachdem wir dort angekommen waren, haben wir vom Sturm „Sandy“ erfahren und anfangs war auch eher von „besonders schlechtem Wetter“ die Rede. Die Ausmaße, die das annehmen würde, konnte keiner so richtig ahnen. Dass die US-Medien gerne Dinge überdramatisieren, hat auch wenig dazu beigetragen die Situation vernünftig einschätzen zu können.
Als dann aber klar war, dass Sandy nicht nur ein „bisschen Wind“ machen würde, war es schon zu spät. Es gab praktisch keine Möglichkeit mehr den Großraum New York zu verlassen. Außerdem: Wo genau hätten wir hinfahren sollen? Washington und Philadelphia lagen – wie sich erst später heraus stellte – sogar direkt im Auge des Sturms. Da der Sturm nach Norden zog, war das auch die falsche Richtung. Blieb eigentlich nur nach Westen. Da der Sturm aber über 1500 km breit war, hätte man schon nach Chicago gemusst, um den Sturm zu entfliehen. Wir haben beschlossen zu bleiben, denn sich nach New York zu begeben – von wo die Busse fahren – und dann womöglich aus Manhattan nicht mehr nach Jersey City zu kommen, das wär das schlimmste gewesen, was hätte passieren können.
Wir hatten wir das Glück privat in Jersey City unter zu kommen. Bei uns war der Sturm auch bei weitem nicht so schlimm, wie in der nur ein paar km entfernten Stadt Hoboken, die direkt am Hudson River gegenüber von New York City liegt. Um euch das Ausmaß live vor Augen zu führen, hier ein paar Bilder, die ich in der unmittelbaren Nachbarschaft einen Tag nach dem Sturm gemacht habe. Man ist praktisch aus der Haustür getreten und hat die Schäden vorgefunden.

Zerstörtes Haus in Jersey City

Zerstörte Straßenlaterne

Auf ein Auto gestürzter Baum

Autos in Hoboken






Der Basketballplatz einer Schule

Eines der größten Probleme nach wie vor ist die Stromversorgung. Das liegt zu einem  Großteil daran, dass diese überirdisch verläuft.

Oberleitungen überall in Jersey City
Ich hatte übrigens das seltene Vergnügen mit Jürgen Domian in seiner  Sendung Domian über den Hurrikan Sandy zu sprechen. Wer es sich anhören möchte, kann die ganze Sendung hier als MP3 kostenlos herunter laden. Ich bin gleich der erste Anrufer. Derzeit sind wir auf dem Weg nach Chicago und werden wohl auch bald ankommen. Aber dazu an entsprechender Stelle mehr.