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Dienstag, 13. November 2012

Mexiko – Das Fazit


Wenn man an Mexiko denkt, dann denkt man an Sonne, Strand, Sombreros, Tacos und natürlich Chili. Allerdings fallen einem auch Drogen, Gewalt und allerhand tropische Krankheiten ein. Um es kurz zu machen: Alle diese Assoziationen sind wahr – ausnahmslos. Allerdings muss man bei der Beurteilung eines solch riesigen Landes wie Mexiko ein wenig genauer hinschauen, bevor man es allgemein als „extrem gefährlich“ einstuft.



Yucatán

Wir waren ausschließlich auf der Yucatán Halbinsel. Diese Region gilt als weitestgehend sicher. Natürlich gibt es auch hier Kriminalität, aber wo gibt es die nicht? Die mexikanische Regierung bemüht sich sehr, die Sicherheit in den Urlaubsorten Cancún und Playa del Carmen hoch zu halten. Sie weiß genau, dass der Tourismus viel Geld ins Land bringt und die reichen Nordamerikaner weg bleiben würden, wenn dort Schießereien und Raubüberfälle an der Tagesordnung wären. Wir haben uns jedenfalls zu keiner Zeit unsicher gefühlt, wachsam waren wir dennoch. Das Problem in Mexiko ist nämlich auch, dass die Polizei oft wenig hilfreich ist. Es gibt viele korrupte Polizisten und wir haben einige Geschichten gehört von Leuten, die aus irgendwelchen völlig skurrilen Gründen 1000 oder 2000 Pesos (100 Pesos = 6 Euro) zahlen mussten. Dies sind in der Regel frei erfundene „Gebühren“, die direkt in die Tasche des jeweiligen Polizisten landen. Wir hatten allerdings nie Berührung mit der Polizei und sind weder betrogen noch beraubt worden. Uns wurden nicht einmal Drogen angeboten, was sonst so ziemlich jedem Touristen in Mexiko passiert. Vielleicht sieht man uns einfach an, dass wir brave, ehrbare und gesetzestreue Bürger Mitteleuropas sind.
Tolle Natur
Wo man übrigens möglichst nicht hinfahren sollte ist die Region nördlich von Mexiko City. Dort herrscht seit Jahrzehnten ein Drogenkrieg zwischen verschiedenen Mafia-Gruppierungen. Dort sind nach Angaben auf Spiegel Online in den letzten zehn Jahren mehr als 60.000 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. Es gibt nettere Orte für einen Abenteuerurlaub.

Sonne, Strand, Kultur

Yucatán bietet wirklich alles, was man von einem Urlaub erwartet: Es gibt traumhafte karibische Strände, ganzjährig tropisch warme Temperaturen, viele Restaurants, Bars, Clubs usw. und man kann mit den fantastischen Maya-Ruinen von Chichén Itzá, Tulum, Palenque etc. sogar jede Menge Kultur sehen. In Merida gibt es zudem auch noch viele Museen und Ausstellungen. Mexiko City haben wir zwar nicht besucht, uns wurde aber berichtet, dass diese Stadt nicht nur Gewalt sondern auch sehr viel Kultur und Architektur zu bieten hat. Auch sie könnte also mal einen Besuch wert sein.

Essen – eine Frage des Geschmacks

leckerer Nachtisch - leider nicht mexikanisch
Gespannt waren wir natürlich auf das Essen. Tacos, Burritos, Chili – die mexikanische Küche hat viel zu bieten. Dachten wir. Leider sieht die Realität ein wenig anders aus. Zunächst einmal muss man wissen, dass das Essen, was wir Mitteleuropäer als „mexikanisch“ kennen, das sogenannte „TexMex“-Essen ist. „TexMex“ wurde von Mexikanern in den USA erfunden – so ähnlich wie der Döner Kebap von Türken in Deutschland erfunden wurde. Das meiste Zeug, was wir unter „mexikanischem Essen“ verstehen, ist in Mexiko völlig unbekannt oder wurde erst wegen der vielen Touristen nachträglich dort eingeführt. 
Die echte mexikanische Küche sieht eigentlich völlig anders aus. Natürlich gibt es Nachos und Tortillas, aber ansonsten gibt es wenig Gemeinsamkeiten mit „TexMex“. Die echte mexikanische Küche stammt zum Teil noch aus der Maya-Zeit und beinhaltet zum Teil sehr skurrile Zutaten und Gewürze. Leider haben wir keine „echte“ mexikanische Küche probieren können, denn immer wenn wir so etwas bestellt haben oder man uns eingeladen hat, das zu probieren, war es extra für Europäer aufbereitet. Für gewöhnlich essen die Mexikaner nämlich unheimlich scharf. Wenn sie nun aber für Leute kochen, die nicht so scharf essen, lassen sie oft einfach die Gewürze weg oder machen so wenig rein, dass es schlicht nach nichts schmeckt. Wir hatten öfters original mexikanische Küche, die einfach nach nichts schmeckte. Vermutlich hätten wir das aber nicht essen können, wenn sie es gewürzt hätten, wie sie es gewohnt sind. Ein typisches Problem in Ländern, in denen gerne scharf gegessen wird: Man bekommt als Mensch mit weißer Hautfarbe in der Regel nur Touristenfraß, weil die Einheimischen wissen, dass man das echte Essen gar nicht essen kann. Sehr schade, aber in diesem Fall leider nicht zu ändern. Sollten wir aber noch einmal nach Mexiko reisen, werden wir versuchen in einem weniger touristischen Ort mal richtiges mexikanisches Essen zu bekommen.

Insgesamt hat uns Mexiko aber sehr gut gefallen. Es ist ein schönes Land mit viel Natur und einer sehr alten und sehr interessanten Kultur. Ich kann nur jedem empfehlen mal einen Urlaub dort zu verbringen. Yucatán ist sicher und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nicht weit voneinander entfernt. Selber Auto fahren würde ich dort aber nicht. Der Verkehr ist nicht schlimmer als in Europa, aber die Gefahr von der Polizei angehalten zu werden, weil man irgendeine Gebühr bezahlen soll, ist relativ groß. Ich empfehle die sogenannten erste Klasse Busse. Die sind preiswert, sicher und extrem komfortabel. Aber natürlich bieten die meisten Reiseveranstalter auch komplette Touren oder Tagesausflüge an. Uns hat es jedenfalls gefallen und wir wollen gerne wieder hin!

Natürlich gibt es auch eine Highlight Galerie für Mexiko mit den schönsten Bildern.

Samstag, 3. November 2012

Playa del Carmen



Der Strand von Playa del Carmen
Die meiste Zeit in Mexiko haben wir in dem kleinen Touristenort Playa del Carmen verbracht. Aufgrund des stetig wachsenden Tourismus in Mexiko ist Playa del Carmen die am schnellsten wachsende Stadt in ganz Mexiko. Lebten hier Ende der 70er Jahre nur ein paar hundert Menschen, sind es inzwischen über 100.000. Die Infrastruktur ist entsprechend neu und sehr gut ausgebaut. Viele US-Amerikaner und Kanadier machen hier Urlaub oder überwintern sogar. Aber natürlich kommen auch viele Touristen aus Europa hierher. Dass die Nordamerikaner aber die Hauptzielgruppe sind, erkennt man vor allem daran, dass man fast überall auch mit Dollar bezahlen kann.

Wir hatten uns Playa del Carmen ursprünglich aus einem rein praktischen Grund ausgesucht: Hier waren die Sprachschulen günstiger als in Cancún. Viele haben uns auch geraten eher dort hin zu fahren, weil das einfach netter sei als Cancún. Wir können das nicht beurteilen, da wir von Cancún letztlich nur den Flughafen kennen gelernt haben.

¿Habla español?

Intensive Spanischstudien
Die ersten zwei Wochen unseres insgesamt sechswöchigen Aufenthaltes in Mexiko haben wir mit dem Spanischkurs verbracht. In einer komfortablen Dreiergruppe haben wir intensiv Spanisch gelernt. Hilfreich war dabei, dass wir bereits in Deutschland einen Spanischkurs besucht hatten. Somit mussten wir nicht im absoluten Anfängerkurs starten. Ebenfalls von Vorteil waren unsere verbesserten Englischkenntnisse, denn wenn die Bedeutung eines Wortes geklärt werden musste, wurde das auf Englisch getan. Dabei haben wir gelernt, dass es Worte gibt, die es nur in einer oder in zwei der Sprachen gibt, aber nicht in allen dreien. Oder kennt jemand von euch das englische Wort für „Gesprächspartner“? Es ist „interlocutor“, aber selbst die Muttersprachler im Englischen kannten es nicht. Vermutlich ein wenig gebräuchliches Wort.

Ruhiges Strandleben

Typische Straße in Playa del Carmen
Wenn wir keinen Kurs besucht haben, haben wir die Gemütlichkeit unseres Hostels genossen und haben gelegentlich die Nähe zum tollen Strand in Playa del Carmen genutzt. Zudem war es ganz interessant in einem Hostel zu sein, wo nicht hauptsächlich Touristen ihr Unwesen treiben, sondern viele Mexikaner unter gekommen sind, die nach einem Job in Playa Ausschau halten. Dadurch gab es nicht ständig neue Leute sondern es konnte sich eine familiäre Atmosphäre heraus bilden. Da viele Mexikaner wenig oder gar kein Englisch sprechen hat das wenige Spanisch, was wir gelernt haben oder bereits konnten, geholfen. Einige der Mexikaner nutzten die Gelegenheit ihre Englischkenntnisse zu verbessern. 

Unsere Residenz
Aufgrund des veränderten Zeitplans unserer Reise hatten wir deutlich mehr Zeit in Mexiko. Für uns ein Glücksfall, denn in Mexiko konnten wir günstig wohnen und mal so richtig ausspannen. Wir hatten ein tolles Zimmer mit Balkon und viel Platz für uns. Wir haben also eigentlich das gemacht, was alle Europäer in Playa del Carmen machen: Urlaub. Es war toll.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Tulum

Der Strand von Tulum
Tulum ist ein kleiner Badeort ca. 50km südlich von Playa del Carmen. Der Ort an sich ist wenig spannend und zudem auch ordentlich teuer. Er liegt auch - anders als Playa del Carmen - nicht direkt am Meer. Wohnt man in der Innenstadt von Tulum, so muss man etwa 45 Minuten laufen, bis man am Strand angekommen ist. Nicht sehr bequem. Der Strand entschädigt aber für fast alles. Er ist einfach traumhaft. So wie man sich die Karibik vorstellt. Am Strand gibt es auch zahlreiche sehr hübsche Hotels. Nicht solche Klotzbauten, wie man sie in der Regel in Europa oder den USA findet, sondern Resorts, die viele kleine gut ausgestattete Hütten haben und sehr hübsch zwischen Palmen gelegen sind. Vermutlich ein netter Ort für einen Pauschalurlaub.

Tolle Ruinen

Ruinen von Tulum
Das eigentliche Highlight in Tulum sind aber ganz klar die Ruinen. Zwar sind diese historisch weniger bedeutend als beispielsweise Chichén Itzá, aber es sind die einzigen Maya-Ruinen am Meer. Tulum diente den Maya vor allem als Handelsumschlagplatz. Es kamen Schiffe mit Waren aus Guatemala und Belize. Die Ruinen sind einfach traumhaft schön, sehr gut gepflegt und bildeten für uns den glorreichen Abschluss unserer Yucatán-Rundreise. Ich will gar nicht zu viel schreiben, denn die Bilder sprechen hier ganz klar für sich.

Nach Tulum sind wir zurück nach Playa del Carmen gefahren, wo auch ein Teil unseres Gepäcks eingelagert war. Zu Playa del Carmen wird es in Kürze ebenfalls noch einen Blogeintrag geben. 
Die Schönheit Tulums. Toll, oder?

Samstag, 13. Oktober 2012

Uxmal und Chichén Itzá


Große Pyramide von Uxmal
Uxmal gehört zu diesen nicht ganz so stark besuchten Ruinenstädten der Maya. Etwa 80km südlich von Mérida gelegen, machten wir einen Tagesausflug dorthin. Anders als „gewöhnliche Touristen“ nahmen wir aber keine komplette Tour, sondern den normalen Linienbus – eine durchaus problemlose und kostengünstige Variante.

Rekonstruierte Städte

Uxmal zeichnet sich gegenüber anderen Ruinenstädten in Mexiko dadurch aus, dass hier viele Gebäude zu großen Teilen wieder aufgebaut und rekonstruiert wurden. Eigentlich mag ich es ja nicht so, wenn Ruinen wieder aufgebaut werden, weil da auch viel verfälscht wird und man nie genau weiß, was eigentlich Original und was Rekonstruktion ist. In Mexiko gibt es aber massenhaft unangetastete Ruinen und es ist mal interessant zu sehen, wie die Maya-Städte früher wohl ausgesehen haben.
Der Gouverneurspalast
Wir hatten das Glück, dass es sehr leer war, als wir dort waren und sich die paar Touristen dann doch ziemlich gut auf das große Areal verteilt haben.

Heimliche Stars

Heimliche Stars der Anlage sind aber nicht die Ruinen sondern die vielen Leguane. Die gibt es dort wirklich in Massen. So wie bei uns Kaninchen in öffentlichen Parkanlagen. Ich dachte ja immer, dass man dazu in irgendeine verlassene Dschungelgegend fahren muss. Aber nein. Die gibt es in allen Größen und sie sind auch nicht sehr scheu. Da sie auch nicht extrem schnell sind, kann man sie sehr gut beobachten. Die größten Tiere, die wir gesehen haben, werden eine Größe von 50cm erreicht haben. Sehr ordentlich.
Leguan in Uxmal

Chichén Itzá

Die nächste Station, nach Mérida war dann ein besonderes Highlight: Die berühmte Ruinenstadt von Chichén Itzá. Hier steht eine der größten bekanntenMaya-Pyramiden der Welt. Sehr eindrucksvoll. Toll ist aber auch der größte bekannte Ballspielplatz Zentralamerikas. Die Maya haben eine Art rituelles Ballspiel gespielt, bei dem ein Ball durch einen schmalen Ring hindurch geworfen werden musste. Der Ball durfte dabei weder mit den Armen noch mit den Beinen berührt werden. Erlaubt waren lediglich Schultern, Brust und Hüfte.
Große Pyramide in Chichén Itzá
Anders als in Uxmal war es in Chichén Itzá trotz Nebensaison sehr voll. Zudem gibt es dort unzählige Händler, die einem etwas verkaufen wollen. Also nicht etwa VOR der Anlage am Eingang, nein direkt IN der Anlage. Das wäre in etwa so, als würde man im Pergamon-Museum in Berlin direkt vor dem Pergamon-Altar Marktstände aufbauen. Und die machen dann auch massenhaft Krach. Die verkaufen nämlich unter anderem so komische Pfeifen, mit denen man das Fauchen eines Jaguars nachahmen kann. Beim ersten mal eine lustige Sache. Wenn du aber zwei Stunden lang angefaucht wirst, findest du das nicht mehr so komisch.

Der Ballspielplatz
Auf jeden Fall sind aber sowohl Uxmal als auch Chichén Itzá absolut sehenswert. Da Chichén Itzá ziemlich zentral auf der Yucatán-Halbinsel liegt, ist es eigentlich immer gut zu erreichen.
Wir sind am selben Tag noch weiter nach Tulum gefahren. Dort liegen die einzig bekannten Maya-Ruinen am Meer. Davon aber beim nächsten mal mehr.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Campeche und Mérida

Das Spiel Pirates!

Als ich jung war (eine Zeit, die heute in Geschichtsbüchern als "90erJahre" bezeichnet wird) habe ich gerne und viel Computerspiele gespielt. Eines meiner Lieblingsspiele war Pirates! Heute ein Klassiker. Man schlüpfte dabei in die Rolle eines Piraten und konnte in der Karibik nach Herzenslust rauben und brandschatzen. Neben Schiffen konnte man auch Städte angreifen und ausrauben. Eine Stadt, die es sich aufgrund ihres Reichtums besonders lohnte zu erobern war Campeche. Da ich diese Stadt vor dem Rechner in unzähligen Schlachten dem Erdboden gleich gemacht hatte, war ich gespannt, wie die Stadt, deren Altstadt heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist, denn tatsächlich aussieht.

Alte Kolonialstadt

Die Kathedrale von Campeche
Campeche ist eine typische Kolonialstadt. In der historischen Altstadt gibt es einen zentralen Platz mit einer riesigen Kathedrale und mehreren imposanten Gebäuden. Das tolle an der Stadt ist aber, dass die Straßen sehr sauber und gepflegt wirken. Die Häuser werden abends sehr eindrucksvoll von vielen in den Boden eingelassenen Lichtern angestrahlt. Wirklich sehr hübsch. Allerdings wirkt die Altstadt tagsüber auch ein wenig verlassen, da man kaum Menschen auf der Straße sieht. Gewohnt haben wir übrigens im „Hostal Pirata“ - also im Piratenhostel. In der Innenstadt gelegen und mit einigem Piraten-Equipment ausgestattet.
Insgesamt ist Campeche auf jeden Fall eine Reise wert, aber länger als zwei Tage sollte man dort nicht verbringen. Die Altstadt ist zwar schön, aber auch in einem Tag abgelaufen. Die moderne Stadt außen herum ist eher hässlich. Campeche liegt zwar am Meer, hat aber leider keinen Strand, was den Tourismus doch stark eindämmt. Wer aber ein bisschen „Kolonialluft“ schnuppern möchte, der sollte der Stadt auf jeden Fall einen Besuch abstatten.
Straßenzug in Campeche bei Nacht
















Mérida

Kathedrale von Mérida
Von Campeche aus ist es nur eine etwa vierstündige Fahrt nach Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Sie ist ebenfalls eine alte Kolonialstadt, aber durch ihre Größe dann doch völlig anders als Campeche. Mérida ist bezogen auf die Einwohner mehr als dreimal so groß wie Campeche. Die historische Innenstadt in Mérida ist – anders als in Campeche – auch tatsächlich Wohn- und Einkaufsbereich für die Einwohner. Dementsprechend sind die Straßen und Häuser leider auch deutlich abgenutzter und nicht so gepflegt wie in Campeche.
Wir hatten das Glück in Mérida zwei Tage privat bei Einheimischen unter kommen zu können. Daniela stammt aus einer Stadt südlich von Mexico City und Mauricio kommt aus Venezuela. Es hat Spaß gemacht mit den beiden ein wenig zu quatschen und einen kleinen Einblick in den Alltag von Mexikanern zu erhalten. Da die beiden allerdings ein wenig außerhalb von Mérida wohnen, sind wir nach zwei Tagen in ein Hostel in der Innenstadt gezogen, um diese besser erkunden zu können. Das spannendste war in dieser Zeit allerdings das Wetter. Es hat zum Teil sintflutartig geregnet und die Straßen komplett überschwemmt. Etwas ähnliches haben wir in dieser Form noch nicht erlebt.
Kleine Pfütze in Mérida

Mérida und Campeche sind auf jeden Fall einen Besuch wert, allerdings jeweils nur zwei bis drei Tage. Von Mérida aus haben wir auch einen Tagesausflug nach Uxmal gemacht. Aber dazu folgt demnächst ein eigener Blogeintrag.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Palenque


Tempel in Palenque
Bevor wir so richtig mit dem Rumreisen in Mexiko begonnen haben, sind wir zwei Wochen in der kleinen Stadt Playa del Carmen, 70km südlich von Cancún, geblieben. Dort haben wir einen Spanisch-Kurs besucht, um uns in Lateinamerika besser bewegen zu können. Da wir am Ende der Mexiko-Rundreise nach Playa del Carmen zurück kehren werden, wird es dazu noch einen extra Blogeintrag geben.

Freude am Reisen

So schön es auch mal wieder war länger an einem Ort zu bleiben, so sehr freuten wir uns auch aus dem Ort heraus zu kommen. Immerhin gibt es auf der Yucatán-Halbinsel viele tolle Ruinenstädte der Maya, die unbedingt von uns besucht werden wollten.
Blick über Palenque
In Mittel- und Südamerika reist man mit dem Bus. Die Busse sind zum Teil enorm gut ausgestattet. Mit Boardentertainment, Toiletten und in einigen Luxusbussen kann man einen Sitz sogar richtig zu einem Bett umformen. Etwas ähnliches habe ich in Europa noch nicht gesehen. Sehr beeindruckend und vor allem bequem. Da man in Mexiko problemlos mal 12 oder 16 Stunden, zum Teil auch über Nacht, in Bussen verbringt, ist es natürlich ausgesprochen angenehm auch ein wenig schlafen zu können. Selbst ich, der in Bussen und Flugzeugen normalerweise nicht schlafen kann, konnte ein wenig Ruhe finden.

Willkommen im Dschungel

Unser erstes Ziel waren die Ruinen von Palenque. Dort angekommen haben wir direkt an der Busstation Franziska kennen gelernt. Franziska hat mal sieben Monate in Mexiko gelebt und gearbeitet und spricht somit ein wenig Spanisch. Zumindest mehr als wir. Außerdem war sie mit einem alten Freund verabredet, der Mexikaner ist und sehr gut Englisch spricht. Wir haben spontan beschlossen alle ins gleiche Hotel zu ziehen und die zwei Tage gemeinsam zu verbringen.
Wasserkaskade im Dschungel von Palenque
Nach ein paar Irrungen und Wirrungen wegen des Hotels landeten wir in einem Dschungel-Hotel. Wir hatten eine kleine Cabaña (spanisch für "Hütte") für zwei Personen mit eigenem Badezimmer. Um uns herum war komplett Dschungel. Und zwar so, wie man sich Dschungel auch so vorstellt. Einfach toll.

Maya Ruinen

Vom Hotel aus konnte man direkt zu den berühmten Ruinen laufen. Um es kurz zu machen: Palenque ist toll. Es mag nicht die größte Maya-Stadt sein, aber durch ihre Lage im Dschungel hat sie ein ganz besonderes Flair. Geradezu fantastisch sind die Wasserfälle und Kaskaden, die sich um die Ruinen herum im Dschungel befinden. Ich will eigentlich gar nicht so viel über die Ruinen erzählen. Schaut euch am besten die Bilder an, die definitiv für sich sprechen.

Die Grabplatte von Palenque

Die Grabplatte von Palenque
In Umgebung der Ruinen befindet sich ein kleines Museum, das als Highlight die berühmte Grabplatte von Palenque beinhaltet. Sie befand sich ursprünglich im Tempel der Inschriften und zeigt den Maisgott der Maya. Die genaue Bedeutung des Reliefs ist allerdings unbekannt und hat den Forschern viele Rätsel aufgegeben. Der schweizer Hobbyarchäologe und Vertreter der Prä-Astronautik Erich von Däniken glaubt in ihr eine Abbildung einer Raumkapsel zu sehen.

Agua azul und Misol-ha

Misol-Ha
Etwa eine Autostunde von Palenque entfernt befinden sich der Wasserfall Misol-Ha und die Wasserkaskaden Agua azul.
Misol-Ha ist ein 30 Meter hoher Wasserfall, der sogar von hinten betrachtbar ist, da sich dahinter eine Art Höhle befindet. Agua azul ist ein extrem touristisches Ziel, allerdings auch extrem schön. Es handelt sich um Wasserkaskaden, also um eine besondere Form des Wasserfalls, bei dem das Wasser über Steine fließt. Ein wirklich fantastisches Naturschauspiel.

Agua azul
Wir hatten viel Spaß in Palenque mit Franziska und ihrem Freund Tulio. Dschungel, Wasserfälle, alte Maya-Kultur und abends im Restaurant Live-Musik und eine Feuershow. Was will man mehr?