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Mittwoch, 17. April 2013

Weltreisestatistiken

Wenn man so eine lange Reise unternimmt, kann man auch sehr viele Statistiken sammeln. Das ist auch ein sehr beliebter Sport in Reiseforen. Dort gibt es die wahnwitzigsten Statistiken. Eine der umfangreichsten Statistiken zu einer Weltreise gibt es hier. 

Unsere Statistik fällt ein wenig übersichtlicher aus, aber ein paar interessante Daten sind auf jeden Fall dabei. Außerdem kann man sich da einen ganz guten Überblick verschaffen, was eine Langzeitreise so ausmacht. Über die Finanzen habe ich ja bereits in diesem Blogpost genau berichtet. Hier also die restlichen Zahlen:






Transport

Zurückgelegte Kilometer in der Luft: 64.017 km
Zurückgelegte Kilometer an Land: ca. 35.500 km
Zurückgelegte Kilometer auf dem Wasser: ca. 400 km

Folgende Transportmittel wurden benutzt: 
Flugzeug, Taxi, Fahrstuhl, Bus, Fähre, Motor-Roller, Taxi-Boot, Metro, Fahrrad, Zug, Ausflugsboot, Straßenbahn, Angel's Flight, Motor-Rikshah, Auto, Fahrrad-Rikshah, Seilbahn, beide Füße und Rolltreppen

Beste Airline: New Zealand Airlines kurz vor Thai Airways
Schlechteste Airline: United Airlines

Längste durchgehende Busfahrt: 21 Stunden von Lima nach Cusco in Peru
Längste durchgehende Bahnfahrt: 27 Stunden (inkl. 45 Minuten Verspätung) von Chengdu nach Guilin in Südchina.
Längster Flug: Buenos Aires – München (eigentlich Frankfurt, aber wir wurden umgeleitet) insgesamt 14 Stunden (inkl. Verspätung wegen der Umleitung)

Übernachtung

Anzahl der Tage im Ausland: 335

Anzahl Nächte in Transportmitteln (Bussen, Bahnen etc.): 30
Anzahl Nächte in Hostels: 222
Anzahl Nächte Couchsurfing: 63
Anzahl Nächte im Zelt: 6
Anzahl Nächte im Auto: 11
Anzahl Nächte auf Flughäfen: 3

Teuerstes Hostel: Boston mit 40$ pro Nacht und Person in einem 8er-Mehrbettzimmer

Orte

Besuchte Länder: 11
Anzahl der Zeitzonen: 14


Höchster bereister Punkt: Cusco, Peru mit 3416 m über NN. Allerdings sind wir bei der Anreise nach Macchu Pichu über einen Pass gefahren, der sogar über 4000 m lag. Aber wir sind eben nur vorbei gefahren.

Niedrigster bereister Punkt: Death Valley, ca. 10m unter NN

heißester Ort: Death Valley mit 52° Celsius
kältester Ort: New York mit 0° Celsius Tageshöchstemperatur
windigster Ort: eigentlich Ushuaia auf Feuerland in Argentinien, aber wir waren während des Wirbelsturms „Sandy“ in New York. Da war es deutlich windiger.

Gesundheit und Hygiene

Längste Anzahl an Tagen ohne Dusche: 5

Anzahl an Arzt- oder Krankenhausbesuchen: 3 (1x Marco in Shanghai, jeweils 1x Claudia in Sydney und in Auckland), aber keine Sorge, es war jeweils nur zur Absicherung.

Selbstverständlich hatten wir auch immer wieder mit Reisedurchfall zu kämpfen. Dazu kommen noch einige Tage, in denen wir Schnupfen hatten bzw. irgendwie erkältet waren. Insgesamt ging es uns aber gut.

Equipment

Anzahl geschossener Fotos: 13.212
Anzahl aufgenommener Videos: 92

Gewicht Gepäck Marco: 18kg
Gewicht Gepäck Claudia: 15kg

Kein Hemd, keine Hose oder Schuhe mussten irgendwie ersetzt werden. Unser Equipment hat top durchgehalten. Das hätten wir selbst nicht gedacht!



Mittwoch, 10. April 2013

Was kostet eine Weltreise?


Die Frage, was eine Reise um die Welt kostet, ist eine DER zentralen Fragen, die uns schon seit der frühen Planungsphase begleitet hat. Obwohl kaum einer die Frage aus dem Stegreif beantworten kann, hält sie (fast) jeden davon ab, eine solche Reise zu unternehmen. Wir haben nun bekanntermaßen eine solche Reise unternommen und haben auch sehr genau Buch über unsere Ausgaben geführt. Damit sich jeder ein Bild machen kann, was man für eine solche Reise ausgibt und weil Transparenz ja jetzt gerade „in“ ist, haben wir uns entschlossen unsere Kosten bis auf Heller und Pfennig (bzw. Cent und Euro) offen zu legen.

Kleine Anmerkungen

Bevor ich aber die Zahlen in die Welt hinaus posaune möchte ich ein paar Anmerkungen dazu machen, denn unsere Reise ist keinesfalls mit einem „normalen“ Urlaub vergleichbar:

1. Wie ich schon an dieser Stelle und auch an dieser berichtet habe, haben wir auf recht einfachem Niveau gelebt und haben auch nicht jeden Tag massenhaft Geld ausgegeben, wie man das vielleicht in einem „normalen“ Urlaub tun würde. Einige Tage gingen komplett für Planung und Recherche drauf.

2. Wir haben sehr oft – vor allem in den USA – privat übernachtet. Organisiert haben wir diese Übernachtung über Couchsurfing. Das hatte neben dem netten Effekt, dass wir nichts für die Unterkunft bezahlen mussten, auch den Vorteil mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Dadurch haben sich ein paar tolle Freundschaften entwickelt, die hoffentlich auch in Zukunft Bestand haben werden.

3. Wir haben nichts gekauft. Also – natürlich haben wir Dinge auf der Weltreise gekauft, aber fast ausschließlich Lebensmittel. Wir konnten ja nun schlecht in jedem Land Andenken mitbringen. Die hätten wir entweder um die Welt schleppen oder nach Hause schicken müssen. Leider ist das Schicken sehr teuer und kostet ab 20 Euro aufwärts je nach Größe und Gewicht. Von daher haben wir davon nur zwei mal auf der gesamten Reise Gebrauch gemacht.

4. Wir haben kaum irgendwelche „Touren“ gemacht. Wenn wir zu einer Sehenswürdigkeit gefahren sind, haben wir versucht so oft wie möglich den gewöhnlichen öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Das ging auch – bis auf wenige Ausnahmen – sehr gut.

Die Zahlen

Nun aber zu den nackten und ungeschönten Zahlen. Zunächst der durchschnittliche Verbrauch pro Tag für ZWEI Personen aufgeschlüsselt pro Land.



Man muss dazu allerdings auch beachten, dass wir in den Ländern sehr unterschiedlich lang gewesen sind. In Australien waren wir beispielsweise nur etwa zweieinhalb Wochen und sind kaum herum gereist. Es war einfach zu teuer. In Brasilien sind wir viel gereist und dort ist vor allem das Bus fahren teuer. Lebensmittel sind recht günstig – sogar in Rio de Janeiro.

Gesamtübersicht

Gesamtausgaben pro Land für 2 Personen

Dazu kommen 10.198,00 € für die beiden Round-the-World-Tickets der Star Alliance, die alle Flüge enthielten, und 3.818,59 € für diverse Besorgungen im Vorfeld der Reise. Darunter fallen Teile unseres Equipments, die ganzen Impfungen und die Reisekrankenversicherungen. Summa summarum macht das alles zusammen nach Adam Riese und Eva Zwerg sagenhafte

32.945,32 €

Ich denke, der Betrag fällt deutlich geringer aus, als die meisten erwartet haben. Man muss dazu sagen, dass wir auch durchaus noch weniger hätten ausgeben können. Allerdings gibt es dann auch irgendwann eine Grenze, an der es einfach keinen Spaß mehr macht. Man will ja doch mal ein Bier trinken oder ein Eis essen. Nach oben ist die Skala natürlich offen. Mehr ausgeben geht immer. 
Wenn man ganz streng ist, kommen noch etwa 500 Euro drauf, für die Zeit in Deutschland, die schon zu unserer beruflichen Auszeit zählen, in der wir aber noch nicht gereist sind. Es gibt auch noch ein paar Versicherungen in Deutschland (z.B. Berufsunfähigkeit), die weiter liefen und bezahlt werden mussten. Da diese Dinge aber sehr individuell sind, haben wir sie nicht mit in die Statistik aufgenommen. Die knapp 33.000 Euro sind also der Wert, den wir für unseren Auslandsaufenthalt benötigt haben.

Ich freue mich sehr auf eure Reaktionen. Habt ihr mit diesem Betrag gerechnet? Kommt euch das zu viel oder zu wenig vor? Sagt mir eure Meinung!


Dienstag, 2. April 2013

Heimkehr



Seit dem 12. März sind wir wieder in Deutschland, aber erst am 31.03. (also Ostersonntag) sind wir in Weinheim - unserem Wohnort – angekommen. Grund für diese „Verspätung“ war eine kleine Rundreise durch Deutschland, bei der wir ein paar Freunde und natürlich unsere Familien besucht haben. Rundreise deshalb, weil unsere Familien in Berlin und dem Rheinland verstreut sind.




Ankunft in Weinheim

In Weinheim angekommen haben wir eine Wohnungsübergabe mit unserem Untermieter gemacht, der nun nach Mannheim zieht. Das ging alles recht problemlos. Nur um einen kleinen Schaden an einem Zulaufschlauch zur Spüle müssen wir uns kümmern. Das ist aber Sache unseres Vermieters.
Wir waren jedenfalls heilfroh – endlich – zu Hause zu sein. Für uns endete die Weltreise also tatsächlich erst am 31.03.2013, denn erst dann waren wir wieder in unserer Wohnung. Da wir die Wohnung am 30.03.2012 übergeben hatten, sind wir – wenn man von Haustür zu Haustür rechnet – exakt 366 Tage unterwegs gewesen. Davon aber natürlich vier Wochen in Deutschland.

Wie geht es weiter?

Unser komplettes Gepäck bei der Heimfahrt
Die Fragen, die sich nun viele stellen, sind „Wie geht es nun weiter?“ oder „Wann gibt es endlich alle Bilder zu sehen?“. Zunächst einmal müssen wir uns hier in Deutschland wieder einrichten. Zwar ist unsere Wohnung kein Problem, denn wir haben sie möbliert vermietet und wir mussten nur unsere Klamotten rein legen, aber es gibt ja noch viel zu regeln (z.B. mein „Lieblingsthema“ Versicherungen) und natürlich müssen wir uns uns auch erst mal wieder ein leben.

Auf jeden Fall wird dieser Blog nicht geschlossen werden. Es handelt sich ja nicht um einen reinen Weltreise- sondern um einen mittlerweile ausgewachsenen Reiseblog. Und da Claudia und ich auch in Zukunft reisen werden – zum Teil auch einfach nur durch Deutschland – wird es hier sicherlich noch viele tolle Berichte zu lesen geben.

In Bezug auf die Weltreise müssen jetzt erst mal die über 13.000 (!) Bilder auf einem ordentlich großen Bildschirm gesichtet werden. Daraus werden dann mehrere Präsentationen gebastelt, die sich dann alle Freunde und Verwandte angucken müssen – ob sie wollen oder nicht.

Demnächst werden wir auch auf jeden Fall noch Statistiken zur Weltreise und eine Kostenaufstellung veröffentlichen. Seid gespannt! 


Donnerstag, 21. März 2013

Argentinien – Das Fazit


Argentinien war eines der Länder, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe. Tango, die Pampa, Steaks und natürlich Fußball – so stellen sich die Europäer Argentinien vor und eigentlich ist das auch eine recht gute Zusammenfassung des achtgrößten Landes auf dieser Erde. In der spanischsprachigen Welt gelten die Argentinier als arrogant und die, die das „komische Spanisch“ sprechen, denn das argentinische Spanisch besitzt einige Besonderheiten in der Aussprache.



Europa überall

Argentinien gilt als das am stärksten durch Europa geprägte Land Lateinamerikas und das merkt man an vielen Stellen sehr deutlich. Die Sprache ist spanisch, die Küche italienisch und das Aussehen der Menschen kann schon mal eher an kühle Schweden als an heißblütige Latinos erinnern. Die Einwohner Argentiniens stammen zu mehr als 90% von europäischen Einwanderern ab. Darunter neben Spaniern und Italienern viele Waliser, Kroaten und Franzosen. Gerade nach dem 2. Weltkrieg sind auch viele Deutsche nach Argentinien ausgewandert, um entweder zu fliehen oder auch nur um ein neues Leben zu beginnen.
Am stärksten sieht man die europäische Prägung vermutlich in Buenos Aires, der Hauptstadt und dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Argentiniens. Läuft man durch die Straßen der Hauptstadt hat man eigentlich permanent das Gefühl in einem südeuropäischen Land zu sein. Vor allem Italien ist sehr präsent, Pizza und Pasta sind allgegenwärtig. Das Nationalgericht ist aber Asado. Das Wort kennt man in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit Steakhäusern. Es handelt sich dabei um eine sehr traditionelle Art des Grillens, bei der das Fleisch unter eher geringer Hitze sehr lange gegart wird. Das besondere ist, dass das Fleisch dadurch sehr zart wird und man es sogar mit einem Löffel vom Knochen abschaben könnte. Diese traditionelle Form wird aber heutzutage eigentlich nur noch in speziellen Restaurants serviert. Wenn der Argentinier von „Asado“ spricht meint er in der Regel einfach „grillen“ mit einem Kohlegrill. Genauso wie man im englischsprachigen Raum „BBQ“ zum Grillen sagt.

Fantastische Landschaften

Fantastische Landschaften
Auch landschaftlich hat Argentinien einiges zu bieten. Zwar sind große Teile Zentral- und Südargentiniens von einer scheinbar unendlich großen Steppe durchzogen, aber gerade am Fuße der Anden gibt es einige geradezu spektakuläre Naturlandschaften. Speziell Patagonien im Süden ist wirklich schön und Feuerland ein Traum. Eine Reise nach Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens kann ich nur jedem empfehlen. Es ist ein wunderschöner, wenn auch relativ kalter Ort. Die Berge direkt am Meer sind einfach fantastisch. Der Norden soll wohl auch sehr schön sein, aber den haben wir nicht wirklich gesehen. Lediglich einen Ausflug zu den berühmten Iguazu-Wasserfällen haben wir uns gegönnt - es hat sich definitiv gelohnt.

Sehr nette Menschen

Wie eingangs schon erwähnt sollen die Argentinier angeblich arrogant sein. Aber genau wie nicht alle Schotten geizig und nicht alle US-Amerikaner übergewichtige Idioten sind, gibt es in Argentinien nette und unfreundliche, kluge und dumme, reiche und arme Menschen – kurz gesagt es ist ein ganz normales Volk. Wir hatten das Glück vor allem nette Menschen kennen zu lernen und können daher die Erfahrung mit dem zweitgrößten Land Südamerikas als durchweg positiv bezeichnen. Lediglich über die Tatsache, dass Deutschland 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wird, konnte ich mit den Argentiniern keine Einigkeit erzielen. Wir werden ja sehen, wer recht hat.

Abschließend wie immer die Highlightgalerie der besten Bilder. Viel Spaß!



Freitag, 15. März 2013

Die Heimreise

Eigentlich hätte alles sehr einfach sein können. Der Direktflug von Buenos Aires nach Frankfurt war lange im Voraus gebucht und Plätze in der Bahn von Frankfurt nach Berlin waren auch reserviert. Da wir aufgrund einer seltsamen Sparpreispolitik der Bahn ein Bahnticket in der 1. Klasse hatten, hätten wir es uns sogar in der Bahnlounge richtig gemütlich machen und jede Menge Kaffee trinken können. Aber es sollte alles dann doch ein wenig anders kommen.

Phase 1 – Der Bus zum Flughafen

Der große internationale Flughafen Ezeiza von Buenos Aires liegt etwas außerhalb. Leider fährt kein Zug dort hin und für gewöhnlich nehmen die Leute Taxis. Da wir aber erst gegen 17.30 Uhr abheben sollten, und wir eh um 10.30 Uhr aus unserem Hostel auschecken mussten, haben wir uns dazu entschlossen einen sehr langsamen aber dafür preiswerten Linienbus zu nehmen. Unserer Recherche nach gibt es zwei Buslinien zum Ezeiza: die Linie 8 und die Linie 51. Da Linie 51 bei uns um die Ecke fuhr, versuchten wir es zunächst dort.
30 Minuten standen wir an der Haltestelle, aber es kam kein Bus. Einmal fuhr ein 51er Bus in der Gegenrichtung ohne Fahrgäste an uns vorbei. „Alles kein Problem!“ dachten wir uns und sind dann in die nahe gelegene U-Bahn gestiegen und zur nicht allzu weit entfernten Station gefahren, an der der 8er Bus fuhr. Da kam gefühlt jede Minute ein Bus. 
Als wir im Bus standen und zahlen wollten sagte der Busfahrer, dass er nur Münzen akzeptiert. Ziemlich dämlich in einem Land, wo man fast alles mit Papiergeld bezahlt. Wir hatten natürlich nur Papiergeld, konnten zum Glück aber an einem kleinen Kiosk wechseln.
Als wir in den nächsten Bus einstiegen sagte man uns, dass dieser Bus aber nicht zum Flughafen fahren würde – obwohl es der 8er Bus war. Es gibt nämlich verschiedene „Unterlinien“ des 8er Busses. In der Innenstadt von Buenos Aires fahren die Busse alle die gleiche Strecke und in den Vorstädten dann teilt es sich auf. Lustigerweise steht aber auf jedem Bus „Aeropuerto“ (also Flughafen) drauf und selbst die Einheimischen, die uns helfen wollten, waren überrascht, dass manche Busse da gar nicht hin fahren. Irgendwann kam dann aber der richtige Bus und nahm uns auch mit, da wir ja Münzen hatten.
Die Fahrt zum Flughafen dauerte dann fast zwei Stunden! Uns war es egal, denn Zeit hatten wir genug und die Fahrt war extrem billig: 5,50 Pesos pro Person. Das sind etwa 90 Eurocent. Ein Taxi hätte zwischen 150 und 200 Pesos (ca. 25 – 30 Euro) gekostet. Der Check-in war dann problemlos und gegen 17.30 Uhr sind wir dann pünktlich los geflogen.

Phase 2 - Frankfurt? Köln? München?

Luftschleifen und Umleitung nach München
13 Stunden dauerte der Flug nach Frankfurt. Es war der insgesamt längste Flug auf unserer Weltreise. Die lustige Airshow zeigt ja immer an, wie lange es noch dauert und wo man sich gerade befindet. Wir hatten noch etwa 7 Minuten bis zur Landung und wir wären absolut pünktlich gewesen. Aber das Flugzeug fing an Warteschleifen zu fliegen. Nach etwa einer halben Stunde meldete sich der Kapitän mit der Information, dass es in Frankfurt Probleme wegen des Wetters geben würde. Sollten wir in den nächsten 30 Minuten nicht landen können, würden wir umgeleitet werden, denn wir hätten nur noch für 30 Minuten Sprit. Der Ausweichflughafen wäre dann Köln. Köln ist für uns ein sehr angenehmer Flughafen, denn Claudias Eltern wohnen nicht weit weg und wenn wir es nicht mehr bis Berlin geschafft hätten, wären wir eben zuerst dort hin gefahren.
Nach etwa 10 Minuten meldete sich der Kapitän und verkündete, dass wir nach München umgeleitet werden. Ausgerechnet München! Irgendwo in NRW wäre super, Hamburg wäre ok, auch Hannover, aber München war für uns weit weg von allem. Ich habe allerdings einen alten Freund in München, der uns sicherlich aufgenommen hätte, wenn es hart auf hart gekommen wäre. Trotzdem: München war doof.

Phase 3 – Wie? Wo? Wann? Und überhaupt?

Kaum gelandet wurde verkündet, dass alle Leute sitzen bleiben sollten, denn der Flieger würde weiter fliegen nach Frankfurt. Man müsse aber zunächst tanken. Da gerade im Flieger nach Frankfurt viele Leute saßen, die Anschlussflüge hatten, gab es auch Leute, die ohnehin nach München mussten. Diese durften dann die Maschine verlassen. Alle anderen bleiben drin. Und warteten. Nach etwa 1,5 Stunden meldete sich der Kapitän und sagte, dass man in Frankfurt immer noch am Räumen war und es noch etwa 20 Minuten dauern würde, bis wir los könnten. Nur etwa eine Minute später kam die Nachricht: Frankfurt bleibt geschlossen – alle aussteigen.
Es wurde also eine Abholung mit Bussen organisiert und wir konnten den Flughafen betreten. Man sagte uns, dass wir unser Gepäck holen sollten und dann zum Lufthansa-Schalter gehen müssen, um ein Bahnticket zu erhalten.
Wir stellten fest, dass am Flughafen München ein ordentliches Chaos herrschte, denn es wurden diverse Flüge umgeleitet. Eine Stunde warteten wir auf unser Gepäck an diesen typischen Rollbändern. Wir hatten schon Angst, dass das Gepäck vielleicht noch in Argentinien wäre oder gerade nach Asien verschifft wurde, aber nach einer Stunde hatten wir es in der Hand.
Als nächstes stellten wir uns an die schier endlose Schlange am Lufthansa-Schalter für umgeleitete Flüge an. Nach einer Weile waren wir dran und erklärten der wirklich sehr netten und engagierten Mitarbeiterin der Lufthansa unser Problem: Wir wollten nach Berlin und unser Ticket von Frankfurt ist verfallen, da wir Zugbindung hatten. Sie holte sich kurz das OK von einer höheren Stelle und fing an uns ein Ticket nach Berlin auszufüllen. Plötzlich fragte sie: „Das ist doch aber kein Lufthansa-Ticket. Wo haben Sie das denn gekauft?“ Ich erklärte ihr, dass dies ein Round-the-World-Ticket der Star Alliance ist und wir das über eine Reiseagentur gekauft haben. Diese wiederum hat es wahrscheinlich bei Air New Zealand gekauft. Die Mitarbeiterin verschwand irgendwo und kam nach etwa 5 Minuten wieder mit der Information, dass sie uns das Ticket bezahlen. Die Lufthansa hat uns also ein Ticket „geschenkt“, was sie nie und nimmer hätten bezahlen müssen. Wir waren heilfroh und glücklich. Wir bekamen einen gelben Zettel mit allen Informationen drauf und die Mitarbeiterin sagte, dass wir mit dem Zettel direkt in die Bahn springen können.

Phase 4 – Die Bahn

Da man vom Flughafen München noch etwa 45 Minuten mit der S-Bahn fahren muss, um zum Hauptbahnhof zu kommen, mussten wir uns beeilen. Es war immerhin schon fast vier Uhr und der letzte ICE nach Berlin würde gegen 18 Uhr fahren und mitten in der Nacht ankommen.
Wir hatten uns einen ICE um 17.16 Uhr ausgesucht, der dann regulär gegen 23.30 Uhr ankommen würde. Gegen 17 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof und kauften erst mal was zu essen. Wir hatten nämlich gegen 9 Uhr Frühstück und danach nichts mehr gegessen. Kurz vor Abfahrt saßen wir dann gemütlich im ICE und freuten uns Berlin doch noch zu erreichen. Irgendwann kam die erste Fahrscheinkontrolle und ich legte diesen gelben Wisch vor. Die Bahnmitarbeiter waren sehr erstaunt und meinten, dass das kein Bahnticket wäre, sondern nur ein Voucher und wir hätten den einlösen müssen. Wir haben erklärt, dass wir eigentlich ein 1. Klasse Bahnticket aus Frankfurt hätten aber nach München umgeleitet wurden etc. Die Bahnmitarbeiter waren wirklich sehr nett und sagten, dass das alles kein Problem sei und wir natürlich sitzen bleiben könnten. Es entstand auch eine lustige Diskussion über Langstreckenflüge und wer schon einmal irgendwo gestrandet war.
Der Zug hatte letztlich etwa 30 Minuten Verspätung un so kamen wir gegen Mitternacht in Berlin-Gesundbrunnen an, wo uns mein Vater dankenswerter weise abgeholt hat, denn wir mussten noch bis nach Heiligensee – ganz im Norden von Berlin, wo mein Schwester ein kleines Häuschen mit einem Gästezimmer hat. Erschöpft aber glücklich sind wir nach insgesamt fast 33 Stunden Anreise ins Bett gefallen.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Mitarbeitern der Lufhansa und der Deutschen Bahn, die eben nicht knallhart nach den Regeln sondern für die Fahrgäste gehandelt haben. Sie haben eine Entscheidung aufgrund einer bestimmten Situation getroffen und genau so sollte es auch sein. Ich hoffe, dass beide Unternehmen auch in Zukunft auf so positive Weise von sich reden machen. Vielen Dank!


Sonntag, 10. März 2013

Buenos Aires

Der Obelisk in Buenos Aires
Als das „Paris von Südamerika“ wird die Hauptstadt Argentiniens gerne bezeichnet. Das liegt zum einen an der stark europäischen Prägung der Stadt, an der auch Franzosen beteiligt waren, und zum anderen am Flair. Buenos Aires ist wirklich eine sehr schöne, sehr bunte und auch sehr alte Stadt. Sie ist bereits im 16. Jahrhundert von den Spaniern gegründet worden und dürfte somit zu den ältesten Städten auf der Südhalbkugel zählen.

Sehr europäisch geprägt

Dass Buenos Aires europäisch geprägt ist, sieht man sehr eindeutig, wenn man durch die Straßen läuft. Man hat eigentlich immer das Gefühl gerade in Spanien oder Italien zu sein. Das liegt zum einen an der typischen Architektur, die die Einwanderer natürlich aus Europa mitgebracht haben. Zum anderen ist auch die ganze Kultur mit Cafés oder Restaurants sehr typisch für Europa oder europäisch geprägte Kulturen.

Der Friedhof von Recoleta

Gruften auf dem Friedhof von Recoleta
Buenos Aires ist auch in puncto Sehenswürdigkeiten eine europäische Stadt. Während Städte wie Rio de Janeiro oder Lima nur eine eher geringe Anzahl an touristisch interessanten Zielen vorzuweisen haben, ist die Liste in Buenos Aires ordentlich lang. Eine der absoluten Hauptattraktionen ist interessanterweise ein Friedhof. Dieser ist aber in der Tat sehr ungewöhnlich. Auf dem Friedhof gibt es nämlich so gut wie keine gewöhnlichen Gräber sondern nur Gruften. Der Friedhof von Recoleta war und ist ein Friedhof für reiche Familien und Prominente. Hier sind zahlreiche wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte Argentiniens begraben. Die bekannteste Grab dürfte das von EvitaPerón sein, die außerhalb Argentiniens vor allem durch das Musical Evita bekannt ist.
Sich die verschiedenen Familiengruften anzuschauen ist wirklich interessant. Es ist im Grunde eine Totenstadt, auch wenn tagsüber bei fast 30 Grad und praller Sonne keine gruselige Stimmung aufkommt. Einen Besuch ist der Friedhof allemal wert.

La Boca und der Tango

Haus in La Boca
La Boca ist das vielleicht berühmteste Stadtviertel von Buenos Aires. Hier soll der legende nach der Tango entstanden aber zumindest besonders intensiv kultiviert worden sein. Heute ist das ehemalige Arbeiterviertel vor allem ein Touristenmagnet. In den Straßen mit den bunten Häusern kann man Tangoshows sehen und natürlich zu ordentlichen Touristenpreisen essen und Kaffee trinken.
Tango haben wir selbstverständlich auch mal getanzt. In unserem Hostel gab es an einem Abend einen kostenlosen Tangoabend unter Anleitung eines etwas schrägen aber sehr lustigen Tangolehrers. Zum Abschluss unserer Weltreise werden wir aber auf jeden Fall noch zu einer echten Milonga (Tanzveranstaltung mit Tango) gehen.

San Telmo und Palermo

Der Vollständigkeit halber seien noch die Stadtteile San Telmo mit dem berühmten Kunstmarkt und Palermo erwähnt. Beide Stadtteile sind ebenfalls bei Touristen sehr beliebt, sind aber gleichzeitig auch normale Wohnbezirke und laden mit ihren vielen Cafés und den kleinen begrünten Plätzen zum Flanieren und Kaffee trinken ein.

Wir jedenfalls genießen die letzten Tage unserer Weltreise bevor der Ernst des Lebens uns wieder einholen wird.


Dienstag, 5. März 2013

El Calafate

Blick auf El Calafate
Wenn man jemanden fragt, wo genau man in Argentinien hin fahren muss, werden einem neben Buenos Aires im wesentlichen drei Orte genannt: die Iguazu Wasserfälle, Bariloche und El Calafate. Dort befindet sich der berühmte und sehr eindrucksvolle Gletscher Perito Moreno, der auf jeden Fall eine Besichtigung wert ist.

Touristenstadt

Wenn man durch El Calafate läuft fallen einem sofort zwei Dinge auf: zum einen ist die Stadt absolut blitzeblank und es gibt massenhaft Restaurants, Cafés und teure Outdoorläden. Zum anderen kann man hier die gesamte Bandbreite der aktuellen Outdoormode live auf der Straße sehen. Egal ob NorthFace, Jack Wolfskin oder eine andere Marke – alles ist vertreten. Die Leute sehen alle aus, als würden sie gleich den Mount Everest besteigen oder müssten die nächsten Wochen allein in der Wildnis überleben.
El Calafate gehört definitiv zu den Highlights in Argentinien und speziell in Patagonien. Grund dafür ist der nahe gelegene Nationalpark LosGlaciares (die Gletscher) in denen man mehrere Gletscher bewandern und bewundern kann. Vor allem der schon angesprochene Perito Moreno ist Anziehungspunkt vieler Touristen.

Der Perito Moreno

Der Perito Moreno aus der Entfernung
Auch wir haben natürlich den Gletscher besucht. Am Anfang dachten wir „Naja gut, ist eben verdammt viel Schnee und Eis. Warum soll das so beeindruckend sein?“, aber als wir dann vor diesen faszinierenden Schneemassen standen, waren wir doch baff. Der Gletscher ragt direkt in zwei Seen hinein, die zu großen Teilen durch den Gletscher gespeist werden. Da gerade Sommer ist, schmilzt der Gletscher und es fallen immer wieder „Eisstücke“ ins Wasser. Nun ist die Schichtdicke des Gletschers aber etwa 60 Meter. Man schaut also auf eine 60 Meter hohe Eiswand. Wann da mal „ein Stück“ herunter fällt, kann das locker einen Menschen erschlagen. Gelegentlich fallen auch sehr spektakulär große Stücke von der Eiswand ins Wasser. Ein sensationelles Naturschauspiel. Wir hatten das Glück den Gletscher in seiner ganzen Pracht fotografieren und filmen zu können. Auf diese Weise können wir euch live zeigen wie das aussieht, wenn eine Felswand vom Gletscher fällt.

Hier ein paar eindrucksvolle Fotos des Gletschers:


Der Gletscher aus der Nähe

Von der Seite, ein toller Anblick!

Die Oberfläche des Gletschers

Der See neben dem Gletscher 


Und hier ein kleiner Film, der einen Abbruch zeigt.:




Viele fahren dann noch für ein paar Tage in das kleine Bergdorf El Chaltén, was sich sehr gut für Tagesausflüge in den Nationalpark eignet. Wir aber hatten dann letztlich genug und haben beschlossen nach Buenos Aires zurück zu kehren, um dort unsere letzten Tage der Weltreise ausklingen zu lassen. Wir sind erst mit dem Bus nach Rio Gallegos zurück gefahren und hatten von da aus einen Billigflug nach Buenos Aires. Das war preiswerter als von El Calafate aus zu fliegen. Touristenpreise eben.


Sonntag, 3. März 2013

Ein kleines Stückchen Chile

Willkommen an der Magellanstraße
Wo wir in Ushuaia schon einmal so dicht an Chile dran waren, haben wir uns entschlossen einen kleinen Ausflug ins Nachbarland zu unternehmen. Unser nächstes Ziel war die Stadt Punta Arenas, die auf der anderen Seite der Magellanstraße liegt.

Punta Arenas

Punta Arenas ist ein kleines aber feines Städtchen. Es hat die klassische Struktur der Kolonialstädte mit einem Hauptplatz, einer Kirche und einer Menge Stadt drum herum. Auch wenn diese Stadt nicht die Hauptattraktion für viele Touristen ist, wird sie doch recht intensiv touristisch genutzt. Von hier aus kann man Bootstouren zu verschiedenen Pinguin- und Seelöwenkolonien buchen. Selbst Antarktisexkursionen gibt es von hier aus. Wir haben uns dazu entschlossen einen Ausflug zu einer Pinguinkolonie zu machen, denn Pinguine hatten wir bisher noch keine sehen können.

Magellan-Pinguine

Pinguine
Die mehrstündige Exkursion führte uns mit einem Bus in eine Art Naturreservat. Hier leben die kleinen, putzigen Magellan-Pinguine, die für diese Region typisch sind. Sie sind ca. 70 cm hoch und haben eine sehr charakteristische schwarz-weiß Zeichnung auf dem Körper und im Gesicht. In dem Naturreservat befinden sich unter anderem die Brutplätze der Vögel. Um sie am Strand nicht weiter zu stören gibt es offizielle Beobachtungsplätze, die in sicherer Entfernung zu den Tieren einen kleinen Einblick in die Welt eines Pinguins gewährleisten.
Für uns überraschend war, dass die Brutplätze der Tiere in kleinen Höhlen an Land sind. Zum Brüten wandern die Vögel jedenfalls an Land, was vermutlich eine gewisse Anstrengung bedeutet, sind die Pinguine an Land doch recht behäbig.
Wir hatten leider nicht das Glück die Tiere auch an Land laufen zu sehen. Bei uns haben die Pinguine lediglich dekorativ am Strand herum gestanden oder gelegen. Sehr typisch ist dabei die Haltung den Kopf nach unten zu nehmen, als hätte ihnen jemand gesagt, dass sie irgendwo einen Fleck auf dem Frack hätten. Diese Haltung dient zum Teil der Entspannung, zum Teil wird sie aber auch verwendet, wenn die Tiere sich putzen.
Ein Pinguin in der Nähe einer Bruthöhle



Puerto Natales

Nach Punta Arenas ging es weiter mit dem Bus nach Puerto Natales, einer Kleinstadt dicht an der Grenze zu Argentinien. Diese Stadt ist eine absolute Touristenhochburg. Von hier aus werden Exkursionen in den Nationalpark Torres del Paine unternommen. Der Nationalpark hat seinen Namen von einem Berg namens Torres del Paine, der spektakulär aussieht.
Unglücklicherweise kann man da nicht einfach mal so nett hin spazieren, sondern man muss eine mehrtägige Wanderung machen, um das ganze wirklich genießen zu können. Es gibt wohl auch eintägige Wanderungen, aber da sieht man wohl nicht viel. Da diese Wanderung pro Person fast 75 Euro gekostet hätte (Busfahrt und Eintritt für den Park) haben wir darauf verzichtet. Wir hatten einfach nicht mehr fünf bis acht Tage Zeit für den Trek und vor allem hatten wir nicht die richtige Ausrüstung dabei. Wir hätten uns alles ausleihen müssen, was natürlich zusätzliches Geld gekostet hätte. Dazu kam, dass wir kein gutes Wetter hatten. Also haben wir beschlossen diese Wanderung zu vertagen und das nächste mal zu machen. Schließlich kommt man ja immer mal nach Chile – ganz bestimmt.

Dafür haben wir in Puerto Natales die Französinnen wieder getroffen, die wir in Ushuaia kennen gelernt haben und hatten einen sehr lustigen Abend mit noch zwei weiteren Franzosen und zwei US-Amerikanern, die wir vor Ort in der Bar kennen gelernt haben.

Danach sind wir dann wieder zurück nach Argentinien, in die nächste Touristenhochburg: nach ElCalafate.

Samstag, 23. Februar 2013

Das Ende der Welt

Ushuaia
Als das Ende der Welt (spanisch Fin del Mundo) wird Feuerland von den Einheimischen bezeichnet. Auch wenn das sicherlich eher den Gehirnwindungen eines Mitarbeiters einer Tourismus-Marketing-Agentur entsprungen sein dürfte, passt die Bezeichnung ganz gut. Immerhin gibt es südlich von Feuerland nur noch die Antarktis.


Ushuaia



Das Ende der Welt hat sein Zentrum in der kleinen Hafenstadt Ushuaia. Dabei handelt es sich NICHT – wie oft irrtümlich behauptet wird – um die südlichste Stadt der Welt, sondern nur um die zweitsüdlichste. Die südlichste ist die chilenische Stadt Puerto Williams. Mit dieser hat man sich lange herum gestritten, wer denn nun südlicher ist und man hat sich letztlich auf Puerto Williams geeinigt. Ushuaia ist aber unbestritten das touristische Zentrum Feuerlands. Zwischen wunderschönen Bergen an einer Bucht gelegen kann man hier Ausflüge aufs Meer, zu einem nahe gelegenen Gletscher oder zum Nationalpark Tierra del Fuego planen. Oder man genießt einfach die nette Atmosphäre mit kleinen Restaurants, Bars und Cafés. Auch wenn viele Leute in Ushuaia nur zwei oder drei Nächte bleiben und sozusagen „durch rauschen“, kann man hier einige Zeit verbringen ohne dass einem langweilig wird.



Eine Bootsfahrt, die ist lustig



Gestresste Seelöwen
Wir haben zusammen mit zwei französischen Mädels, die mit im Bus auf der abenteuerlichen Busfahrt nach Ushuaia saßen, eine Bootstour gebucht, um die Bucht und die kleinen Inselchen ein wenig besser kennen zu lernen.

Die Bootstour war sehr lustig und die Natur wirklich atemberaubend. Diese zum Teil schneebedeckten Berge direkt am Meer sind absolut fantastisch. Dazu kommen die vielen Tiere wie Kormorane und Seelöwen, die wir aus nächster Nähe sehen konnten.

Als wir die Tickets im Büro der kleinen Reederei gekauft haben, stellten wir zufällig fest, dass das Mädel, was die Tickets verkauft hat, ebenfalls bei Couchsurfing ist und somit hatten wir spontan zwei Nächte private Unterkunft bekommen. Valeria ist auch mit Mauro befreundet, jenem Gastgeber, den wir in der Nacht der Ankunft nicht mehr besuchen konnten. Also trafen wir uns alle gemeinsam einen Abend zum Essen und hatten viel Spaß. Interessant vor allem deshalb, weil Mauro gerade eine Europatour vorbereitet. Er hat viele hilfreiche Tipps von uns bekommen.

Kormorane


Der Nationalpark



Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Feuerland sind wir noch in den Nationalpark gefahren. Kein ganz billiges Unterfangen, aber es hat sich definitiv gelohnt. Da man im Nationalpark auch übernachten kann (es gibt Hotels und Campingplätze) wird er von vielen für mehrtägige Aufenthalte genutzt. Wegen der schnellen Wetterwechsel, waren wir auf alles vorbereitet und haben uns auf einen vierstündigen Wandertag begeben. Unsere Hosen und Schuhe haben zwar ein wenig unter dem Schlamm gelitten, der durch den anhaltenden Regen der vorherigen Nacht entstanden ist, aber es war ein toller Anblick.



Da man die Schönheit Ushuaias und des Nationalparks nur schwer beschreiben kann, hier ein paar Bilder, die dies verdeutlichen sollen.



Der Leuchtturm am Ende der Welt

Ushuaia von einer Insel aus gesehen.

Die Berge in Ushuaia sind toll!

Der Nationalpark lohnt sich ebenfalls!

Anders als bislang geplant haben wir uns dazu entschieden nicht direkt nach Buenos Aires zu fliegen, sondern ein Stück Chile mitzunehmen und dann weiter nach El Calafate zu  fahren, wo man wohl sehr schöne Wanderwege vorfinden soll. Aber davon beim nächsten mal mehr.