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Donnerstag, 21. März 2013

Argentinien – Das Fazit


Argentinien war eines der Länder, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe. Tango, die Pampa, Steaks und natürlich Fußball – so stellen sich die Europäer Argentinien vor und eigentlich ist das auch eine recht gute Zusammenfassung des achtgrößten Landes auf dieser Erde. In der spanischsprachigen Welt gelten die Argentinier als arrogant und die, die das „komische Spanisch“ sprechen, denn das argentinische Spanisch besitzt einige Besonderheiten in der Aussprache.



Europa überall

Argentinien gilt als das am stärksten durch Europa geprägte Land Lateinamerikas und das merkt man an vielen Stellen sehr deutlich. Die Sprache ist spanisch, die Küche italienisch und das Aussehen der Menschen kann schon mal eher an kühle Schweden als an heißblütige Latinos erinnern. Die Einwohner Argentiniens stammen zu mehr als 90% von europäischen Einwanderern ab. Darunter neben Spaniern und Italienern viele Waliser, Kroaten und Franzosen. Gerade nach dem 2. Weltkrieg sind auch viele Deutsche nach Argentinien ausgewandert, um entweder zu fliehen oder auch nur um ein neues Leben zu beginnen.
Am stärksten sieht man die europäische Prägung vermutlich in Buenos Aires, der Hauptstadt und dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Argentiniens. Läuft man durch die Straßen der Hauptstadt hat man eigentlich permanent das Gefühl in einem südeuropäischen Land zu sein. Vor allem Italien ist sehr präsent, Pizza und Pasta sind allgegenwärtig. Das Nationalgericht ist aber Asado. Das Wort kennt man in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit Steakhäusern. Es handelt sich dabei um eine sehr traditionelle Art des Grillens, bei der das Fleisch unter eher geringer Hitze sehr lange gegart wird. Das besondere ist, dass das Fleisch dadurch sehr zart wird und man es sogar mit einem Löffel vom Knochen abschaben könnte. Diese traditionelle Form wird aber heutzutage eigentlich nur noch in speziellen Restaurants serviert. Wenn der Argentinier von „Asado“ spricht meint er in der Regel einfach „grillen“ mit einem Kohlegrill. Genauso wie man im englischsprachigen Raum „BBQ“ zum Grillen sagt.

Fantastische Landschaften

Fantastische Landschaften
Auch landschaftlich hat Argentinien einiges zu bieten. Zwar sind große Teile Zentral- und Südargentiniens von einer scheinbar unendlich großen Steppe durchzogen, aber gerade am Fuße der Anden gibt es einige geradezu spektakuläre Naturlandschaften. Speziell Patagonien im Süden ist wirklich schön und Feuerland ein Traum. Eine Reise nach Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens kann ich nur jedem empfehlen. Es ist ein wunderschöner, wenn auch relativ kalter Ort. Die Berge direkt am Meer sind einfach fantastisch. Der Norden soll wohl auch sehr schön sein, aber den haben wir nicht wirklich gesehen. Lediglich einen Ausflug zu den berühmten Iguazu-Wasserfällen haben wir uns gegönnt - es hat sich definitiv gelohnt.

Sehr nette Menschen

Wie eingangs schon erwähnt sollen die Argentinier angeblich arrogant sein. Aber genau wie nicht alle Schotten geizig und nicht alle US-Amerikaner übergewichtige Idioten sind, gibt es in Argentinien nette und unfreundliche, kluge und dumme, reiche und arme Menschen – kurz gesagt es ist ein ganz normales Volk. Wir hatten das Glück vor allem nette Menschen kennen zu lernen und können daher die Erfahrung mit dem zweitgrößten Land Südamerikas als durchweg positiv bezeichnen. Lediglich über die Tatsache, dass Deutschland 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wird, konnte ich mit den Argentiniern keine Einigkeit erzielen. Wir werden ja sehen, wer recht hat.

Abschließend wie immer die Highlightgalerie der besten Bilder. Viel Spaß!



Freitag, 15. März 2013

Die Heimreise

Eigentlich hätte alles sehr einfach sein können. Der Direktflug von Buenos Aires nach Frankfurt war lange im Voraus gebucht und Plätze in der Bahn von Frankfurt nach Berlin waren auch reserviert. Da wir aufgrund einer seltsamen Sparpreispolitik der Bahn ein Bahnticket in der 1. Klasse hatten, hätten wir es uns sogar in der Bahnlounge richtig gemütlich machen und jede Menge Kaffee trinken können. Aber es sollte alles dann doch ein wenig anders kommen.

Phase 1 – Der Bus zum Flughafen

Der große internationale Flughafen Ezeiza von Buenos Aires liegt etwas außerhalb. Leider fährt kein Zug dort hin und für gewöhnlich nehmen die Leute Taxis. Da wir aber erst gegen 17.30 Uhr abheben sollten, und wir eh um 10.30 Uhr aus unserem Hostel auschecken mussten, haben wir uns dazu entschlossen einen sehr langsamen aber dafür preiswerten Linienbus zu nehmen. Unserer Recherche nach gibt es zwei Buslinien zum Ezeiza: die Linie 8 und die Linie 51. Da Linie 51 bei uns um die Ecke fuhr, versuchten wir es zunächst dort.
30 Minuten standen wir an der Haltestelle, aber es kam kein Bus. Einmal fuhr ein 51er Bus in der Gegenrichtung ohne Fahrgäste an uns vorbei. „Alles kein Problem!“ dachten wir uns und sind dann in die nahe gelegene U-Bahn gestiegen und zur nicht allzu weit entfernten Station gefahren, an der der 8er Bus fuhr. Da kam gefühlt jede Minute ein Bus. 
Als wir im Bus standen und zahlen wollten sagte der Busfahrer, dass er nur Münzen akzeptiert. Ziemlich dämlich in einem Land, wo man fast alles mit Papiergeld bezahlt. Wir hatten natürlich nur Papiergeld, konnten zum Glück aber an einem kleinen Kiosk wechseln.
Als wir in den nächsten Bus einstiegen sagte man uns, dass dieser Bus aber nicht zum Flughafen fahren würde – obwohl es der 8er Bus war. Es gibt nämlich verschiedene „Unterlinien“ des 8er Busses. In der Innenstadt von Buenos Aires fahren die Busse alle die gleiche Strecke und in den Vorstädten dann teilt es sich auf. Lustigerweise steht aber auf jedem Bus „Aeropuerto“ (also Flughafen) drauf und selbst die Einheimischen, die uns helfen wollten, waren überrascht, dass manche Busse da gar nicht hin fahren. Irgendwann kam dann aber der richtige Bus und nahm uns auch mit, da wir ja Münzen hatten.
Die Fahrt zum Flughafen dauerte dann fast zwei Stunden! Uns war es egal, denn Zeit hatten wir genug und die Fahrt war extrem billig: 5,50 Pesos pro Person. Das sind etwa 90 Eurocent. Ein Taxi hätte zwischen 150 und 200 Pesos (ca. 25 – 30 Euro) gekostet. Der Check-in war dann problemlos und gegen 17.30 Uhr sind wir dann pünktlich los geflogen.

Phase 2 - Frankfurt? Köln? München?

Luftschleifen und Umleitung nach München
13 Stunden dauerte der Flug nach Frankfurt. Es war der insgesamt längste Flug auf unserer Weltreise. Die lustige Airshow zeigt ja immer an, wie lange es noch dauert und wo man sich gerade befindet. Wir hatten noch etwa 7 Minuten bis zur Landung und wir wären absolut pünktlich gewesen. Aber das Flugzeug fing an Warteschleifen zu fliegen. Nach etwa einer halben Stunde meldete sich der Kapitän mit der Information, dass es in Frankfurt Probleme wegen des Wetters geben würde. Sollten wir in den nächsten 30 Minuten nicht landen können, würden wir umgeleitet werden, denn wir hätten nur noch für 30 Minuten Sprit. Der Ausweichflughafen wäre dann Köln. Köln ist für uns ein sehr angenehmer Flughafen, denn Claudias Eltern wohnen nicht weit weg und wenn wir es nicht mehr bis Berlin geschafft hätten, wären wir eben zuerst dort hin gefahren.
Nach etwa 10 Minuten meldete sich der Kapitän und verkündete, dass wir nach München umgeleitet werden. Ausgerechnet München! Irgendwo in NRW wäre super, Hamburg wäre ok, auch Hannover, aber München war für uns weit weg von allem. Ich habe allerdings einen alten Freund in München, der uns sicherlich aufgenommen hätte, wenn es hart auf hart gekommen wäre. Trotzdem: München war doof.

Phase 3 – Wie? Wo? Wann? Und überhaupt?

Kaum gelandet wurde verkündet, dass alle Leute sitzen bleiben sollten, denn der Flieger würde weiter fliegen nach Frankfurt. Man müsse aber zunächst tanken. Da gerade im Flieger nach Frankfurt viele Leute saßen, die Anschlussflüge hatten, gab es auch Leute, die ohnehin nach München mussten. Diese durften dann die Maschine verlassen. Alle anderen bleiben drin. Und warteten. Nach etwa 1,5 Stunden meldete sich der Kapitän und sagte, dass man in Frankfurt immer noch am Räumen war und es noch etwa 20 Minuten dauern würde, bis wir los könnten. Nur etwa eine Minute später kam die Nachricht: Frankfurt bleibt geschlossen – alle aussteigen.
Es wurde also eine Abholung mit Bussen organisiert und wir konnten den Flughafen betreten. Man sagte uns, dass wir unser Gepäck holen sollten und dann zum Lufthansa-Schalter gehen müssen, um ein Bahnticket zu erhalten.
Wir stellten fest, dass am Flughafen München ein ordentliches Chaos herrschte, denn es wurden diverse Flüge umgeleitet. Eine Stunde warteten wir auf unser Gepäck an diesen typischen Rollbändern. Wir hatten schon Angst, dass das Gepäck vielleicht noch in Argentinien wäre oder gerade nach Asien verschifft wurde, aber nach einer Stunde hatten wir es in der Hand.
Als nächstes stellten wir uns an die schier endlose Schlange am Lufthansa-Schalter für umgeleitete Flüge an. Nach einer Weile waren wir dran und erklärten der wirklich sehr netten und engagierten Mitarbeiterin der Lufthansa unser Problem: Wir wollten nach Berlin und unser Ticket von Frankfurt ist verfallen, da wir Zugbindung hatten. Sie holte sich kurz das OK von einer höheren Stelle und fing an uns ein Ticket nach Berlin auszufüllen. Plötzlich fragte sie: „Das ist doch aber kein Lufthansa-Ticket. Wo haben Sie das denn gekauft?“ Ich erklärte ihr, dass dies ein Round-the-World-Ticket der Star Alliance ist und wir das über eine Reiseagentur gekauft haben. Diese wiederum hat es wahrscheinlich bei Air New Zealand gekauft. Die Mitarbeiterin verschwand irgendwo und kam nach etwa 5 Minuten wieder mit der Information, dass sie uns das Ticket bezahlen. Die Lufthansa hat uns also ein Ticket „geschenkt“, was sie nie und nimmer hätten bezahlen müssen. Wir waren heilfroh und glücklich. Wir bekamen einen gelben Zettel mit allen Informationen drauf und die Mitarbeiterin sagte, dass wir mit dem Zettel direkt in die Bahn springen können.

Phase 4 – Die Bahn

Da man vom Flughafen München noch etwa 45 Minuten mit der S-Bahn fahren muss, um zum Hauptbahnhof zu kommen, mussten wir uns beeilen. Es war immerhin schon fast vier Uhr und der letzte ICE nach Berlin würde gegen 18 Uhr fahren und mitten in der Nacht ankommen.
Wir hatten uns einen ICE um 17.16 Uhr ausgesucht, der dann regulär gegen 23.30 Uhr ankommen würde. Gegen 17 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof und kauften erst mal was zu essen. Wir hatten nämlich gegen 9 Uhr Frühstück und danach nichts mehr gegessen. Kurz vor Abfahrt saßen wir dann gemütlich im ICE und freuten uns Berlin doch noch zu erreichen. Irgendwann kam die erste Fahrscheinkontrolle und ich legte diesen gelben Wisch vor. Die Bahnmitarbeiter waren sehr erstaunt und meinten, dass das kein Bahnticket wäre, sondern nur ein Voucher und wir hätten den einlösen müssen. Wir haben erklärt, dass wir eigentlich ein 1. Klasse Bahnticket aus Frankfurt hätten aber nach München umgeleitet wurden etc. Die Bahnmitarbeiter waren wirklich sehr nett und sagten, dass das alles kein Problem sei und wir natürlich sitzen bleiben könnten. Es entstand auch eine lustige Diskussion über Langstreckenflüge und wer schon einmal irgendwo gestrandet war.
Der Zug hatte letztlich etwa 30 Minuten Verspätung un so kamen wir gegen Mitternacht in Berlin-Gesundbrunnen an, wo uns mein Vater dankenswerter weise abgeholt hat, denn wir mussten noch bis nach Heiligensee – ganz im Norden von Berlin, wo mein Schwester ein kleines Häuschen mit einem Gästezimmer hat. Erschöpft aber glücklich sind wir nach insgesamt fast 33 Stunden Anreise ins Bett gefallen.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Mitarbeitern der Lufhansa und der Deutschen Bahn, die eben nicht knallhart nach den Regeln sondern für die Fahrgäste gehandelt haben. Sie haben eine Entscheidung aufgrund einer bestimmten Situation getroffen und genau so sollte es auch sein. Ich hoffe, dass beide Unternehmen auch in Zukunft auf so positive Weise von sich reden machen. Vielen Dank!


Sonntag, 10. März 2013

Buenos Aires

Der Obelisk in Buenos Aires
Als das „Paris von Südamerika“ wird die Hauptstadt Argentiniens gerne bezeichnet. Das liegt zum einen an der stark europäischen Prägung der Stadt, an der auch Franzosen beteiligt waren, und zum anderen am Flair. Buenos Aires ist wirklich eine sehr schöne, sehr bunte und auch sehr alte Stadt. Sie ist bereits im 16. Jahrhundert von den Spaniern gegründet worden und dürfte somit zu den ältesten Städten auf der Südhalbkugel zählen.

Sehr europäisch geprägt

Dass Buenos Aires europäisch geprägt ist, sieht man sehr eindeutig, wenn man durch die Straßen läuft. Man hat eigentlich immer das Gefühl gerade in Spanien oder Italien zu sein. Das liegt zum einen an der typischen Architektur, die die Einwanderer natürlich aus Europa mitgebracht haben. Zum anderen ist auch die ganze Kultur mit Cafés oder Restaurants sehr typisch für Europa oder europäisch geprägte Kulturen.

Der Friedhof von Recoleta

Gruften auf dem Friedhof von Recoleta
Buenos Aires ist auch in puncto Sehenswürdigkeiten eine europäische Stadt. Während Städte wie Rio de Janeiro oder Lima nur eine eher geringe Anzahl an touristisch interessanten Zielen vorzuweisen haben, ist die Liste in Buenos Aires ordentlich lang. Eine der absoluten Hauptattraktionen ist interessanterweise ein Friedhof. Dieser ist aber in der Tat sehr ungewöhnlich. Auf dem Friedhof gibt es nämlich so gut wie keine gewöhnlichen Gräber sondern nur Gruften. Der Friedhof von Recoleta war und ist ein Friedhof für reiche Familien und Prominente. Hier sind zahlreiche wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte Argentiniens begraben. Die bekannteste Grab dürfte das von EvitaPerón sein, die außerhalb Argentiniens vor allem durch das Musical Evita bekannt ist.
Sich die verschiedenen Familiengruften anzuschauen ist wirklich interessant. Es ist im Grunde eine Totenstadt, auch wenn tagsüber bei fast 30 Grad und praller Sonne keine gruselige Stimmung aufkommt. Einen Besuch ist der Friedhof allemal wert.

La Boca und der Tango

Haus in La Boca
La Boca ist das vielleicht berühmteste Stadtviertel von Buenos Aires. Hier soll der legende nach der Tango entstanden aber zumindest besonders intensiv kultiviert worden sein. Heute ist das ehemalige Arbeiterviertel vor allem ein Touristenmagnet. In den Straßen mit den bunten Häusern kann man Tangoshows sehen und natürlich zu ordentlichen Touristenpreisen essen und Kaffee trinken.
Tango haben wir selbstverständlich auch mal getanzt. In unserem Hostel gab es an einem Abend einen kostenlosen Tangoabend unter Anleitung eines etwas schrägen aber sehr lustigen Tangolehrers. Zum Abschluss unserer Weltreise werden wir aber auf jeden Fall noch zu einer echten Milonga (Tanzveranstaltung mit Tango) gehen.

San Telmo und Palermo

Der Vollständigkeit halber seien noch die Stadtteile San Telmo mit dem berühmten Kunstmarkt und Palermo erwähnt. Beide Stadtteile sind ebenfalls bei Touristen sehr beliebt, sind aber gleichzeitig auch normale Wohnbezirke und laden mit ihren vielen Cafés und den kleinen begrünten Plätzen zum Flanieren und Kaffee trinken ein.

Wir jedenfalls genießen die letzten Tage unserer Weltreise bevor der Ernst des Lebens uns wieder einholen wird.


Dienstag, 5. März 2013

El Calafate

Blick auf El Calafate
Wenn man jemanden fragt, wo genau man in Argentinien hin fahren muss, werden einem neben Buenos Aires im wesentlichen drei Orte genannt: die Iguazu Wasserfälle, Bariloche und El Calafate. Dort befindet sich der berühmte und sehr eindrucksvolle Gletscher Perito Moreno, der auf jeden Fall eine Besichtigung wert ist.

Touristenstadt

Wenn man durch El Calafate läuft fallen einem sofort zwei Dinge auf: zum einen ist die Stadt absolut blitzeblank und es gibt massenhaft Restaurants, Cafés und teure Outdoorläden. Zum anderen kann man hier die gesamte Bandbreite der aktuellen Outdoormode live auf der Straße sehen. Egal ob NorthFace, Jack Wolfskin oder eine andere Marke – alles ist vertreten. Die Leute sehen alle aus, als würden sie gleich den Mount Everest besteigen oder müssten die nächsten Wochen allein in der Wildnis überleben.
El Calafate gehört definitiv zu den Highlights in Argentinien und speziell in Patagonien. Grund dafür ist der nahe gelegene Nationalpark LosGlaciares (die Gletscher) in denen man mehrere Gletscher bewandern und bewundern kann. Vor allem der schon angesprochene Perito Moreno ist Anziehungspunkt vieler Touristen.

Der Perito Moreno

Der Perito Moreno aus der Entfernung
Auch wir haben natürlich den Gletscher besucht. Am Anfang dachten wir „Naja gut, ist eben verdammt viel Schnee und Eis. Warum soll das so beeindruckend sein?“, aber als wir dann vor diesen faszinierenden Schneemassen standen, waren wir doch baff. Der Gletscher ragt direkt in zwei Seen hinein, die zu großen Teilen durch den Gletscher gespeist werden. Da gerade Sommer ist, schmilzt der Gletscher und es fallen immer wieder „Eisstücke“ ins Wasser. Nun ist die Schichtdicke des Gletschers aber etwa 60 Meter. Man schaut also auf eine 60 Meter hohe Eiswand. Wann da mal „ein Stück“ herunter fällt, kann das locker einen Menschen erschlagen. Gelegentlich fallen auch sehr spektakulär große Stücke von der Eiswand ins Wasser. Ein sensationelles Naturschauspiel. Wir hatten das Glück den Gletscher in seiner ganzen Pracht fotografieren und filmen zu können. Auf diese Weise können wir euch live zeigen wie das aussieht, wenn eine Felswand vom Gletscher fällt.

Hier ein paar eindrucksvolle Fotos des Gletschers:


Der Gletscher aus der Nähe

Von der Seite, ein toller Anblick!

Die Oberfläche des Gletschers

Der See neben dem Gletscher 


Und hier ein kleiner Film, der einen Abbruch zeigt.:




Viele fahren dann noch für ein paar Tage in das kleine Bergdorf El Chaltén, was sich sehr gut für Tagesausflüge in den Nationalpark eignet. Wir aber hatten dann letztlich genug und haben beschlossen nach Buenos Aires zurück zu kehren, um dort unsere letzten Tage der Weltreise ausklingen zu lassen. Wir sind erst mit dem Bus nach Rio Gallegos zurück gefahren und hatten von da aus einen Billigflug nach Buenos Aires. Das war preiswerter als von El Calafate aus zu fliegen. Touristenpreise eben.


Samstag, 23. Februar 2013

Das Ende der Welt

Ushuaia
Als das Ende der Welt (spanisch Fin del Mundo) wird Feuerland von den Einheimischen bezeichnet. Auch wenn das sicherlich eher den Gehirnwindungen eines Mitarbeiters einer Tourismus-Marketing-Agentur entsprungen sein dürfte, passt die Bezeichnung ganz gut. Immerhin gibt es südlich von Feuerland nur noch die Antarktis.


Ushuaia



Das Ende der Welt hat sein Zentrum in der kleinen Hafenstadt Ushuaia. Dabei handelt es sich NICHT – wie oft irrtümlich behauptet wird – um die südlichste Stadt der Welt, sondern nur um die zweitsüdlichste. Die südlichste ist die chilenische Stadt Puerto Williams. Mit dieser hat man sich lange herum gestritten, wer denn nun südlicher ist und man hat sich letztlich auf Puerto Williams geeinigt. Ushuaia ist aber unbestritten das touristische Zentrum Feuerlands. Zwischen wunderschönen Bergen an einer Bucht gelegen kann man hier Ausflüge aufs Meer, zu einem nahe gelegenen Gletscher oder zum Nationalpark Tierra del Fuego planen. Oder man genießt einfach die nette Atmosphäre mit kleinen Restaurants, Bars und Cafés. Auch wenn viele Leute in Ushuaia nur zwei oder drei Nächte bleiben und sozusagen „durch rauschen“, kann man hier einige Zeit verbringen ohne dass einem langweilig wird.



Eine Bootsfahrt, die ist lustig



Gestresste Seelöwen
Wir haben zusammen mit zwei französischen Mädels, die mit im Bus auf der abenteuerlichen Busfahrt nach Ushuaia saßen, eine Bootstour gebucht, um die Bucht und die kleinen Inselchen ein wenig besser kennen zu lernen.

Die Bootstour war sehr lustig und die Natur wirklich atemberaubend. Diese zum Teil schneebedeckten Berge direkt am Meer sind absolut fantastisch. Dazu kommen die vielen Tiere wie Kormorane und Seelöwen, die wir aus nächster Nähe sehen konnten.

Als wir die Tickets im Büro der kleinen Reederei gekauft haben, stellten wir zufällig fest, dass das Mädel, was die Tickets verkauft hat, ebenfalls bei Couchsurfing ist und somit hatten wir spontan zwei Nächte private Unterkunft bekommen. Valeria ist auch mit Mauro befreundet, jenem Gastgeber, den wir in der Nacht der Ankunft nicht mehr besuchen konnten. Also trafen wir uns alle gemeinsam einen Abend zum Essen und hatten viel Spaß. Interessant vor allem deshalb, weil Mauro gerade eine Europatour vorbereitet. Er hat viele hilfreiche Tipps von uns bekommen.

Kormorane


Der Nationalpark



Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Feuerland sind wir noch in den Nationalpark gefahren. Kein ganz billiges Unterfangen, aber es hat sich definitiv gelohnt. Da man im Nationalpark auch übernachten kann (es gibt Hotels und Campingplätze) wird er von vielen für mehrtägige Aufenthalte genutzt. Wegen der schnellen Wetterwechsel, waren wir auf alles vorbereitet und haben uns auf einen vierstündigen Wandertag begeben. Unsere Hosen und Schuhe haben zwar ein wenig unter dem Schlamm gelitten, der durch den anhaltenden Regen der vorherigen Nacht entstanden ist, aber es war ein toller Anblick.



Da man die Schönheit Ushuaias und des Nationalparks nur schwer beschreiben kann, hier ein paar Bilder, die dies verdeutlichen sollen.



Der Leuchtturm am Ende der Welt

Ushuaia von einer Insel aus gesehen.

Die Berge in Ushuaia sind toll!

Der Nationalpark lohnt sich ebenfalls!

Anders als bislang geplant haben wir uns dazu entschieden nicht direkt nach Buenos Aires zu fliegen, sondern ein Stück Chile mitzunehmen und dann weiter nach El Calafate zu  fahren, wo man wohl sehr schöne Wanderwege vorfinden soll. Aber davon beim nächsten mal mehr.



Donnerstag, 21. Februar 2013

Der Weg nach Feuerland – Teil 3

Viele Touristen wollen nach Ushuaia
Die Fahrt von Rio Gallegos nach Ushuaia dauert offiziell 12,5 Stunden und kann nur tagsüber durchgeführt werden. Das liegt daran, dass man eine Fähre nehmen muss, die nachts nicht fährt. Dazu kommt, dass man ein kleines Stück durch Chile fährt und somit auch die ganzen Ein- und Ausreiseprozeduren über sich ergehen lassen muss. Was für eine abenteuerliche Fahrt vor uns liegen würde, konnten wir aber nicht erahnen.






Phase 1 – Ausreise aus Argentinien



kurzer Stopp im Nichts
Kurz vor 9 Uhr bestiegen wir den gut gefüllten Bus nach Ushuaia. Nach längerer Zeit saßen auch mal wieder eine ganze Menge anderer Touristen im Bus. Pünktlich setzte sich der Bus in Bewegung und fuhr etwa eine halbe Stunde durch die uns bereits bekannte und sich kaum verändernde Steppenlandschaft Patagoniens. Plötzlich und ohne irgendeinen Grund hielt der Bus am Straßenrand an und die beiden Busfahrer fingen an irgendwas im Motorraum zu werkeln. Wir hatten keine Ahnung, was genau da vorgefallen ist, aber nach etwa 20 Minuten ging die Fahrt zunächst problemlos weiter.

Gegen 12 Uhr erreichten wir den ersten von insgesamt zwei Grenzübergängen. Wie schon beschrieben ging die Reise durch ein kleines Stück Chile und somit stand uns die Ausreise aus Argentinien und die Einreise nach Chile bevor. Während die argentinischen Behörden ziemlich problemlos alles abstempeln, was man ihnen vor die Nase hält, ist das bei den Chilenen ein wenig komplizierter. Zwar gibt es auch nicht viel Papierkram, aber in Chile scheint man große Angst davor zu haben irgendwelche Krankheiten ein zu schleppen. In jedem Fall darf man kein frisches Fleisch, kein Obst und auch sonstige diverse Dinge nicht mitnehmen. Um sicher zu gehen setzen die Chilenen dazu Röntgengeräte, wie man sie von Flughäfen zur Taschenkontrolle kennt, und Spürhunde ein. Alle Passagiere mussten den Bus verlassen und ihr Gepäck scannen lassen. Währenddessen wurden die Spürhunde durch den Bus geschickt.

Spürhunde im Bus
Da diese Prozedur sehr zeitaufwändig ist und viele Leute die Grenze passieren wollen, verbrachten wir geschlagene zwei Stunden an der Grenze. Offensichtlich wurde aber kein verdächtiges Gemüse der illegalen Einwanderung beschuldigt und wir konnten unsere Reise fortsetzen.



Phase 2 – Die Fähre



Nachdem wir die Grenze hinter uns gelassen hatten ging es durch die gleiche Einöde weiter. Etwa weitere zwei Stunden sollten vergehen bis wir den nächsten Halt hatten: die Fähre. Hierbei handelt es sich um einen Fährservice auf einem sehr schmalen Streifen der Magellanstraße zwischen dem Festland und der Hauptinsel Feuerlands. Da es nicht sehr viele Fähren (und keine Brücken) in dem Bereich gibt, ist hier auch immer viel los. Alle LKWs, PKWs und Busse müssen auf die andere Seite. Da es zwei Fährschiffe gibt, die auch nur etwa 20 Minuten zur anderen Seite benötigen, geht es recht schnell und unproblematisch. Allerdings mussten die Passagiere auch diesmal wieder komplett aussteigen und den Fußgängerbereich der Fähre betreten.

Wir mussten nur ein paar Minuten auf die Fähre warten und die Überfahrt war problemlos. Als wir die andere Seite erreichten hatten wir somit Feuerland erreicht. Allerdings hatten wir das schlimmste noch vor uns.



Phase 3 – Chilenische Straßen



Fenster mit Frischlufteffekt
Die Straßen in Chile sind insgesamt bekannt dafür schlechter zu sein als die in Argentinien. Zumindest für Feuerland können wir das definitiv bestätigen. Während die Straßen in Argentinien durchgehend asphaltiert sind, handelt es sich bei den chilenischen Straßen Feuerlands um Schotterwege. Dementsprechend müssen die Busse auch langsamer fahren und man hört ständig wie die kleinen Steine gegen den Bus knallen. Die Landschaft hatte sich auch immer noch nicht verändert und somit war es ein etwas dröger Teil der Fahrt. Plötzlich allerdings gab es einen lauten dumpfen Knall, so als würde jemand mit einem Hammer auf eine Glasscheibe schlagen, die aber nicht zerbricht. Wir schauten uns um, aber es war nichts zu sehen. Dann allerdings sah ich, dass die Glasscheibe auf der gegenüberliegenden Seite tausende kleine Risse hat. Es handelt sich bei solchen Scheiben ja um Sicherheitsglas, was nicht einfach zerspringt, sondern besagte Risse ausbildet und dann in Scherben zerfällt, an denen man sich nicht schneiden kann. Zu diesem Zeitpunkt hielt die Scheibe noch. Es sollte aber nur etwa fünf Minuten dauern bis aufgrund des Wackelns die Scheibe langsam anfing zu bröckeln. Der Bus stoppte und mit Hilfe der Gardinen wurde das Fenster notdürftig geschlossen - fixiert mit Klebeband und einem Tacker.

Jedem dürfte klar sein, dass diese Konstruktion nicht lange gehalten hat. Nach 15 Minuten musste der Bus abermals stoppen, um das Fenster wieder irgendwie zu verschließen. Zusätzlich gab es ein neues Problem: Da das Fenster ja nun nicht wirklich geschlossen war, kam jede Menge Staub von der Schotterstraße durch das Fenster, was natürlich für die Passagiere wenig angenehm war. Gelöst werden konnte das derzeit nur durch umsetzen auf einen anderen Sitzplatz.



Phase 4 – Die Grenze nach Argentinien



Reparatur mit vereinten Kräften
Die ungemütliche Fahrt ging weiter und nach weiteren zwei Stunden erreichten wir dann erneut einen Grenzübergang. Wir reisten aus Chile aus und nach Argentinien ein. Direkt hinter dem Grenzübergang stoppte der Bus auf einem Parkplatz und es begann eine etwa zweistündige Reparatur des Fensters. Es wurde ein Holzbrett in der Größe des Fensters organisiert und mit mit Balken und Stangen von innen und außen befestigt. Zum Glück gab es einen kleinen Kiosk, der genügend Kaffee, Schokolade und Empanadas vorrätig hatte, um das Schauspiel gebührend genießen zu können.

Nebenbei sei erwähnt, dass wir durch die kurze Reise von ca. 5 Stunden durch Chile an der Grenze erneut 90 Tage Aufenthalt in Argentinien erhalten haben. So als wären wir gerade erst frisch ins Land gekommen. Natürlich wurden unsere Pässe auch ordentlich mit Stempeln versehen – kurios.



Phase 5 – Die Ankunft



Gut verklebt ist halb gewonnen!
Man kann sagen was man will, aber die Konstruktion der Busfahrer war sehr gut und hielt bis zum Schluss super. Es musste auch niemand frieren oder an einem sehr zugigen Fenster sitzen. Nachteil des ganzen war allerdings, dass der Bus mal eben vier Stunden Verspätung hatte. Da er ohnehin erst um 21.30 Uhr ankommen sollte, standen wir plötzlich um 1.15 Uhr nachts in Ushuaia. Das Problem war, dass wir eingeladen wurden privat zu übernachten. Allerdings hatten wir keinerlei Chance unserem Gastgeber mitzuteilen, dass wir irgendwann in der Nacht ankommen würden. Die Argentinier sind zwar Verspätungen gewohnt und in der Regel auch lange wach, aber um kurz vor zwei Uhr nachts an einer fremden Tür klopfen wollten wir dann lieber nicht. Mit zwei anderen Leuten entschieden wir uns in ein Hostel zu gehen. Da Ushuaia eine Touristenhochburg ist, war leider erst im dritten Hostel Platz für uns.



Am nächsten Tag konnten wir dann sehr schnell sehen, dass alle Mühen sich gelohnt hatten. Aber davon soll beim nächsten mal berichtet werden.


Montag, 18. Februar 2013

Der Weg nach Feuerland – Teil 2


Rada Tilly
Nachdem wir Trelew verlassen hatten ging die Fahrt weiter mit dem Bus nach Comodoro Rivadavia. Dort angekommen nahmen wir einen regionalen Bus nach Rada Tilly – dem südlichsten Badeort der Welt. Eine Familie hatte uns dort eingeladen ein paar Tage bei ihnen zu verbringen. Andrea und Eugenio waren absolut perfekte Gastgeber. Da neben den drei Kindern (Francisco, Valentina und Isabella) auch ihre drei Hunde durch das Haus tobten war dort wirklich immer was los. Außerdem waren mit Mirian und Bruno aus Spanien bzw. Portugal noch zwei weitere Couchsurfer zur gleichen Zeit anwesend. Vor allem das abendliche gemeinsame Essen war in einer tollen Atmosphäre und natürlich war das Essen immer super! Andrea ist eine tolle Köchin.


Internet verbindet



Interessant ist übrigens die Geschichte, wie Eugenio zu Couchsurfing gekommen ist. Jedes Jahr am 5. Januar hat er sich einen ganzen Tag Zeit genommen nach seinem verschollenen Cousin zu suchen. Dieser war viele Jahre zuvor nach Europa ausgewandert, und keiner wusste, wo er war. Jedes Jahr suchte Eugenio also im Internet nach Spuren seines Cousins. Manchmal fand er einen Hinweis, tätigte ein paar Telefonate, um fest zu stellen, dass sein Cousin schon wieder woanders ist. Im Jahr 2008 dann plötzlich fand er seinen Cousin über den Umweg Google auf Couchsurfing. Da man allerdings Leute über Couchsurfing nur dann kontaktieren kann, wenn man selbst dort angemeldet ist, hat er sich angemeldet. Sein Cousin wohnte in der Nähe von München und hat sich einen Namen als Couchsurfing-Gastgeber gemacht. Nach ein paar Emails folgte ein Telefonat und später trafen die beiden sich in Deutschland. Aus Dankbarkeit über dieses tolle Erlebnis ist Eugenio selber zum Gastgeber geworden und hat nun Leute aus der ganzen Welt zu Gast. Manchmal ist das Internet eben doch eine verdammt tolle Erfindung!



Rada Tilly



windige Wüste in Rada Tilly
Rada Tilly ist insgesamt kein sehr spannender Ort, aber er ist ganz niedlich. Er besteht im wesentlichen aus Einfamilienhäusern besser verdienender Argentinier. 
Tagsüber haben wir es uns richtig gut gehen lassen. Wir sind durch den kleinen Ort gelaufen, haben Eis gegessen und natürlich auch den Strand besucht. Zum Schwimmen gehen war uns das Wasser dann aber doch ein wenig zu kalt. Das Wetter in Rada Tilly ist sehr ungewöhnlich. Es handelt sich um eine Wüste direkt am Meer in der ständig ein starker Wind weht. Dadurch wird viel Staub aufgewirbelt, was manchmal etwas unangenehm war. Gleichzeitig kann es aber auch ordentlich heiß werden bzw. die Sonne brennt sehr stark, so dass wir uns einen Sonnenbrand geholt haben – trotz eincremens.

Die einzige echte Sehenswürdigkeit in Rada Tilly ist die Halbinsel Punta Marqués mit einem Aussichtspunkt auf einem nahe gelegenen Berg, von dem aus man Seelöwen und verschiedene Vögel sehen kann. Gleichzeitig hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt Rada Tilly.



Rio Gallegos



Rosa Kirche mit s/w-Pfarrhaus in Rio Gallegos
Die nächste Etappe war die Stadt Rio Gallegos ganz im Süden des argentinischen Festlandes. Diese Stadt lag dann als erste Stadt seit Puerto Madryn wieder stärker auf der touristisch befahrenen Route. Allerdings nicht, weil sie so hübsch ist oder weil sie eine tolle Sehenswürdigkeit hat, sondern weil sie eine Art Verkehrsknotenpunkt ist. Von hier aus gehen die Busse nach Feuerland und nach El Calafate, einem sehr touristischen Ort in den Bergen mit einem sehr sehenswerten Nationalpark.

Auch hier wurden wir zum privaten Übernachten eingeladen und blieben zwei Tage bei Florencia und ihrer Mutter. Wir konnten unser Spanisch üben und hoffentlich auch ein bisschen verbessern.

Rio Gallegos hat ansonsten wenig zu bieten. Es ist eine Hafenstadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Man merkte auch schon, dass wir uns langsam den kälteren Regionen auf der Südhalbkugel nähern. Nach zwei Tagen stiegen wir in den Bus nach Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens. Es sollte eine abenteuerliche Fahrt werden, aber davon beim nächsten mal mehr.


Montag, 11. Februar 2013

Der Weg nach Feuerland – Teil 1

Wie schon berichtet befinden wir uns derzeit auf dem Weg nach Feuerland. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten dort hin zu kommen: fliegen oder über Land reisen. Fliegen wäre grundsätzlich sogar preiswerter, aber da wir ja nicht auf Reisen sind, um einen bestimmten Ort zu sehen, haben wir beschlossen den Hinweg in mehreren Etappen über Land zu bestreiten. Wir wollen ja schließlich auch noch sehen, was zwischen Feuerland und Buenos Aires zu finden ist.


Bahia Blanca

Unsere erste Station war die Hafenstadt Bahia Blanca. Anders als in Argentinien allgemein üblich kann man dort mit einem Zug hinfahren. Der Vorteil: Der Zug ist preiswerter als die Busse, allerdings auch weniger komfortabel. Und in der Tat war dieser Zug einer der schlechtesten, die wir je gesehen haben. Mal abgesehen davon, dass er rund 1,5 Stunden später abgefahren ist als geplant, war er es im Zug auch sehr warm und unbequem. Es gab keine Klimaanlage sondern nur sehr ineffiziente Ventilatoren. Der Zug fährt auch nur einmal täglich und das über Nacht.
In Argentinien wird viel und gut gegrillt!
In Bahia Blanca wurden wir freundlicherweise vom Bahnhof abgeholt. Eine sehr nette argentinische Familie hat uns eingeladen ein paar Tage bei Ihnen zu verbringen. Neben der Annehmlichkeit eines Pools war es vor allem die familiäre Atmosphäre die wir genossen haben. In Argentinien ist es üblich sehr wenig zu frühstücken und abends sehr spät und üppig zu essen. Selten startet das Abendbrot vor 21 Uhr – und es dauert natürlich Stunden. Es kommen meist auch Familie oder Freunde vorbei, die meist etwas leckeres mitbringen. Auch wir haben etwas dazu bei getragen und den Argentiniern gezeigt, wie ein deutscher Nudelsalat aussieht. Das jemand Nudeln in Salat macht, war für eine stark italienisch geprägte Gesellschaft etwas neues. Es war eine sehr schöne Zeit!

Puerto Madryn

Puerto Madryn
Unser nächster Stopp war die hübsche Hafenstadt Puerto Madryn. Sie ist sowohl Badeort als auch Startpunkt für Ausflüge in das Naturschutzgebiet PeninsulaValdés, was sogar ein UNESCO Weltnaturerbe ist. Hier kann man diverse Tiere wie See-Elefanten, Nandus oder Pinguine sehen. Da das ganze leider auch sehr teuer ist, haben wir allerdings auf eine Tour in den Nationalpark verzichtet, denn man kann all diese Tiere auch an anderen Punkten für deutlich weniger Geld sehen. Deshalb haben wir nur ein paar Tage die gemütliche kleine Stadt genossen und sind dann weiter gezogen.

Trelew

Zum Glück tagsüber im Museum
Unser nächstes Ziel war Trelew, eine Stadt die nur etwa eine Stunde von Puerto Madryn entfernt ist. Der etwas ungewöhnliche Name kommt daher, dass die Stadt von Walisern gegründet wurde und dementsprechend die Namen auch ein wenig ungewöhnlich klingen. Den Einfluss der Waliser erkennt man heute noch daran, dass Rugby als Sport in Argentinien sehr weit verbreitet und relativ beliebt zu sein scheint.
In Trelew gibt es ein kleines aber relativ neues Paläontologie Museum mit einigen sehr schönen Dinosaurier Skeletten, die man alle in Patagonien gefunden hat. Sehr eindrucksvoll.
Auch ansonsten ist die kleine Stadt sehr schön und man kann einige Ausflüge machen, die aber aufgrund des starken Tourismus ebenfalls sehr teuer sind. Daher sind wir nur zwei Nächte geblieben und dann weiter gezogen. Und zwar in den südlichsten Badeort der Welt: RadaTilly – aber davon beim nächsten mal mehr.