Mittwoch, 10. Oktober 2012

Campeche und Mérida

Das Spiel Pirates!

Als ich jung war (eine Zeit, die heute in Geschichtsbüchern als "90erJahre" bezeichnet wird) habe ich gerne und viel Computerspiele gespielt. Eines meiner Lieblingsspiele war Pirates! Heute ein Klassiker. Man schlüpfte dabei in die Rolle eines Piraten und konnte in der Karibik nach Herzenslust rauben und brandschatzen. Neben Schiffen konnte man auch Städte angreifen und ausrauben. Eine Stadt, die es sich aufgrund ihres Reichtums besonders lohnte zu erobern war Campeche. Da ich diese Stadt vor dem Rechner in unzähligen Schlachten dem Erdboden gleich gemacht hatte, war ich gespannt, wie die Stadt, deren Altstadt heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist, denn tatsächlich aussieht.

Alte Kolonialstadt

Die Kathedrale von Campeche
Campeche ist eine typische Kolonialstadt. In der historischen Altstadt gibt es einen zentralen Platz mit einer riesigen Kathedrale und mehreren imposanten Gebäuden. Das tolle an der Stadt ist aber, dass die Straßen sehr sauber und gepflegt wirken. Die Häuser werden abends sehr eindrucksvoll von vielen in den Boden eingelassenen Lichtern angestrahlt. Wirklich sehr hübsch. Allerdings wirkt die Altstadt tagsüber auch ein wenig verlassen, da man kaum Menschen auf der Straße sieht. Gewohnt haben wir übrigens im „Hostal Pirata“ - also im Piratenhostel. In der Innenstadt gelegen und mit einigem Piraten-Equipment ausgestattet.
Insgesamt ist Campeche auf jeden Fall eine Reise wert, aber länger als zwei Tage sollte man dort nicht verbringen. Die Altstadt ist zwar schön, aber auch in einem Tag abgelaufen. Die moderne Stadt außen herum ist eher hässlich. Campeche liegt zwar am Meer, hat aber leider keinen Strand, was den Tourismus doch stark eindämmt. Wer aber ein bisschen „Kolonialluft“ schnuppern möchte, der sollte der Stadt auf jeden Fall einen Besuch abstatten.
Straßenzug in Campeche bei Nacht
















Mérida

Kathedrale von Mérida
Von Campeche aus ist es nur eine etwa vierstündige Fahrt nach Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Sie ist ebenfalls eine alte Kolonialstadt, aber durch ihre Größe dann doch völlig anders als Campeche. Mérida ist bezogen auf die Einwohner mehr als dreimal so groß wie Campeche. Die historische Innenstadt in Mérida ist – anders als in Campeche – auch tatsächlich Wohn- und Einkaufsbereich für die Einwohner. Dementsprechend sind die Straßen und Häuser leider auch deutlich abgenutzter und nicht so gepflegt wie in Campeche.
Wir hatten das Glück in Mérida zwei Tage privat bei Einheimischen unter kommen zu können. Daniela stammt aus einer Stadt südlich von Mexico City und Mauricio kommt aus Venezuela. Es hat Spaß gemacht mit den beiden ein wenig zu quatschen und einen kleinen Einblick in den Alltag von Mexikanern zu erhalten. Da die beiden allerdings ein wenig außerhalb von Mérida wohnen, sind wir nach zwei Tagen in ein Hostel in der Innenstadt gezogen, um diese besser erkunden zu können. Das spannendste war in dieser Zeit allerdings das Wetter. Es hat zum Teil sintflutartig geregnet und die Straßen komplett überschwemmt. Etwas ähnliches haben wir in dieser Form noch nicht erlebt.
Kleine Pfütze in Mérida

Mérida und Campeche sind auf jeden Fall einen Besuch wert, allerdings jeweils nur zwei bis drei Tage. Von Mérida aus haben wir auch einen Tagesausflug nach Uxmal gemacht. Aber dazu folgt demnächst ein eigener Blogeintrag.