Samstag, 30. Juni 2012

Reise durch China Teil 2 – PingYao, Xi'an und Chengdu


Der Glockenturm von PingYao
Von Peking aus fuhren wir weiter in eine sehr kleine Stadt namens PingYao. Sie hat gerade mal 42.000 Einwohner, was für eine chinesische Stadt geradezu winzig ist. Sie hat aber eine Besonderheit, die berühmte Städte wie Peking oder Shanghai vermissen lassen: traditionelle chinesische Einkaufsstraßen. Große Teile der Innenstadt von PingYao sind bis heute im traditionellen chinesischen Stil erhalten geblieben oder restauriert worden. Die mächtige Stadtmauer ist einer der ältesten und besterhaltensten in ganz China.
Da die Stadt zwar sehr gemütlich und idyllisch, aber auch winzig klein ist, sind wir bereits nach einer Nacht weiter gefahren.

Xi'an

Unser nächster Halt war in Xi'an, einer Stadt, die bei so ziemlich jeder Chinareise auf dem Programm steht. Xi'an selber ist eine moderne und nicht sonderlich reizvolle Stadt, aber sie hat eine weltberühmte Sehenswürdigkeit in unmittelbarer Umgebung: die Terrakottaarmee des Kaisers Qin Shihuangdis. Da man das Museum, in dem die Armee ausgestellt wurde, bequem mit einem ganz normalen Bus erreichen kann, haben wir auf eine organisierte Tour verzichtet.
Die Terrakottaarmee
Um es kurz zu machen: Die Armee ist zwar archäologisch betrachtet eine Weltsensation, aber weniger beeindruckend, wenn man sie aus der Nähe sieht. Dennoch empfehle ich sie sich anzuschauen, denn das eigentliche Grab des Kaisers ist noch nicht geöffnet worden und man ist immer noch dabei die Armee aus zu graben. Es kann also durchaus sein, dass man beim nächsten Besuch bereits viel mehr sieht, als wir gesehen haben.

Xi'an selber hat natürlich auch ein paar spannende Dinge. Neben dem Bell-Tower und dem Drum-Tower ist vor allem die große Wildganspagode einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen des schönen Parks drumherum.
Kaum zu glauben: Das ist eine Moschee!
Xi'an war im Mittelalter der Beginn der legendären Seidenstraße. Daher gab es hier immer schon sehr viel kulturellen Austausch. Dies merkt man besonders am heute noch sehr aktiven muslimischen Viertel mit vielen kleinen Moscheen. Die Krönung ist aber die große Moschee, die wir trotz ihrer Größe doch ein wenig suchen mussten. Sie ist – sehr ungewöhnlich für eine Moschee – im chinesischen Stil gehalten und hat nur hier und da mal arabische Schrift. Sehr kurios.



Chengdu

Chengdu befindet sich bereits relativ weit im Südwesten Chinas, in der Provinz Sichuan. Von hier aus werden viele Touren in Richtung Tibet organisiert. Leider reicht unsere Zeit nicht aus dieses absolute Highlight besuchen zu können. Zudem ist es derzeit besonders schwierig, denn man benötigt zusätzlich zum Chinavisum noch eine spezielle Erlaubnis und man darf nur als Gruppe reisen. Eine Gruppe muss dabei aus mindestens fünf Personen gleicher Nationalität bestehen. Die Sinnhaftigkeit dieses Regelung erschließt sich zwar keinem so richtig, aber vermutlich versucht man nur die Hürden besonders hoch zu legen.

Gigantisch: Der Leshan-Buddha
Wir sind aber aus einem völlig anderen Grund nach Chengdu gefahren. Etwa 160km südlich von Chengdu liegt die Kleinstadt Leshan, die eine absolute Sensation beherbergt: den Leshan-Buddha. Dieser Buddha ist mit 71m Höhe der größte Buddha der Welt. Er schaut auf den Fluss Dadu und soll einer Legende nach den lauf des Flusses beruhigt haben.
Leider waren wir an einem Samstag beim Buddha, was insofern eine schlechte Idee ist, als das der Buddha ein beliebtes Ausflugsziel für Chinesen ist. Dementsprechend voll war es überall. Wir mussten alleine eineinhalb Stunden anstehen, um den Buddha in seiner vollen Größe betrachten zu können. Aber es hat sich gelohnt!

In Chengdu selber haben wir nicht sehr viel machen können, denn es hat die meiste Zeit ordentlich geregnet. Wir hatten noch das Glück einen Bambuspark mit 150 verschiedenen Bambusarten besuchen zu können, als es mal gerade nicht regnete.

Die Weiterreise von Chengdu nach Guilin sollte dann eine besondere Herausforderung werden: 26 Stunden Zugfahrt in einem Schlafwagen für eine Strecke von ca. 1300 km.