Montag, 17. Dezember 2012

USA Ostküste – Fazit

Unsere Zeit an der Ostküste der USA war die bisher erlebnisreichste unserer Weltreise. Nicht nur, dass wir tolle Städte besucht haben, nein wir haben auch einige historische Ereignisse miterlebt – manche sogar deutlich dichter als uns lieb war.
Neben dem historischen Wirbelsturm Sandy und der Wiederwahl von Präsident Obama, hatten wir auch noch das Glück mit Halloween und Thanksgiving zwei wichtige US-Amerikanische Feste mitzuerleben. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit direkt mittendrin zu sein in den „Nachrichten aus aller Welt“?

Neue Freunde

Da wir in den USA viel privat übernachtet haben, haben wir auch viele tolle Menschen kennen gelernt und wir haben einen sehr guten Einblick bekommen, wie die US-Amerikaner so leben. Natürlich sieht man als Außenstehender immer nur einen Ausschnitt, aber ich denke unser Ausschnitt ist deutlich größer als der „normaler“ Reisender.
Etwas auf die Nerven gingen uns die zum Teil sehr konservativen Gesetze in den USA, die zudem in jeder Stadt auch noch irgendwie anders sind. Vor allem in den großen Städten mögen selbst viele Einwohner diese Gesetze nicht.

Die Puritaner regieren

Alkohol erst ab 21, Sexszenen im Kino werden geschnitten und in einigen Regionen ist es sogar verboten eine Bar zu eröffnen. Warum gibt es diese Gesetze eigentlich? Die Antwort ist so einfach wie überraschend: die Europäer sind schuld. In Europa wurden viele kleine religiöse Splittergruppen wie die Puritaner oder die Quäker verfolgt. Sie flohen in die USA, wo ihnen ein neues Leben in Freiheit und ohne Verfolgung garantiert wurde. Dort ließen sie sich nieder, gründeten eigene Bundesstaaten und konnten ihre Vorstellung eines erfüllten Lebens leben. Das Problem: Diese Gruppierungen haben sich kaum weiter entwickelt. Einige von ihnen leben immer noch nach den gleichen Grundsätzen und Vorstellungen und da sie in einigen Bereichen die Mehrheit stellen, gibt es diese teilweise völlig dämlichen Gesetze und Vorschriften.
All diese sehr konservativen Leute gehören verschiedenen evangelikalen Gruppen an. Deshalb gilt die evangelische Kirche in den USA auch als deutlich konservativer als die katholische. Das kann man sich in Europa, wo die katholische Kirche praktisch der Inbegriff des Konservativen ist, kaum vorstellen.

Freiheit

Freiheit ist immer wieder der zentrale Begriff in den USA. Alles muss frei sein, die Wirtschaft, die Religion, die Meinungsfreiheit. Staatliche Regulierung in irgendeiner Form – zum Beispiel in Form einer Krankenversicherung – wird als „sozialistisch“ abgelehnt. Auf der anderen Seite schränken die religiösen Gruppierungen die Freiheit des Einzelnen ein, indem sie Verbote erlassen. Ihre Freiheit ist es Gesetze zu erlassen, meine Freiheit ist es, in einen anderen Bundesstaat zu ziehen, wenn ich die Gesetze nicht mag. Sie schränken meine Freiheit ein, um ihre auszuleben. Seien wir ehrlich: 100%ige Freiheit gibt es nicht.

Auf der anderen Seite hat jeder US-Amerikaner die Freiheit sich und seine Familie mit der Waffe zu beschützen. Eine Diskussion, die angesichts des Massakers aneiner Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut wieder aufflammt. Ich bin gespannt, wessen Freiheit nun eingeschränkt wird. Die der Kinder in Grundschulen in Form von mehr Bewachung und Kontrolle oder die Freiheit der Menschen eine Waffe zu besitzen. Es bleibt spannend.

Tolle Städte und viele Sehenswürdigkeiten

Sieht man mal von den teilweise sehr widersprüchlichen Gedanken der US-Amerikaner ab, findet man ein tolles und sehr abwechslungsreiches Land vor. Wir jedenfalls hatten unseren Spaß und konnten uns einen guten Einblick verschaffen. Die USA sind mit ihren sensationellen Bauten und ihrem Hang zum gigantischen immer eine Reise wert.

Zum Abschluss gibt es wie immer noch die Highlightgalerie. Viel Spaß!