Freitag, 20. Juli 2012

100 Tage Weltreise – Eine Zwischenbilanz

Zwei typische Backpacker
Seit heute sind Claudia und ich seit 100 Tagen auf Weltreise. Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Zunächst einmal das wichtigste: Es geht uns sehr gut und wir haben immer noch verdammt viel Spaß am Reisen.

Wir haben bisher sehr viel gesehen und sehr viel erlebt. Inzwischen lernen wir auch immer öfter Leute kennen, darunter viele Einheimische. Zu Beginn in Indien haben wir kaum jemanden kennen gelernt, was vor allem daran lag, dass in Indien Nebensaison war und wir manchmal die einzigen Gäste waren.
Wir haben verschiedene klimatische Zonen erlebt. Von wüstenartigen Gebieten in Indien, über tropisches Klima in Thailand bis hin zu kühlem Wetter in 1000 Meter Höhe im australischen Winter. Derzeit sind wir in Neuseeland, wo ebenfalls Winter herrscht. Da wir uns aber ausschließlich auf der Nordinsel aufhalten werden, ist es nicht zu kalt, denn die Nordinsel hat subtropisches Klima. Hier ist es täglich so zwischen 12 und 20 Grad warm und in der Nacht so zwischen 5 und 10 Grad. Kühl, aber eben kein Winter wie auf der Südinsel, wo zu großen Teilen Schnee liegt.

Alltag beim Reisen

Das typische Chaos in einer Sammelunterkunft
Da viele Leser dieses Blogs vermutlich glauben, dass wir den ganzen Tag am Strand sitzen, uns Weltwunder anschauen oder Bier trinken und Party machen, möchte ich hier mal einen kurzen Einblick in unser tägliches Reiseleben geben.
Wenn man reist wie wir es tun, hat man unweigerlich ein Problem: Man hat höchstens zwei bis drei Tage im voraus geplant. Anders als bei Pauschalreisen, wo bereits für den gesamten Reisezeitraum zumindest eine Unterkunft besteht, haben wir in der Regel immer nur zwei bis drei Nächte an einem Ort gebucht. Der Vorteil: absolute Flexibilität. Hat man keine Lust mehr auf den Ort, zieht man weiter. Gefällt es einem dort, bleibt man noch ein paar Tage länger. Allerdings hat diese Flexibilität auch einen Preis: Mindestens 50% der Zeit geht für Planung drauf. Oftmals sitzen wir einfach am PC und wühlen im Internet. Neben der Frage, wo man als nächstes hinfahren möchte, müssen auch so Kleinigkeiten wie Transportmöglichkeiten (Bus, Bahn, Auto etc.), Unterkünfte und Preise recherchiert und verglichen werden. Dazu kommt, dass wir seit Australien in den Hostels selber kochen. Also muss man ab und an auch mal einkaufen gehen, kochen und hinterher wieder abwaschen. Wenn wir den Ort wechseln, brauchen wir dafür in der Regel einen ganzen Tag. Wir müssen morgens unsere Sachen zusammen packen, auschecken, zum Bus (oder Bahnhof, oder Flughafen) laufen, um dann Stunden später am Zielort anzukommen. Dort wieder einchecken, Sachen auspacken und so weiter.
Im Durchschnitt haben wir alle drei Tage einen Tag, an dem wir dann tatsächlich einfach nur an einem Ort sind, um zum Beispiel Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder die Natur zu genießen. Manchmal muss man dazu aber auch lokale Transporte wie Busse oder Taxis benutzen. Diese Tage sind dann die eigentlichen Highlights dieser Reise. Sie sind der Grund, warum man die Strapazen von Interkontinentalflügen oder Nachtbusfahrten auf sich nimmt. Sie sind das, was man hinterher seinen Freunden und Verwandten auf Fotos präsentiert, um Staunen auf den Gesichtern zu erzeugen. Diese Tage entschädigen für alles!

Urlaub vom Reisen

Da diese Form von Reisen auf Dauer sehr anstrengend ist, bauen wir immer wieder Erholungsphasen ein. Mal bleiben wir zwei bis drei Tage länger irgendwo, um ausschlafen zu können (Sehr wichtig, da wir ja auch regelmäßig in andere Zeitzonen fliegen!) und die jeweilige Atmosphäre zu genießen. Zum anderen haben wir bereits in Deutschland ganz bewusst „Urlaubsphasen“ eingebaut. Die erste Urlaubsphase war Thailand, wo wir auf der Tropeninsel Ko Phangnan ordentlich ausgespannt haben. Die nächste Urlaubsphase steht kurz bevor: Hawaii.

Kleine Statistik

Um den Umfang unserer bisherigen Reise ein wenig zu umreißen hier ein paar kleine Zahlen für die Statistik-Fans:

Zurückgelegte Kilometer in der Luft: 22235 km
Zurückgelegte Kilometer an Land: ca. 10300 km
Zurückgelegte Kilometer auf dem Wasser: ca. 350 km

Besuchte Länder: 6
Anzahl der Zeitzonen: 6

Folgende Transportmittel wurden bisher benutzt: Flugzeug, Taxi, Bus, Fähre, Motor-Roller, Taxi-Boot, Metro, Zug, Straßenbahn, Motor-Rikshah, Auto, Fahrrad-Rikshah, Seilbahn, beide Füße und Rolltreppen


Und die Reise ist noch lange nicht zu Ende!