Donnerstag, 26. Juli 2012

Waiheke und Whangarei

Küste von Waiheke Island
Seit Mitte Juli sind wir in Neuseeland. Nach ein paar Tagen in Auckland (Blogeintrag dazu erfolgt später) haben wir beschlossen mit einer Fähre nach Waiheke Island zu fahren. Die kleine Insel im pazifischen Ozean ist vom Hafen von Auckland aus in 30 Minuten per Fähre zu erreichen. Waiheke ist sehr beliebt bei Touristen und auch als Ausflugsziel für Einheimische. Es ist eine kleine subtropische Insel, die an malerischen Stränden zum Baden einlädt und zusätzlich auch über einige tolle Wanderwege verfügt.



Bioshelter

Das Bioshelter auf Waiheke
Eher ein wenig zufällig sind wir auf Waiheke auf ein Hostel namens Bioshelter gestoßen. Hier hat ein reiseverrückter Neuseeländer ein Haus im Stil von Friedensreich Hundertwasser, der übrigens gerne und oft in Neuseeland Zeit verbrachte, erbaut. Sehr gemütlich, unter Beachtung ökologischer Aspekte und mit viel Liebe zum Detail ist hier eine Unterkunft entstanden, die die vermutlich gemütlichste auf unserer bisherigen Reise war. Dazu kam, dass es keine Rezeption oder ähnliches gibt, sondern dort eher wie in einer großen Wohngemeinschaft gelebt wird. Wir waren insgesamt drei Tage dort und haben die Zeit sehr genossen. Waiheke wird uns wohl noch sehr lange in sehr guter Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Whangarei

Da wir keine Lust auf Großstadt hatten, haben wir beschlossen nach Northland zu fahren. Northland ist der Bereich nördlich von Auckland, dessen Hauptstadt das kleine Örtchen Whangarei ist. Die Umgebung von Whangarei hat einige landschaftlich sehr schöne Bereiche. Neben einigen tollen Stränden, sind vor allem die Wasserfälle von Whangarei hervor zu heben. Diese sehen so aus, wie man sich romantischerweise Wasserfälle vorstellt: nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Wasser, mit einem kleinen See, in den das Wasser fällt, und jede Menge tropischer Pflanzen drum herum. Wirklich toll!

Stus Home

Whangarei Falls
Da wir uns für die Weltreise als ein wichtiges Ziel vorgenommen hatten auch Einheimische Leute kennen zu lernen, versuchen wir schon seit längerem bei Couchsurfing Leute zu finden, die uns ein paar Tage bei sich aufnehmen. Wer es nicht kennt: Couchsurfing ist eine Methode, bei der man kostenlos bei Privatleuten übernachtet und dann einiges gemeinsam unternimmt. Eine tolle Sache. Leider gibt es viele, die versuchen Couchsurfing ausschließlich als eine billige Übernachtungsmöglichkeit zu missbrauchen. Daher sind die Leute, die ihre Couch anbieten, oft etwas zurückhaltender bei Leuten, die noch keinerlei Referenzen haben.
In Whangarei konnten wir dann aber bei Stu übernachten. Stu ist 49 Jahre alt, arbeitet bei einer Bank und nimmt vermutlich so ziemlich jeden Couchsurfer bei sich auf, der auch nur eine vorsichtige Anfrage stellt. Stu ist ein absolutes Energiebündel. Er läuft Ski, er fährt Mountainbike, er wandert und an guten Tagen macht er vermutlich alle drei Dinge direkt hintereinander. Stus Haus ist nahezu offen für jeden. Während der drei Tage, die wir dort verbrachten, war noch ein Waliser zu Gast, es kam ein Freund aus der Nachbarschaft vorbei und ein Däne, der jetzt in Neuseeland wohnt, saß bereits auf der Couch, als wir von einem gemeinsamen Ausflug zurück kamen. Jeder, der Stu ein bisschen kennt, kennt den Ort, wo der Wohnungsschlüssel aufbewahrt wird und den Sicherheitscode für die Alarmanlage. Und obwohl vor kurzem in seine Garage eingebrochen und eines seiner guten Fahrräder gestohlen wurde, hat er diese Praxis nicht geändert. Stu mag einfach Geselligkeit und Leute um sich herum. Er hat viel Platz in seinem großen Haus, das er alleine bewohnt und die Freunde kommen und gehen. Bei Stu ist immer Bier im Kühlschrank und eigentlich ist auch immer irgendein Gast da. Ich kann nur sagen: Wer in Whangarei ist, sollte bei Stu vorbei schauen. Es ist toll!

Wetterwechsel

Leider hat sich das Wetter in Whangarei stark verschlechtert und es wird bis Ende Juli vermutlich ordentlich durchregnen. Wir haben daher die Möglichkeit genossen mit Stu ein wenig in seinem Auto durch die Gegend zu fahren und wenigstens einen Blick auf einige schöne Orte zu werfen. Als Krönung waren wir noch bei ein paar natürlichen heißen Quellen und haben ein Bad genommen.

Aktuell sind wir wieder in Auckland und werden noch ein paar Couchsurfing-Erfahrungen sammeln, denn bei dem Wetter macht wandern einfach keinen Spaß. Wir versuchen die Zeit somit sinnvoll zu nutzen, um weitere Bekanntschaften zu schließen und mehr über die Mentalität der Neuseeländer zu erfahren. Wir sind gespannt!