Mittwoch, 11. Juli 2012

Sydney

Die berühmte Oper von Sydney
Am 27. Juni haben Claudia und ich erstmals in unserem Leben den Äquator überquert und haben den sagenumwobenen südlichen Kontinent erreicht, heute allgemein bekannt unter dem Namen Australien. Wenn Leute von Australien sprechen, denken sie vor allem an Kanguruhs, Koalabären und den Ayers Rock (hier allgemein Uluru genannt). Dem allgemeinen Rucksacktouristen fällt aber zunächst erstmal folgendes auf: Australien ist schweineteuer. Und dieses Gefühl stellt sich nicht nur deshalb ein, weil man gerade aus dem wirklich günstigen Asien kommt, sondern weil Australien das vermutlich teuerste Land auf diesem Planeten ist. Der erste Schock war das Bahnticket für zwei Personen vom Sydney Flughafen in die Innenstadt: Insgesamt etwa 33 australische Dollar. Für eine Fahrt von etwa 15 Minuten! Nun wird der eine oder andere denken „Naja, das ist ja auch ein Airport-Shuttle. Die sind immer teuer!“ Stimmt. Eine normale Bahnfahrt ist günstiger. Aber es ist dennoch einfach alles teurer. Ein Kilo Tomaten kostet zum Beispiel zwischen 6 und 12 Dollar. Ein australischer Dollar sind übrigens etwa 0,8 Euro. Der aktuelle Sinkflug des Euro aufgrund der europäischen Wirtschaftskrise tut da sein übriges.
Tomaten sind hier verdammt teuer!
Wir hatten ursprünglich mal sechs Wochen Australien eingeplant, aber uns war bereits in China klar, dass wir Australien kürzen müssen, um nicht nach drei Wochen völlig Pleite irgendwo im Outback zu stehen. Daher haben wir unseren Aufenthalt auf zwei Wochen gekürzt und beschlossen in den nächsten Jahren noch einmal einen „normalen“ Urlaub in Australien zu machen, denn: Australien ist toll! Die „gewonnene“ Zeit werden wir irgendwo in Mittel- oder Südamerika dran hängen.

Australien ist anders

Der botanische Garten mit der Skyline im Hintergrund
Hier in Down Under – wie die Australier ihr Land etwas selbstironisch nennen - ist alles irgendwie ein bisschen anders. Die Pflanzen sind extrem exotisch, die Vögel sehen völlig anders aus und die Menschen sind hier überraschend entspannt, freundlich und hilfsbereit. Eigenschaften, die ich an Deutschland oft ein wenig vermisse.
Sydney als größte australische Stadt ist sehr beeindruckend und wunderschön. Für uns war es überraschend, wie klein Sydney eigentlich ist. Man kann in 20 Minuten durch die Innenstadt laufen und ist damit praktisch durch. Allerdings gibt es natürlich den Großraum Sydney, der sich flächenmäßig deutlich stärker ausbreitet. Wirklich schön in Sydney ist der Hafenbereich mit der berühmten Oper und dem botanischen Garten. Dieser botanische Garten ist eine Art kostenloser Park, der aber extrem gut gepflegt ist. Es gibt kostenpflichtige Führungen und sogenannten free walks – also kostenlose Führungen, die von freiwilligen Guides durchgeführt werden – und zwar täglich. Wir haben zwei dieser Führungen mitgemacht und waren begeistert. Jeder Guide setzt eigene Schwerpunkte und erzählt andere Geschichten. Man erfährt einiges über die Geschichte Australiens und natürlich viel über die Pflanzen aber auch über die Vogelwelt.

Verrückte Vögel

Kakadus überall
Die Vogelwelt in Sydney ist für einen Europäer ohnehin völlig verrückt. In einer großen Metropole wie Sydney erwartet man natürlich Tauben und Spatzen. Die gibt es zwar, sind aber deutlich in der Unterzahl. Möwen findet man natürlich viele im Hafenbereich. Zusätzlich fliegen aber Kakadus und storchenähnliche Vögel herum und laufen in Parkanlagen einfach so über die Wiesen. Überall gibt es Eukalyptus-Bäume (hier allgemein gum trees genannt) und Palmen. Dazwischen immer wieder extrem exotische Pflanzen.

Tolles Wetter

Wer aufgepasst hat weiß, dass wir im Winter in Australien sind. Winter bedeutet hier tagsüber etwa 15 – 20 Grad, nachts 5 – 10 Grad und klarer Himmel und Sonne. Gelegentlich mal ein Regenschauer. Für uns, die wir drei Monate in tropischen und subtropischen Regionen geschwitzt haben, eine absolute Erholung. Und noch was verrücktes: Australien ist auch im Winter grün! Die meisten australischen Pflanzen sind nämlich immergrün. Einige Eukalyptus-Bäume verlieren lediglich einen Teil ihrer Rinde. Ansonsten ist selbst das Gras hier ganzjährig grün. Einfach toll!

Ein bisschen Natur

Damit wir aber nun nicht nur in Sydney rum hängen, sondern auch mal ein paar Dinge außerhalb sehen, haben wir uns – bevor wir nach Neuseeland fliegen – noch einen Ausflug in die Blue Mountains gegönnt. Die Blue Mountains befinden sich im einem Nationalpark etwa zwei Stunden von Sydney entfernt. Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir im Zug nach Katoomba, einem kleinen Ort, von dem aus man die Blue Mountains erkunden kann. Wir freuen uns!