Samstag, 11. August 2012

Hawaii

Waikiki Beach
Immer wenn wir irgendjemandem sagten, dass wir Hawaii besuchen würden, gab es ein „Oh toll!“ oder ein „Da bin ich aber neidisch!“. Gleich im Anschluss folgte meist der Satz „Aber Hawaii ist sehr teuer!“. Eine Aussage, die vor allem in Neuseeland und Australien nach dem Kauf von Tomaten für knapp 10 Euro das Kilo ein wenig belustigend wirkte. Es zeigt aber, wie Hawaii allgemein gesehen wird: als ein Stück Paradies, für das man eben auch ein paar Dollar mehr bezahlen muss. Da wir ja nun schon einige paradiesische Orte besucht haben, waren die Erwartungen natürlich entsprechend hoch.

Mythos Hawaii

Um es kurz zu machen: Hawaii kann seinem Ruf nicht ganz stand halten. Natürlich können wir nicht ganz Hawaii beurteilen, da wir nur auf der Hauptinsel O'ahu waren, die auch die touristischste aller Inseln ist. Natürlich ist Hawaii schön und vor allem hat man das ganze Jahr Sommer. Aber man muss sich die Insel O'ahu eher wie eine tropische Version von Mallorca vorstellen. Hierzu sei erwähnt: ich mag Mallorca! Mallorca ist wie Hawaii eine schöne Insel, aber eben nicht spektakulär. Vor allem der berühmte Waikiki Beach ist zwar schön, aber auch gnadenlos überfüllt. Hier stehen Hotels und Einkaufszentren in friedvoller Eintracht nebeneinander. Sehr sauber und ordentlich gepflegt für die jährlichen Touristenmassen.
Die Frage bei Hawaii ist, was man eigentlich erwartet. Erwartet man warmes Wetter, blauen Himmel, Sonnenschein, braun gebräunte Surfer und Mädels im Bikini ist man auf Hawaii genau richtig. Erwartet man einsame Strände und unberührte Natur empfehle ich eher eine thailändische Insel oder Neuseeland im Sommer.

Das persönliche Paradies

"Unser" Strand an der North Shore
Da wir aber keine gewöhnlichen Urlauber sind, haben wir auch nicht wie die meisten anderen am Waikiki Beach gelegen. Unser Ziel war North Shore, der Nordteil der Insel, an den sich deutlich weniger Touristen verirren. Einige Strände dort sind aber bekannt für ihre Surfwettbewerbe. Wir hatten das große Glück einen Couchsurf-Gastgeber an der North Shore zu finden. Aaron und sein Hund Nugget leben in Waialua. Dort hat Aaron ein Haus, das einen kleinen Garten mit einer Pforte besitzt. Diese Pforte führt zwischen zwei weiteren kleinen Häusern direkt zu einem wenig besuchten Strand. Aaron hat praktisch den Pazifik im Garten. Der Wahnsinn! Ganze fünf Tage haben wir bei ihm im Haus verbracht. Da er in der Woche arbeiten musste, hatten wir das Haus sogar für uns allein! Unser Tagesablauf bestand in ausschlafen, schwimmen gehen, frühstücken, ausruhen, schwimmen gehen, Mittag essen, schwimmen gehen usw. Und das beste: der Strand war menschenleer. Es war sicherlich nicht der schönste Strand der Welt, aber wir hatten ihn allein für uns!
Aaron und seine Hündin Nugget leben seit 13 Jahren zusammen. Lustigerweise hat er zwei Jahre in Deutschland gelebt. Eines davon in Heidelberg und er kannte sogar Weinheim! Da sitzt man am anderen Ende der Welt und kann mit einem US-Amerikaner über die Wachenburg reden! Verrückt!
Nugget und Aaron auf dem Surfbrett
Aaron hat seine Hündin übrigens überall mit hin genommen. Sie war in Deutschland, in Alaska und noch in ein paar anderen Ländern. Ein beliebter Sport auf Hawaii ist Surfboard Paddling. Dabei stellt man sich auf ein Surfboard und hat ein Paddel dabei. Aaron besitzt ein eigenes Board und er geht meistens abends zusammen mit Nugget auf den Ozean. Ein tolles Bild!






Urlaub vom Reisen

Für uns war die Woche auf Hawaii ein willkommener Urlaub vom Reisen. Auch hatten wir anfangs große Probleme mit der Klimaumstellung. Der Unterschied vom winterlichen Neuseeland zum sommerlichen Hawaii ist für den Körper doch ganz erheblich. Da ich gefragt wurde, warum wir nicht länger auf Hawaii geblieben sind, hier die beiden Gründe:
1. Man kann nicht überall ewig bleiben, es gibt noch so viel zu sehen!
2. Hawaii ist letztlich auch nur ein Urlaubsort wie viele andere auch. Strand und Palmen hatten wir genügend und werden wir auch noch zur Genüge haben. Es ist schön, aber nicht spektakulär, wenn man ähnliches bereits kennt.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir im Flugzeug nach Los Angeles. Wir haben uns ein Auto gemietet und werden die nächsten zwei bis drei Wochen vermutlich mehrere tausend Kilometer zurück legen, die wir aber selber fahren werden. Es wird also anstrengend. Dafür bekommen wir aber einige tolle Sehenswürdigkeiten wie Las Vegas, Grand Canyon, Yosemite Nationalpark oder San Francisco geboten.