Mittwoch, 5. September 2012

Der große Salzsee und Yosemite


Der große Salzsee
Die Tour zwischen Los Angeles und San Francisco mit Las Vegas und Grand Canyon ist eine beliebte Route bei Touristen. Viele nutzen die Tour dann auch noch für einen Besuch im Zion Nationalpark (siehe letzter Blogeintrag) und auch für den Bryce Canyon, in dem wir allerdings nicht waren. Was eigentlich nur selten auf der Route liegt ist Salt Lake City und der große Salzsee. Beides liegt bereits in Utah und ist für viele doch schon ein wenig „ab vom Schuss“. Wir wollten aber unbedingt mal einen der größten Salzseen der Erde sehen. Ein See mit einem Salzgehalt mehr als doppelt so hoch wie die Weltmeere.

Der große Salzsee

Ein einsamer Bison
Um es kurz zu machen: Wir hatten etwas Pech mit dem Salzsee. Die Wetter war sehr schlecht und somit die Sicht nicht besonders schön. Ausgerechnet an diesem Tag gab es große Nebelschwaden überall. Wir haben das beste daraus gemacht und den Antelope Island State Park, der sich auf einer Insel im Salzsee befindet, besucht. Diese Insel ist ein wenig kurios, denn es leben knapp 800 Bisons und jede Menge Möwen (weit weg von der Meeresküste!) auf der Insel. Die Bisons sind allerdings vor vielen Jahren von den Menschen dort hingebracht worden. Die Möwen kamen von allein.
Der See selber legt ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag: Er ist total glatt. Normalerweise haben Seen ja immer ein wenig Wellen oder Wasserbewegung. Nicht so der große Salzsee. Das Wasser scheint absolut still zu stehen und es fühlt sich ein wenig seifig an. Dieses Verhalten entsteht vermutlich aufgrund des sehr hohen Salzgehaltes. Durch das Salz ist das Wasser „schwerer“ und somit auch durch den Wind schwerer in Bewegung zu bringen.


Salt Lake City
Der Salt-Lake-Tempel

Wir hatten wenig Gelegenheit Salt Lake City zu erkunden. Was wir aber unbedingt sehen wollten ist der Salt-Lake-Tempel, das höchste Heiligtum der Mormonen. Die Mormonen sind eine christliche Glaubensrichtung, die vor allem in Salt Lake City sehr verbreitet sind. Der Tempel, den man als Nicht-Mormone leider nicht betreten darf, ist von außen äußerst eindrucksvoll. Direkt neben dem Tempel steht ein kleines Museum, in dem man auch Teile der Inneneinrichtung und ein Modell des Tempels sehen kann. Der Tempel dürfte auch von innen ausgesprochen eindrucksvoll sein.


Die Salzwüste

Die Salzwüste
Auf dem Weg zu unserem nächsten Highlight hatten wir dann noch einen kleinen Zwischenstopp in der Salzwüste westlich des großen Salzsees. Diese Salzwüste ist eine schier endlose riesige glatte und gerade Fläche ohne Pflanzen und Tiere. Aufgrund des vielen Salz ist sie zudem nahezu weiß und blendet einen geradezu im Sonnenlicht. Wegen der ebenen Fläche und weil in der Salzwüste nahezu nichts lebt, eignet sich die Salzwüste für ein besonderes Sportereignis: Hochgeschwindigkeitsrennen. Hier werden Raketenautos auf gerade Strecke ins Rennen geschickt. Leider hat kein Rennen statt gefunden, als wir gerade da waren.

Yosemite

Stellt man einem US-Amerikaner vor die Aufgabe, er solle spontan einen Nationalpark in den US nennen, dürfte vermutlich in etwa 50% der Fälle der Yosemite Nationalpark genannt werden. Er ist neben dem Yellowstone Nationalpark in Wyoming der wahrscheinlich berühmteste Nationalpark der USA – und wie viele behaupten auch einer der schönsten.
Das interessante am Yosemite Nationalpark ist eindeutig die außergewöhnliche Landschaft, die fast wie ein Gemälde aussieht. Machen wir einen kleinen Test. Wenn Du – ja, ich meine genau DICH – gerade diese Zeilen liest, schließe kurz die Augen und denke darüber nach, wie du dir „unberührte Natur in den USA“ so vorstellst. Und? Fertig? Waren auf dem Bild Berge? Und Bäume? Und vielleicht ein See? Nun, die meisten von uns werden vermutlich ein Bild im Kopf haben, was aus irgendwelchen BBC-Dokumentationen oder Natur-Bildbänden stammt. Vermutlich wird Dein Bild im Kopf so oder so ähnlich aussehen, wie das Bild am Ende dieses Textes. Und das ist das tolle an Yosemite: Man hat das Gefühl als laufe man durch einen real gewordenen Naturfilm. Dazu kommt, dass es im Yosemite auch tatsächlich echte noch nahezu unberührte Natur gibt, denn nur etwa 6% des Parks sind mit dem Auto erreichbar. Die anderen 94% sind nur zu Fuß und mit zum Teil tagelangen Fußmärschen zu erreichen. Zum Teil sogar nur mit speziellen Genehmigungen.
Wir waren zwei Nächte dort und haben ein wenig das „Ranger“-Programm mitgemacht. Die Ranger, wie sie in den USA heißen, sind sowas wie die Parkwächter. Sie sorgen für Sauberkeit im Park, stellen Genehmigungen aus und machen Wanderungen und Führungen für Besucher. Wir haben neben einem gemütlichen Lagerfeuer mit einem Ranger und vielen Familien, die dort Urlaub machten, auch zwei Führungen mitgemacht: eine Führung zu wilden Blumen und eine zum Leben in Flüssen. Yosemite ist ein wunderschönes Naturerlebnis, ich kann nur jedem empfehlen dort einmal hin zu fahren.

Nach Yosemite ging es dann in eine der berühmtesten Städte der Welt: San Francisco!
Yosemite - Hast Du es Dir so vorgestellt?