Dienstag, 11. September 2012

San Francisco


Golden-Gate-Bridg
„If you're going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair!“ heißt es in dem berühmten Lied von Scott McKenzie über die Weltstadt San Francisco. Wir hatten zwar keine Blumen im Haar, haben diese außergewöhnliche Stadt aber dennoch genossen. Allerdings wurde es uns nicht ganz leicht gemacht.

Improvisierte Unterkünfte

Mit den Unterkünften hatten wir in San Francisco ein wenig Pech. Abgesehen davon, dass San Francisco ohnehin sehr teuer ist, war auch so ziemlich alles ausgebucht. Das wiederum lag daran, dass in den USA noch Sommerferien waren, wir an einem Wochenende in San Francisco ankamen und dann auch noch der America's Cup genau zu dieser Zeit dort statt fand. Ein Hotelzimmer unter $100 pro Nacht war praktisch nicht zu bekommen. Zudem hatten wir dann auch noch Pech mit einem Couchsurfing-Gastgeber, der uns mitten in der Nacht versetzt hat. Wir standen praktisch kurz nach Mitternacht ohne Unterkunft da. Zum Glück hatten wir in den Wochen zuvor die nächtliche Bequemlichkeit des Autos zu schätzen gelernt. Wir sind also zu einem etwas außerhalb gelegenen Rastplatz an einer Autobahn gefahren und haben dort übernachtet.
Dann hatten wir ein neues Problem: Wir mussten unser Auto am nächsten Tag abgeben. Zum Glück mussten wir dies am Flughafen tun. Flughäfen sind aus Sicht von Backpackern das absolute Paradies: Dort gibt es kostenlose und meist sehr saubere Toiletten, es ist warm bzw. klimatisiert, es gibt in der Regel kostenloses Internet und es ist ein sehr sicherer Ort. Wir hatten uns dazu entschlossen noch ein weiteres Auto zu mieten, um damit dann von San Francisco nach Los Angeles zu fahren. Leider hatten wir ein kleines Kreditkartenproblem und konnten etwa einen Tag lang nicht an unser Geld gekommen (und somit auch nicht an einen Mietwagen). Somit haben wir zwei Nächste unfreiwillig am Flughafen San Francisco verbracht. Nicht die beste Unterkunft, aber wir haben für Geld schon schlechter gewohnt. Die beiden darauf folgenden Nächte haben wir dann wieder im Auto verbracht, konnten uns aber immerhin in Ruhe San Francisco anschauen.

Verdammt kalt

Cable Car
Jeder – und ich meine wirklich JEDER – den ich kenne und der schon einmal in San Francisco war meinte zu mir: „San Francisco ist aber etwas kühler als Los Angeles.“ Das ist glatt gelogen! San Francisco ist nicht „etwas kühler“, San Francisco ist schweinekalt. Während wir in Los Angeles bei fast 40 Grad geschwitzt haben, waren wir in San Francisco froh, wenn die Temperaturen zweistellige Werte erreichten. In einer Nacht hatten wir mal 7 Grad. Im AUGUST!
Wer nun denkt „Aber dafür hattet ihr dann doch bestimmt strahlenden Sonnenschein!“ dem sei gesagt, dass die Einwohner der Stadt San Francisco auch gerne „City of Fog“ („Stadt des Nebels“) nennen. Neblig und kalt. Toll.
Aber wie das mit dem Wetter im Küstenbereich nun einmal so ist: es ändert sich regelmäßig und vor allem sehr schnell. Was eben noch neblig war, kann kurz darauf schon wieder sonnig sein und umgekehrt.

Insgesamt eine fantastische Stadt

Blick über die Stadt
Wenn man sich aber erst mal mit dem Wetter dort arrangiert hat, stellt man sehr schnell fest, dass San Francisco eine wunderschöne Stadt ist. Alte Häuser, niedliche Gassen und eine sehr interessante Mischung an Menschen aus aller Welt machen San Francisco zu einem besonderen Erlebnis. Die berühmteste aller Sehenswürdigkeiten der Stadt ist natürlich die Golden-Gate-Bridge. Wir hatten das seltene Glück die Brücke im strahlenden Sonnenschein zu erleben. Keine drei Stunden später war sie allerdings komplett im Nebel verschwunden.
Die zweite berühmte Sehenswürdigkeit sind die Cable Cars. Wir haben darauf verzichtet mit einer zu fahren. Es war einfach zu voll. Aber angeschaut haben wir sie uns. 
Die dritte große Hauptattraktion San Franciscos ist die Gefängnisinsel Alcatraz, auf der sich heute ein Museum befindet. Es gibt zwar einen vergleichsweise günstigen Fährservice zur Insel und das Museum selber ist kostenlos, aber die Fähre muss man – aus gutem Grund – vorher buchen. Wir hätten vier Tage auf den nächsten freien Fährplatz warten müssen. Das wollten wir nicht und somit hatten wir auch hier ein wenig Pech. 
Wer sich noch ein paar weitere Infos zu dieser tollen Stadt holen möchte, dem empfehle ich diesen Text zu lesen. Er stammt von einer bekannten berliner Bloggerin und Texterin, die unter ihrem Pseudonym Ada Blitzkrieg auf witzige, ironische und zu großen Teilen auch entlarvende Weise die Welt kommentiert. Sie war interessanterweise kurz nach uns in San Francisco (und ist es glaube ich zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen auch noch). Text und Bilder sind somit sehr aktuell. Spannend sind vor allem ihre Ausführungen zur Sicht der Deutschen auf die USA.

Fazit

Gefängnisinsel Alcatraz
Auch wenn vieles, was ich geschrieben habe, sehr negativ klingt, hat uns San Francisco wirklich sehr gut gefallen. Eine Stadt, von der wir sagen können, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Wir wollen auf jeden Fall wieder hin! Wir nehmen beim nächsten mal aber einen Schal mit. Ganz sicher.



Übrigens:
Scott McKenzie ist exakt zwei Tage, bevor wir San Francisco erreichten, nach langer Krankheit gestorben.