Sonntag, 25. November 2012

Washington


Das Washington Monument
Die nächste Station nach Chicago war die Hauptstadt der USA, Washington D.C. Nach längerer Überlegung und ein paar Preisvergleichen haben wir uns für eine Zugfahrt entschieden. Zug fahren in den USA ist nur auf wenigen Strecken zwischen großen Städten möglich. Es ist sehr bequem, aber auch auch sehr teuer und vor allem sehr langsam. Gemütliche 23 Stunden haben wir für die knapp 1200 km lange Strecke benötigt. Wer es schnell haben will in den USA, der fliegt.




Die Hauptstadt

Man merkt relativ schnell, dass man sich in der Hauptstadt des Landes befindet, denn in bestimmten Regionen sind besonders viele Sicherheitskräfte unterwegs, die auch allesamt einen eher unentspannten Eindruck machen.
Das Kapitol
Herzstück dieser ungewöhnlichen Stadt ist eindeutig die „National Mall“. Anders als man annehmen könnte, handelt es sich dabei keineswegs um ein Einkaufszentrum indem viele US-amerikanische Flaggen verkauft werden, sondern um eine Parkanlage. In und an dieser Parkanlage befinden sich viele berühmte Gebäude und Memorials. Die bekanntesten Gebäude dürften das Kapitol, das weiße Haus und das Lincoln Memorial sein. In der Mitte befindet sich das Washington Monument, das zu Ehren des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington, errichtet wurde.
Außerdem befinden sich um die National Mall herum zahlreiche Museen, wie das Air- andSpace-Museum, das Museum für Amerikanische Geschichte oder das Nationalarchiv, was so bedeutende Dokumente wie die Unabhängigkeitserklärung oder die Verfassung der VereinigtenStaaten beinhaltet. Alle diese Museen sind übrigens kostenlos, was ich sehr bemerkenswert und nachahmenswert finde.

Crashkurs in US-amerikanischer Geschichte

Das Lincoln Memorial
Wir haben uns wirklich alles gegeben. All die Memorials, seien sie aus dem 1., 2. oder irgendwelchen anderen Kriegen. Auch die Memorials zu wichtigen Persönlichkeiten der US-amerikanischen Geschichte wie Lincoln, FranklinD. Roosevelt oder Martin Luther King, jr. Es gibt wahrlich eine Menge zu sehen und es ist wirklich interessant all diese Orte, die ja oft in politischen Filmen der USA gezeigt werden, mal direkt besuchen zu können.
Man versteht auch die Denkweise der US-Amerikaner zumindest ein bisschen besser. Allerdings begreift man auch, dass ihre Denkweise ausschließlich mit der Gründung der USA anfängt. Man findet nur sehr wenig über die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents. Die Indianer (hier gerne „native americans“ genannt) spielen eine nur sehr untergeordnete Rolle. Selbst im National Museum of the American Indian (amerikanische Indianer) wird kaum etwas darüber berichtet, wie die Indianer systematisch vertrieben und getötet wurden. Man findet eigentlich nur Informationen darüber, wie die Ureinwohner heute noch leben. Sehr schade.
Ebenfalls nur sehr marginal angeschnitten wird die Sklaverei in den USA. Die Verschleppung der Afrikaner wird zwar nicht verschwiegen aber eine systematische Aufarbeitung der Vergangenheit sieht anders aus. Immerhin hat man dem Friedensnobelpreisträger Martin Luther King ein Memorial gewidmet. Er ist der einzige Schwarze, dem bisher diese seltene Ehre zu Teil wurde.

Abseits der Innenstadt mit seinen Verwaltungsgebäuden ist Washington eine ganz normale Stadt. Ganz nett, aber nicht außergewöhnlich.