Montag, 24. Dezember 2012

Arequipa und Nazca

Plaza de Armas in Arequipa
Nach Cusco sind wir mit dem Bus wieder Richtung Küste in die zweitgrößte Stadt Perus – nach Arequipa – gefahren.

Arequipa ist ehrlich gesagt wenig aufregend. Es gibt eine ganz nette Innenstadt, die im typischen Kolonialstil gehalten ist, mit einem Plaza de Armas und einigen Kirchen. Dazu gibt es einige Museen und das war es auch schon. Unter den Museen gibt es aber eines, was man durchaus als außergewöhnlich bezeichnen kann. Das Museo Santuarios Andios beherbergt die Inka-Mumie Juanita. Eine Mumie, die eher zufällig durch den US-Amerikanischen Wissenschaftler Johan Reinhard entdeckt wurde.
Bei Juanita handelt es sich um ein Mädchen von etwa 13 Jahren, das auf dem Berg Ampato einem Gott geopfert wurde. Solche Opfer haben regelmäßig statt gefunden und dienten dazu die jeweiligen Götter zu beruhigen. Die Kinder wurden dabei auch rituelle Art getötet und zusammen mit zahlreichen Beigaben auf dem Berg begraben. Aufgrund eines Erdrutsches wurde die Mumie von Juanita aus ihrem Grab geschleudert und wurde nur wenige Tage später gefunden. Ein Glücksfall, denn dieser Fund ermöglichte den Archäologen und Historikern einen tieferen Einblick in die Kultur der Inka zu bekommen. Das Museum bietet dem Besucher daher einen sehr guten Überblick über die bisherigen Erkenntnisse in der Erforschung der Inka, die leider keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen hatten. Sehr sehenswert.

Nazca

Nazca-Linien: Der Frosch
Der eine oder andere wird den Namen Nazca schon einmal irgendwo gehört haben und sich vielleicht nicht genau erinnern woher. Die Stadt Nazca ist weltweit bekannt durch die sogenannten Nazca-Linien. Jene riesigen Linien, die die sogenannte Nazca-Kultur vor etwa 2000 Jahren in der Atacamawüste hinterlassen hat und die nur von der Luft aus zu sehen sind.
Wir dachten, dass man diese Linien nicht besichtigen kann oder wenn dann nur mit einem teuren Flug. Aber wir haben in Cusco erfahren, dass man einen Teil der Linien auch günstiger, nämlich mit dem Auto und von Aussichtstürmen, sehen kann. Also haben wir uns in die trockenste Wüste der Erde begeben, in der es laut Angaben eines Einheimischen nur etwa drei bis vier Stunden pro Jahr regnet, um uns die spektakulären Linien anzuschauen.

Nazca-Linien: Der Baum
Unser Fahrer fuhr uns zunächst zu zwei Aussichtspunkten, von denen aus man die schnurgeraden Linien und auch drei Figuren sehen konnte. Die meisten Figuren kann man allerdings nur mit einem Flug sehen, der sehr teuer und – wie wir von anderen Reisenden erfahren haben – auch sehr halsbrecherisch ist. Wir haben daher von einem solchen Flug Abstand genommen.
Auf unserer Tour lag dann noch das Maria Reiche Museum. Maria Reiche hatte sich Zeit ihres Lebens der Erforschung und Bewahrung der Nazca-Linien gewidmet und ist dafür international vielfach ausgezeichnet worden. Sie erhielt unter anderem das Bundesverdienstkreuz und diverse peruanische Auszeichnungen. Von den Einheimischen in Nazca wird sie wie eine Heilige verehrt. Das Museum ist heute an dem Ort untergebracht, wo Maria Reiche gearbeitet hat und wo sie auch begraben wurde.
Die letzte Station der Rundtour war wieder zu einem Aussichtsturm, von dem aus man Zeichnungen auf Hügeln Bergen erkennen konnte. Diese waren von einer Nachfolgezivilisation der Nazca-Kultur angefertigt worden und erinnerten ein wenig an Comicfiguren.

Nach Nazca sind wir nach Lima zurück gekehrt, um dort die letzten Tage in Peru zu verbringen.